Unter Krebsverdacht: Glyphosat

EU-Staaten sind sich bei Zulassung uneinig

Verbraucher | Volle Kanne - Unter Krebsverdacht: Glyphosat

Das häufig genutzte Pflanzenschutzmittel Glyphosat steht in Verdacht, krebserregend zu sein. Trotzdem wird die Europa-Zulassung für 18 Monate verlängert.

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6 min
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Video verfügbar bis 29.06.2017, 14:00

Es ist das meist genutzte Pflanzenschutzmittel der Welt: Lange galt das Anti-Unkraut-Mittel Glyphosat offiziell als unbedenklich für Mensch und Tier, obwohl es Umweltschützer schon länger im Visier hatten. Der Bericht einer WHO-Agentur stufte Glyphosat im letzten Jahr dann als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Trotzdem ist die Europa-Zulassung für den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat nun verlängert worden.

Lange wurde diskutiert, ob die Genehmigung von Glyphosat verlängert werden soll. Die EU-Staaten bekamen trotz wiederholter Versuche bisher nicht die nötige Mehrheit für eine Verlängerung oder Neuzulassung von Glyphosat zustande. Nun hat die EU-Kommission die Zulassung des Unkrautvernichters um 18 Monate verlängert - in dieser Zeit soll die europäische Chemikalienagentur Echa ihre Bewertung vorlegen. Doch damit bringt die EU-Kommisson Befürworter und Gegner gegen sich auf.

Ein Milliardengeschäft

Viele große Pharmafirmen haben Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat im Sortiment – beim US-Gentechnik-Konzern Monsanto ist es das Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“. In Frankreich hat Umweltministerin Ségolène Royal im letzten Jahr ein Verkaufsverbot für „Roundup“ verhängt. In Hessen wurde ebenfalls der Einsatz von Glyphosat auf öffentlichen Grünflächen – zum Beispiel auf Straßenrändern oder Verkehrsinseln – verboten. Auch Naturschützer fordern ein Verbot, weil die Artenvielfalt durch den Einsatz von Glyphosat gefährdet sei.

Es mehrten sich im vergangenen Jahr die Zweifel an der Harmlosigkeit von Glyphosat. Die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte es als „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Diesen Schluss zog die IARC nach Auswertung zahlreicher Studien zu dem Mittel. Die renommierte Krebsforschungsagentur sieht in den Studien bei Menschen eingeschränkte Belege dafür, dass Glyphosat Krebs erzeuge. Bei Tierversuchen gebe es ausreichende Belege für einen solchen Effekt.

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