Gründerklima in Deutschland

Tipps von Gründercoach Oliver Wüntsch

Verbraucher | Volle Kanne - Gründerklima in Deutschland

Der Deutsche Gründerpreis zeichnet herausragende Ideen und den Mut zur Selbstständigkeit aus. "Volle Kanne" stellt zwei Kandidaten vor und gibt Tipps, wie eine Unternehmensgründung gelingen kann.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.07.2017, 14:00

Sich selbstständig machen – für viele eine verlockende Vorstellung. Voraussetzung ist eine klare, tragende Geschäftsidee. Gründercoach Oliver Wüntsch weiß, worauf es sonst noch ankommt und hat wichtige Tipps für Unternehmensgründer.

Was muss man mitbringen, um sich selbstständig zu machen? Auf jeden Fall eine hohe Eigenmotivation und Durchhaltevermögen, so die Erfahrung von Gründungscoach Oliver Wüntsch: „Man muss die Bereitschaft mitbringen mehr zu arbeiten als andere, denn Selbstständigkeit ist in der Regel anstrengender und arbeitsintensiver ist als eine Festanstellung“. Hilfreich sind zudem Fähigkeiten wie vorausschauendes Denken, das Abwägen von Risiken und die Akzeptanz, Fehler zu machen.

Die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen sind gut in Deutschland: „Es gibt viel Wirtschaftsförderung, guten Patentschutz und, was erst seit einigen Jahren in Deutschland angekommen ist, sogenannte ‚Co-working Spaces‘ – die Möglichkeit einen Arbeitsplatz auf Zeit in einem Großraumbüro zu mieten“, so Gründercoach Oliver Wüntsch. Co-working Spaces stellen Arbeitsplätze und Infrastruktur zur Verfügung, meist in größeren offenen Räumen, sodass Freiberufler flexibel agieren können und im besten Falle voneinander profitieren.

Erste Schritte

Als erstes muss eine gute Geschäftsidee mit einem klaren Mehrwert für den Kunden vorliegen. „Ohne die ist ein Scheitern fast schon vorprogrammiert“, warnt Oliver Wüntsch. „Ich brauche Klarheit über mein Geschäftsmodell: Wie verdiene ich damit Geld? Wer sind meine Kunden? Was sind meine Aktivitäten? Wie finanziere ich das Ganze?“ Dazu empfiehlt der Gründercoach einen Businessplan aufzustellen, der ausführliche Informationen zu Finanzierung und Investitionen beinhaltet. „Das ist dann schon etwas aufwändiger, aber es lohnt sich“, so Wüntsch.

Seiner Einschätzung zufolge warten viele Gründer zu lange, bis sie ihrer Geschäftsidee tatsächlich nachgehen: „Sie entwickeln ihre Idee zu lange im stillen Kämmerlein, ohne sich darüber auszutauschen. Doch gerade das ist wichtig – herauszufinden, ob die Idee auch bei anderen auf Begeisterung trifft. Denn der häufigste Fehler ist, dass die Idee an den Kunden vorbei geht.“

Förderung

Wer sich selbstständig macht, kann verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen – die bekannteste ist der Gründerzuschuss der Arbeitsagentur. „Da bekomme ich aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Zuschuss für sechs Monate“, erläutert Wüntsch. Zudem gibt es viele Förderungsmöglichkeiten für ein Gründercoaching und die Erstellung von Businessplänen. Beratungsgespräche werden bis zu 50 Prozent bezuschusst.

Und: „Es gibt Gründerkredite von der Kfw-Bank mit günstigen Konditionen, im Start-up-Bereich finden sich häufig Investoren, die mitfinanzieren“, weiß der Gründungscoach. Weitere Informationen bieten Gründerseminare (sowohl privat als auch von Volkshochschulen angeboten) sowie Gründermessen und Startup-Wochen.

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