Unterwassergärten gestalten

Aquascaping für Einsteiger

Aquarien haben eine beruhigende Wirkung – und auch die Gestaltung der Unterwasserwelt ist für viele ein leidenschaftliches und kreatives Hobby. Aquaristik-Experte Oliver Knott zeigt, wie man stimmungsvolle Landschaften im heimischen Aquarium entstehen lassen kann. Er gibt Tipps zu Bodengrund, Bepflanzung und tierischen Bewohnern.

Aquascaping ist eine Art „Unterwassergärtnern“. Als Inspiration dient die Natur, wobei die Ästhetik im Vordergrund steht. Auf Tiere im Aquarium kann sogar verzichtet werden. Aquariendesigner gestalten ihre Landschaften sehr detailreich. „Das Arbeiten am Objekt hat meditativen Charakter“, bestätigt Oliver Knott, Weltmeister im Aquascaping.

Aquascaping: Felsformation
Felsformationen werden der Natur nachgeahmt.

Der Begriff „Aquascaping“ kommt aus dem Englischen und leitet sich von „landscape“ (Landschaft) ab. Reale Szenen aus der Natur wie ein Wald, ein Berggipfel oder ein Weg in einer Landschaft werden nachgebildet – wobei aquaristische Mittel, wie Substrat, Steine und Wasserpflanzen zum Einsatz kommen.

Eine Skizze anfertigen

Traditionelle Aquarianer bevorzugen biotopähnliche Aquarien, um Fischen einen möglichst naturnahen Lebensraum zu schaffen. Doch solche Biotope nehmen viel Platz ein. „Das junge Publikum soll für das Hobby Aquarium begeistert werden – und das versuchen wir mit Aquascaping“, sagt Oliver Knott. Die Herausforderung bestehe darin, eine schöne Unterwasserlandschaft zu gestalten, gleichzeitig aber auch ideale Lebensbedingungen für Tiere zu schaffen.

Als Einsteiger sollte man sich zunächst ein gewisses Know-how zulegen. Welche Aquarientechnik eignet sich? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit die Pflanzen gut gedeihen und die tierischen Bewohner sich wohlfühlen? Erst dann kann man ein Konzept anfertigen und sich Gedanken über die Gestaltung der Aquarienlandschaft machen. Bevor man mit der Gestaltung beginnt, ist es von Vorteil, sich eine Skizze anzufertigen. Die Inspirationen holt man sich aus der Natur. „Dabei geht es nicht um große Naturschauspiele, sondern vielmehr um kleine Dinge aus der Natur, wie eine Wurzel im Wald oder verschiedene Steinanordnungen“, erklärt der Aquariendesigner Knott.

Die Pflanzen-Auswahl

Bei kleineren Becken bis 60 Liter reicht es, nur drei bis vier Pflanzenarten zu verwenden. Hierbei sollte man auch darauf achten, wie groß die Pflanzen werden. Akzente kann man am besten mit rötlichen Pflanzen oder besonderen Blattstrukturen setzen. Zuerst sollte man den Vordergrund, dann Mittelpflanzen und zum Schluss Hintergrundpflanzen setzen. Wichtig ist auch, dass die Pflanzen zusammenpassen. Es gibt beispielsweise Stängepflanzen wie Rotala oder Progostemon, die recht schnell wachsen.

Aquascaping: Pflanze ins Aquarium setzen
Vorsichtig wird mit einer Pinzette eine Pflanze auf den Bodengrund gesetzt.

Als Bodendeckerpflanzen eignen sich grasartige Pflanzen wie die Nadelsimse oder Moose. Auf Wurzeln, Steinen oder anderen Dekoelementen wachsen am besten Aufsetzer-Pflanzen wie das Bonsai-Speerblatt oder Javafarn Trident. Die Pflanzen können mit Hilfe eines Drahtes oder einer Schnur an die Dekoelemente festgebunden oder in Ritzen und Löcher gesteckt werden. Neben einem nährstoffreichen Bodengrund benötigen die Pflanzen auch Dünger. Um sie entsprechend mit Nahrung zu versorgen, brauchen sie regelmäßig speziellen Flüssigdünger, den sie durch das Wasser aufnehmen. Für die Pflege sollte man je nach Erfahrung circa 15 Minuten oder mehr in der Woche einplanen. Zunächst alle drei Tage 30 Prozent des Wassers entfernen, später reicht es dies einmal pro Woche. Zudem müssen die Scheiben von innen und außen geputzt werden.

Tierische Bewohner

Wer Fische im Aquascape haben möchte, sollte beachten, dass es Richtlinien zur Haltung von Fischen gibt. Die meisten Fische brauchen mindestens 60 Liter Wasservolumen. In einem 20-Liter-Aquarium (Nano-Aquarium) kann man beispielsweise gut einen Kampffisch halten, aber immer nur ein Tier (männlich), da sich zwei männliche Tiere bekämpfen würden. Ansonsten fühlen sich in einem 20-Liter-Aquarium auch kleine Garnelen recht wohl.

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