Rehabilitation nach Schlaganfall

Jedes Jahr sind etwa 270.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen. Wer ihn überlebt, ist trotz verbesserter Behandlungsmethoden oft mit einer veränderten Lebenssituation konfrontiert.

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5 min
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08.05.2020
Video verfügbar bis 06.05.2021

Ein Schlaganfall wird durch Störungen der Blutversorgung des Gehirns verursacht und kann zu einem anhaltenden und schwerwiegenden Ausfall von Funktionen des Zentralen Nervensystems führen. Bereits nach der Notfallversorgung im Akutkrankenhaus sollten die ersten Maßnahmen zur Rehabilitation einsetzen. Eine erfolgreiche Rehabilitation ist eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige.

Rehabilitation nach dem Schlaganfall

Die Rehabilitation ist Teamarbeit von Therapeuten, Ärzten und Pflegekräften mit dem Ziel, weitestgehende Selbständigkeit für den Patienten zu erlangen. Die Behandlung wird, je nach Schwere der Symptome, in ambulanten oder stationären Rehabilitationseinrichtungen fortgeführt. Bei der Rehabilitation werden diverse Einschränkungen bzw. Ausfälle behandelt. Neben Gefühlsstörungen auf der betroffenen Körperseite und Schluckstörungen sind dies besonders Lähmungen und neuropsychologische Störungen oder die Beeinträchtigung von Sprache.
Die Patienten müssen die Therapie immer stärker selbständig in ihren Alltag integrieren, was aktive Mitarbeit und Ehrgeiz erfordert. Vieles muss von Grund auf neu erlernt werden.

Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie

Auch Physiotherapie zählt zu den Heilbehandlungen. Archivbild
Auch Physiotherapie zählt zu den Heilbehandlungen. (Archivbild)
Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Ein Ziel der Behandlung mit Krankengymnastik ist es, den Betroffenen schnell wieder zu mobilisieren und verloren gegangene Beweglichkeit wiederherzustellen. Bewegungen müssen wieder und wieder ausgeführt werden, um Gehirn, Nerven und Muskeln neu zu stimulieren. Die zumeist einseitige Lähmung führt zu Spannungen im Muskeltonus und oft zu einer starken Spastik. Deshalb muss die erkrankte Seite vorsichtig trainiert werden, um Widerstände auf Dauer zu verringern. Schlaganfallpatienten müssen außerdem Schritt für Schritt eine richtige Körperhaltung, ihr Körpergefühl und ihr Gefühl für Gleichgewicht wiederfinden.

Ergotherapie
Ergotherapie
Quelle: imago/Panthermedia

Die Ergotherapie bereitet den Patienten auf den Alltag und das Leben nach dem Schlaganfall vor. Viele Betroffene müssen selbst vermeintlich einfache Tätigkeiten neu einstudieren und lernen, sich Kleidung und Schuhe anzuziehen, sich zu waschen oder die Zähne zu putzen. Dabei erschweren körperliche Beeinträchtigungen oft die alltäglichen Handlungen. Außerdem haben viele Betroffene Probleme mit der Handlungsplanung. Das Übungsfeld der Ergotherapie ist breit gefächert. Viele alltägliche Handlungen wie Einkaufen, Waschen oder Kaffee kochen werden immer wieder trainiert. Außerdem gehört es zu den Aufgaben des Ergotherapeuten, sinnvolle Hilfsmittel auszuwählen. Mit Computerprogrammen können Reize gesetzt und Sinne stärker stimuliert werden.

Auch die Sprache kann zum Teil oder völlig verloren gegangen sein. Viele Erkrankte sprechen langsamer oder undeutlich, manche verstehen den Sinn der Wörter nicht mehr oder können sich nicht mehr ausdrücken. Die Sprach- und Sprechfähigkeiten zu verbessern, ist der Aufgabenbereich eines Logopäden. Die Übungen variieren zwischen dem neuen Erlernen von Begriffen und dem Training einer sauberen Aussprache. Das Ziel ist es, alle sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten im Idealfall in den Urzustand zu versetzen. Dazu gehören richtiges Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Bei schweren Sprachstörungen müssen Betroffene eventuell lernen, mit Gesten zu kommunizieren.

Leben nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall sind auch Familienangehörige und Freunde gefordert. Sie müssen helfen, Betroffenen den Übergang in den Alltag zu erleichtern. Der Umgang mit Schlaganfallpatienten gerät aber oft zum schwierigen Balanceakt. Dann kann ein Neuropsychologe helfen, der sich mit der Therapie von kognitiven und psychischen Störungen beschäftigt. Personen aus dem sozialen Dienst können die zukünftige Lebensplanung unterstützen. Mit dem Leben nach einem Schlaganfall sind oft viele Fragen und eventuell auch eine Pflegebedürftigkeit verbunden.

Auch die Wiedereingliederung ins Berufsleben ist oft mit einem Fragezeichen versehen. Im Mittelpunkt der Rehabilitation steht immer der Erkrankte selbst. Um zu Selbständigkeit und Normalität zurückzufinden, muss er oft einen großen Willen und Ehrgeiz aufbringen. Auch Dinge, wie die Einteilung in eine Pflegestufe und damit verbundene finanzielle Unterstützungen, sind wichtige Aspekte im Leben von Erkrankten, die einen Schlaganfall erlitten haben.

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