Urlaub mit Haustier

Tipps für daheim oder unterwegs

Verbraucher | Volle Kanne - Urlaub mit Haustier

Damit es während der Urlaubszeit keine unliebsamen Überraschungen gibt, muss alles gut vorbereitet sein. Tierexpertin Valentina Kurscheid hat die Tipps.

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.05.2017, 14:00

Viele Menschen wollen auch im Urlaub nicht auf ihre vierbeinigen Begleiter verzichten und nehmen Hund oder Katze einfach mit. Doch ganz gleich, ob die Tiere mit auf Reisen gehen oder zu Hause bleiben: Damit es keine unliebsamen Überraschungen gibt, muss der Urlaub gut vorbereitet sein.

Grundsätzlich sollten Sie überlegen, was für Ihr Tier das Beste ist: Katzen, die Freilauf gewöhnt sind, fühlen sich zu Hause am wohlsten. Wenn Sie Ihre Katze trotzdem mitnehmen möchten, dann möglichst nur für längere Aufenthalte, etwa in einer Ferienwohnung. Auch Kleintiere und Vögel sind am besten zu Hause aufgehoben. Auf Hitze können sie mit Kreislaufbeschwerden oder Durchfall reagieren.
Hunde dagegen sind gern überall dabei und meist unkomplizierte Urlaubsbegleiter. Voraussetzung für einen entspannten Urlaub ist natürlich, dass der Vierbeiner vor Ort auch erwünscht ist. Dies sollten Sie bereits bei der Buchung im Reisebüro oder der Urlaubsunterkunft erfragen.

Formalitäten klären

Vor der Reise empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt, der einen Gesundheitscheck machen und eventuell impfen kann. Vor allem in südlichen Ländern gibt es Krankheiten, die für Ihr Haustier ein Gesundheitsrisiko sein können. Eventuell gibt es eine wirksame Prophylaxe. Der Tierarzt kann auch ein Mittel gegen Reisekrankheit verschreiben und eine kleine Reiseapotheke für das Tier zusammenstellen.

Hund steckt Kopf aus dem Autofenster
Auf Reisen sollten Sie für Erfrischung sorgen.

Für die meisten EU-Länder brauchen Hunde und Katzen eine gültige Tollwutimpfung und eine eindeutige Kennzeichnung. Diese Daten müssen in den Heimtierausweis eingetragen sein, den man seit 2004 bei Reisen innerhalb der EU benötigt. Einige EU-Länder wie Großbritannien und Staaten außerhalb der EU haben zum Teil strengere Einreisebestimmungen. Auskünfte hierzu erhalten Sie beim Tierarzt oder dem Deutschen Tierschutzbund.

Fit für die Reise

Geben Sie dem Hund am Vortag der Reise nur wenig zu fressen und machen Sie einen ausgedehnten Spaziergang. Vor dem Start in die Ferien noch mal frisches Wasser anbieten und nichts mehr zu fressen geben. Sorgen Sie für einen sicheren Transport an den Urlaubsort. Wenn der Hund frei im Auto herumspringt, kann das für Tier und Mensch gefährlich werden. Nützlich sind verstellbare Hundegitter, die für jeden Wagentyp individuell einsetzbar sind. Sicher ans Ziel kommt das Tier auch mit einem speziellen Gurt für Vierbeiner, der einfach mit dem Autogurt verbunden wird. Kleinere Hunde oder Katzen und Nager werden im Auto am besten in einer Transportbox mitgenommen. Diese sollte gut festgezurrt werden, damit sie beim Bremsen nicht verrutschen kann. Legen Sie eine vertraute Decke, etwas Futter und eventuell noch Spielzeug in die Box, damit das Tier sich wohl fühlt.

Im Flugzeug dürfen Katzen und Hunde bis circa sechs Kilo mit in die Kabine genommen werden. Die Transporttaschen für den Flug müssen geschlossen sein, natürlich mit Luftlöchern und einem "Auslaufschutz". Größere, schwerere Tiere müssen im Flieger in einer entsprechend großen Transportbox mit Gittern in den Frachtraum. In der Bahn dürfen kleine Hunde in einer Transporttasche kostenfrei mitfahren. Große Hunde kosten allerdings die Hälfte des Normalpreises, müssen an der Leine geführt werden und brauchen einen Maulkorb. Am besten bereiten Sie Ihren Vierbeiner früh genug auf die Reise vor und gewöhnen ihn an eine Transportbox.

Seriöse Tierpensionen erkennen

Natürlich kann man seinen Vierbeiner auch in einer Tierpension unterbringen. Wichtig ist, dass Tierbesitzer schon Wochen vorher die mögliche Tierpension aufsuchen und sich alles genau anschauen – vor allem weil es keine Sternekategorien wie bei Hotels gibt oder gar unabhängige Prüfsiegel. Eine gute Pension sollte bestimmte Bedingungen erfüllen, zum Beispiel verhaltensgerechte und saubere Räume, genügend Betreuer, ausreichend Auslauf, individuelle Fütterung sowie tierärztliche Betreuung im Notfall.

Tier an Trennung gewöhnen

Katzen in einer Tierpension
Um eine geeignete Tierpension sollten Sie sich früh genug kümmern.

Besonders für Hunde und Katzen ist es sinnvoll, sie schon von klein an an kurze Trennungen vom Besitzer zu gewöhnen. Es kann immer einmal ein Krankenhausaufenthalt, eine Dienstreise oder eben ein Urlaub anstehen, bei dem das Tier durch Dritte betreut werden soll oder muss. Je nach psychischer Konstitution kann ein Tier dabei die Nahrungsaufnahme verweigern oder unnötig unter Verlustängsten leiden. Durch frühzeitige Gewöhnung an alternative, fachkundige Betreuungspersonen lässt sich das Leiden vorbeugen.

Standard bis Luxus

Die Unterkünfte unterscheiden sich oft sehr in der Ausstattung. Es gibt einfache Tierpensionen, in denen die Tiere meist in Zwingern untergebracht sind, aber auch echte Luxus-Unterkünfte, in denen Tiere ihre Schlaf-Einzelkabinen genießen – mit Kissen und Fußbodenheizung. Aber nicht jede Pension nimmt jede Tierart auf. Einige Tierpensionen sind auf Katzen oder Hunde spezialisiert. Die regulären Pensionskosten für Hunde liegen bei 15 bis 20 Euro pro Tag, für Katzen bei rund acht Euro inklusive Futter. Wenn Sie das gewohnte Futter selbst mitbringen, reduzieren sich nicht nur die Kosten, gleichzeitig kann man damit Akzeptanz- oder Verdauungsproblemen vorbeugen. Beim Tierarzt, dem Tierschutzverein oder dem Veterinäramt können Sie Informationen über Tierpensionen einholen.

Der Deutsche Tierschutzbund warnt aber auch vor schwarzen Schafen: Es ist bereits vorgekommen, dass ein Pflegevertrag einen Passus enthielt, wonach ein Tier, wenn es nicht innerhalb einer bestimmten Frist vom Besitzer abgeholt wird, automatisch in den Besitz der Betreiber in der Pension übergeht. Daher sollte man den Vertrag immer genau durchlesen, bevor man ihn unterzeichnet.

Schutz vor Hitze

Ob zu Hause oder in südlichen Gefilden – Hitze macht vielen Vierbeinern zu schaffen. Setzen Sie die Tiere nicht stundenlang der Hitze aus. An heißen Tag gehen Sie mit Ihrem Hund am besten nur morgens und abends für eine größere Runde spazieren, am Mittag verlassen Sie das Haus am besten nur für eine kleine Pipirunde. Im überhitzten Auto sollten Sie Ihren Hund übrigens auf keinen Fall zurücklassen – nicht einmal fünf Minuten bei geöffneten Fenstern.

Im Fachhandel werden spezielle Produkte wie Kühlhalsbänder oder Kühldecken angeboten, die die Hitze für die Tiere erträglicher machen sollen. Allerdings kann man sich auch mit einfachen Mitteln selbst behelfen, zum Beispiel indem man ein paar Kühlakkus unter ein Handtuch legt. Der Hund kann dann entscheiden, ob er es sich an diesem kühlen Platz gemütlich machen möchte.

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