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Tipps für die Reiseapotheke

Von „Montezumas Rache“ über Thrombose bis zur Reiseübelkeit - während der Reise oder am Zielort lauern gesundheitliche Gefahren, die die Vorfreude auf den Urlaub oft schmälern und die Reiseapotheke vergrößern. Was braucht man wirklich?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.06.2020

Es soll die schönste Zeit im Jahr werden, doch manchmal ist der Urlaub getrübt durch Beschwerden, die vor allem auf Reisen auftreten. Mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke kann man sich rüsten. Neben den Medikamenten, die man eventuell sowieso regelmäßig nehmen muss, sollten auf jeden Fall dabei sein:

  • Schmerztabletten
  • Elektrolytpulver
  • Sonnenschutzmittel
  • Nasenspray
  • Verbandsmaterial
  • Desinfektionsmittel
  • Mückenschutz
  • evtl. Mittel gegen Reiseübelkeit

Reisethrombose

Insbesondere auf mehrstündigen Flugreisen besteht die Gefahr der Thrombosebildung. Gefährdet sind Menschen mit einer Blutgerinnungsstörung, mit ausgeprägten Krampfadern oder einer bereits überstandenen Thrombose. Weitere Risikofaktoren: Einnahme der Pille, rauchen, Übergewicht.

Betroffene sollten Kompressionsstrümpfe tragen – auch noch in den Stunden nach dem Flug. Während der Flugreise hilft es, mehrmals aufzustehen sowie Beinübungen zu machen, die die Muskelpumpe anregen und damit auch die Blutzirkulation. Denn diese verlangsamt sich aufgrund des niedrigeren Luftdrucks im Flugzeuginneren, und damit steigt die Gefahr einer Verklumpung. Besonders gefährdete Menschen können in Absprache mit ihrem Arzt das blutverdünnende Heparin im Vorfeld eines Langstreckenfluges spritzen. Acetylsalicylsäure (ASS) soll nicht ausreichend wirksam sein in seiner blutverdünnenden Wirkung.

Reisedurchfall

Auf Reisen kann der Körper in Kontakt kommen mit Erregern, die Durchfall auslösen. Motilitätshemmende Medikamente stoppen zwar den Durchfall und damit den Flüssigkeitsverlust, aber sie verhindern auch das rasche Ausscheiden der Erreger. Diese verweilen länger im Darm und richten dort weiterhin Unheil an.

Motilitätshemmende Medikamente sollten daher, wenn überhaupt, möglichst spät genommen werden. Besser ist es mit Elektrolytlösungen den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Präventiv sollte man beispielsweise auf Rohkost und Salate verzichten, Obst immer schälen, keine Eiswürfel nutzen und ausschließlich abgepacktes Wasser trinken sowie häufig die Hände waschen.

Reisekrankheit

Motion sickness, Kinetose, Reisekrankheit – mehrere Bezeichnungen dafür, dass es einem übel werden kann, wenn die Straßen zu kurvig oder das Schiff zu schwankend ist. Dies liegt daran, dass das Gleichgewichtsorgan im Ohr andere Eindrücke verarbeiten muss als das Auge wahrnimmt. Dabei treten häufig Schwindel, Übelkeit und Schweißausbrüche auf.

Medikamente mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat wirken gegen die Symptome und nehmen die Übelkeit. Sie machen ein wenig müde als Nebenwirkung. Tabletten haben eine etwas zeitverzögerte Wirkung, Kaugummis wirken direkt, da der Wirkstoff über die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Die Anfälligkeit für Reisekrankheit kann sich im Laufe des Lebens verändern. So sind etwa Kinder in einem gewissen Alter betroffen, diese können aber dann im Erwachsenenalter durchaus symptomfrei bleiben.

Mückenschutz / Malariaprophylaxe:

Mückenstiche sind lästig, sie jucken und können anschwellen. Und manchmal übertragen sie auch Krankheiten. Dazu zählen Exoten wie Gelb- oder Dengue-Fieber, die nicht sehr häufig vorkommen, sowie Malaria, eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die sehr häufig durch Mücken in bestimmten Gebieten übertragen wird. Malariagebiete liegen in Asien, Afrika und im Norden Südamerikas.

Vor Reisebeginn sollte man sich bei einem Reisemediziner oder einem Tropeninstitut informieren, ob eine medikamentöse Malariaprophylaxe ratsam ist. Wichtig ist aber auch der Schutz der Haut mit langer, bedeckender Kleidung sowie Anti-Mücken-Spray. Hierbei sollte man auf die Inhaltsstoffe achten, wirksam sind hauptsächlich Mittel mit dem Wirkstoffen Icaridin und DEET (Diethyltoluamid).

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