Verbrennungen bei Kindern

Vor allem in der Küche lauern viele Gefahren

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Verbraucher | Volle Kanne - Verbrennungen bei Kindern

Gerade in der Weihnachtszeit kommt es häufig zu Verbrennungen und Verbrühungen. Auch Benjamin erlitt vor drei Jahren schwerste Verbrennungen. "Volle Kanne" hat ihn besucht.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.12.2016, 10:24

Kochendes Wasser, eine heiße Herdplatte oder eine Auflaufform aus dem heißen Backofen - es gibt gerade in der Küche jede Menge Möglichkeiten, sich die Finger - oder mehr - zu verbrennen. Umso wichtiger sind in solchen Notfällen die richtigen Maßnahmen zur ersten Hilfe, vor allem zur Schmerzlinderung.

Im Kindesalter entstehen die häufigsten Verbrennungen durch heiße Flüssigkeiten (Verbrühungen), etwa wenn Kinder Kannen oder Tassen mit heißen Getränken vom Tisch oder Töpfe mit heißem Wasser, Suppen oder Soßen vom Herd herunterziehen. Auch zu heißes Wasser beim Baden oder Duschen kann die Ursache von Verbrennungen sein. Denn Kinderhaut ist so empfindlich, dass bereits Wassertemperaturen von 45 Grad Celsius zu Verbrühungen führen.

Andere mögliche Ursachen für Verbrennungen sind das Berühren von heißen Herdplatten oder Backofen-Türen, das Greifen nach brennenden Kerzen oder dem Feuer im Kamin oder der falsche Umgang mit Silvester-Knallern. Generell gilt: Je größer die verbrannte Hautfläche ist, desto schlimmer können die Folgen der Verbrennung sein. Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten sind meist großflächiger als andere Verbrennungen, die meist auf einen kleineren Bereich begrenzt sind.

Wann muss man zum Arzt?

Hat ein Kind eine Verbrennung erlitten, sollte es in jedem Fall einem Kinderarzt vorgestellt werden - egal, wie klein die Verbrennung auch zu sein scheint. Dieser kann dann entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind und ob das Kind in eine Klinik gebracht werden muss.

In folgenden Fällen ist das auf jeden Fall notwendig: Bei Verbrennungen, die über fünf Prozent der Hautoberfläche betreffen; bei allen Kindern, die unter einem Jahr alt sind, weil deren Haut noch sehr dünn und empfindlich ist; bei allen Verbrennungen im Gesicht, aufgrund der möglichen kosmetischen Auswirkungen; bei Inhalationsverbrennungen (dem Einatmen heißer Dämpfe); bei Verbrennungen an Händen und Füßen, aufgrund einer Versteifungsgefahr bei Narbenbildung im Gelenkbereich; bei Verbrennungen im Genitalbereich; bei Stromschlagverbrennungen, weil hier die Gefahr von Herzrhythmusstörungen besteht.

Gefahrenquellen minimieren

Kinder sollten sich nie unbeaufsichtigt in der Küche oder in der Nähe von offenem Feuer aufhalten. Kerzen, Kochtöpfe oder Kannen mit heißen Getränken sollten nicht in Reichweite der Kinder und außerdem direkt auf den Tisch und nicht auf Tischdecken gestellt werden, da Kinder gerne an Tischdecken ziehen. Man sollte sicherstellen, dass alle Elektrokabel unversehrt und alle Steckdosen mit einer Kindersicherung versehen sind.

Zudem sollte in einem Haushalt mit Kindern der Herd immer mit einem speziellen "Herdschutzgitter" und einem "Backofengitter" unzugänglich gemacht werden. Alle Pfannen sollten mit dem Stiel nach hinten auf den Herd gestellt werden. Das Kabel des Wasserkochers darf nicht herunterhängen, sondern sollte für Kinder unerreichbar sein. An allen Wasserhähnen sollte ein Temperaturbegrenzer eingebaut sein, der sicherstellt, dass das fließende Wasser nicht wärmer als 38 Grad Celsius ist.

Schwere der Verletzung

Wie groß die verbrannte Hautfläche ist, lässt sich mit Hilfe der Handflächenregel ungefähr feststellen. Diese besagt: Die Handfläche des Verletzten stellt circa ein Prozent seiner Körperfläche dar. Oberflächliche, erstgradige Verletzungen, bei der nur bis zu fünf Prozent der Körperfläche betroffen sind, können - abhängig von Art und Ort der Verletzung - meist ambulant behandelt werden.

Bei Verletzungen zweiten und dritten Grades, wenn tiefere Hautschichten wie zum Beispiel die Dermis betroffen sind, werden Betroffene oft an Brandverletzungskliniken überwiesen, die sich mit der speziellen Behandlung auskennen.

Wie wird behandelt?

Wenn die verbrannten Hautbereiche extrem stark geschädigt sind, muss Haut von anderen Körperregionen transplantiert werden. An den Stellen, an denen transplantierte und gesunde Haut aufeinander treffen, entstehen Narben. Da die transplantierten Hautstellen keine rückfettenden Eigenschaften haben, muss die Haut intensiv mit einer sehr reichhaltigen Creme gepflegt werden. Außerdem muss regelmäßig eine sehr starke Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 (oder mehr) aufgetragen werden, um vor der Entstehung von Krebs zu schützen.

Eine Therapieoption kann beispielsweise bei transplantierter Haut im Gesicht auch eine fest sitzende Silikonmaske sein, die die Kollagenproduktion der Haut anregen soll. An anderen Körperstellen kann dafür auch Kompressionskleidung in Betracht kommen, die sehr eng am Körper sitzt.

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