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Behandlung bei vergrößerter Prostata

Schätzungsweise 25 Prozent aller Männer in Deutschland leiden unter einer vergrößerten Prostata, unter den über 60-Jährigen sind es sogar rund 70 Prozent. Das wachsende Gewebe ist in diesen Fällen zwar gutartig – die Symptome trotzdem unangenehm.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.09.2020

Eine gutartige Prostatavergrößerung ist nichts Außergewöhnliches. Sie trifft jeden zweiten Mann ab 60 Jahren. Dabei handelt es sich nicht um den gefürchteten Prostatakrebs, sondern um eine vergleichsweise harmlose Gewebewucherung, die aber die Harnröhre einengen und damit zu Beschwerden führen kann. Während viele Betroffene mit Medikamenten gut behandelt werden können, benötigen andere unter Umständen eine operative Entfernung der Prostata.

Symptome

Die vergrößerte Prostata verengt den Harnkanal. Das führt zu Beschwerden beim Wasserlassen und zu Schwierigkeiten damit, die Blase richtig entleeren zu können. Betroffene verspüren permanent einen plötzlichen Harndrang. Durch die Verengung staut sich die Flüssigkeit in der Harnblase auf und kann nicht vollständig abfließen.

Bei einigen Betroffenen kommt es zum Harnverhalt. Hierbei droht auf Dauer eine Entzündung, die sich auf weitere Organe ausweiten kann. Die Folgen sind Rückstauschäden mit Harnwegserkrankungen und Nierenfunktionsstörungen. Die Erkrankung wird zunächst mit Medikamenten behandelt.

Medikamente

Bei leichten Beschwerden können rein pflanzliche rezeptfreie Produkte, wie zum Beispiel aus Brennnesselwurzel, Sägepalmextrakte, Kürbissamenextrakte und Roggenpollen gegebenenfalls die Beschwerden lindern. Sogenannte Alpha-Blocker sollen das Gewebe einer leicht vergrößerten Prostata und die Harnröhre entspannen. Sie können jedoch nicht das Größenwachstum der Prostata beeinflussen.

Finasteride (sog. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer) bewirken eine Verminderung der Hormonwirkung der Prostata, was zur Verkleinerung der Prostata führen soll. Bei Prostata- und Harnwegsinfektionen kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Wenn die medikamentöse Therapie nicht greift oder vertragen wird, muss die Prostata mit einem operativen Eingriff oder einer Embolisation verkleinert werden.

Embolisation

Die Prostata-Arterien-Embolisation (PAE) stellt ein relativ junges Verfahren dar. Anders als beim chirurgischen Eingriff, bei dem der vergrößerte Teil der Prostata entfernt wird, lässt bei der Embolisation eine durch winzige Kunststoff-Partikel herbeigeführte Blutunterversorgung das Organ schrumpfen.

Die Embolisation wird von Radiologen durchgeführt. Hierbei wird ein Katheter über die Leistenarterie bis zu den Blutgefäßen der Prostata geführt. Über den Katheter werden kleine Kunststoff-Partikel in die Arterien der Prostata eingebracht. Sie sollen den Blutfluss blockieren. Das führt dazu, dass das Organ schrumpft, weil es nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Danach sterben die von der Sauerstoffversorgung abgeschnittenen Gewebezellen ab. Der Druck auf die Harnröhre lässt wieder nach. Die Harndrang-Beschwerden gehen zurück.

Embolisation vs. Operation

Ein wesentlicher Vorteil der Embolisation besteht darin, dass im Gegensatz zum chirurgischen Eingriff kein Gewebe entfernt und die Harnröhre nicht angegriffen wird. Der Eingriff erfolgt von außen über die Blutgefäße. Probleme wie Inkontinenz und Nachblutungen sind dadurch nicht zu erwarten.

Eine Operation ist dann angezeigt, wenn das Problem der Harnröhrenentleerung in der Harnröhre selbst gelegen ist. Das kann beispielsweise nach einer vorangegangenen Prostata-OP der Fall sein. Auch andere Erkrankungen, die eine Verengung der Harnröhre verursachen, müssen operiert werden.

Unterschied liegt im Therapieeffekt

Ein entscheidender Unterschied zwischen der Operation und der Embolisation besteht im Hinblick auf den Therapieeffekt. Der Therapieeffekt der operativen Resektion steht sofort nach Entfernung des Gewebes auf. Bei der Prostata-Embolisation ist Geduld bei den Betroffenen angezeigt. Die Organschrumpfung und die damit verbundene Beschwerdefreiheit treten erst nach etwa sechs bis acht Wochen ein.

Die Embolisation kann unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Für die Behandlung ist ein kurzer stationärer Aufenthalt erforderlich. Eine Vollnarkose wie bei der operativen Verkleinerung der Prostata ist nicht erforderlich.

Wirksamkeit der Embolisation

Statistisch betrachtet ist bei vier von fünf behandelten Patienten der Therapieeffekt nach zwei bis drei Monaten deutlich zu erkennen. Das bedeutet, dass bei etwa 20 Prozent der Patienten der Eingriff erfolglos bleibt, obwohl er technisch problemlos durchgeführt worden ist. Nach dem Grund für das Therapieversagen dieser Gruppe wird derzeit geforscht.

Mittelfristige Studien über fünf Jahre bestätigen die Wirksamkeit des Verfahrens. In 10 bis 15 Prozent kam es, wie auch nach einem chirurgischen Eingriff, bei der Embolisation zu Rezidiven. In diesen Fällen wurde die Prostata bei den Betroffenen ein zweites Mal embolisiert.

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