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Verletzungen durch Silvesterböller

Dass man im Umgang mit Knallfröschen & Co. vorsichtig sein muss, ist allgemein bekannt. Trotzdem kommt es jedes Jahr an Silvester wieder zu schweren Unfällen. Die Handchirurgie hat dann Hochsaison.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.01.2020

Trotz der jährlich aufkeimenden Warnungen vor Missbrauch oder falschem Gebrauch von Feuerwerkskörpern bleibt Silvester die Hochsaison für Handchirurgen. Denn immer wieder kommt es über den Jahreswechsel zu schweren Explosionsverletzungen.

Meist gelingt es, die Verletzungen weitestgehend zu heilen. Doch Verluste von Fingern oder sogar der ganzen Hand durch selbst gebastelte Sprengkörper, die auch von erfahrenen Chirurgenteams nicht gerettet werden können, kommen leider immer wieder vor.

Hochsaison für Explosionsverletzungen

Die Handchirurgie ist ein Spezialgebiet der plastischen Chirurgie bzw. der rekonstruktiven Chirurgie (Wiederherstellungschirurgie). Ihr Ziel ist es, die Funktionalität der betroffenen Hand bestmöglich zu rekonstruieren, dabei aber auch ein optimales kosmetisches Ergebnis zu erreichen. Während des Jahres haben es Handchirurgen bei schwerwiegenden Verletzungen mit glatten Schnitten zu tun, etwa wenn ein oder mehrere Finger mit einer Säge abgetrennt wurden. In diesem Fall versucht der Operateur den Finger wieder anzunähen, indem er die winzigen Blutgefäße mithilfe feinster mikrochirurgischer Instrumente wieder verbindet.

An Silvester sind die Spezialisten vor allem mit Explosionsverletzungen konfrontiert. Diese richten großen Schaden an, weil die von den Fingerknochen umgebenen Weichteile wie Haut, Gewebe und Blutgefäße durch die Wucht der Explosion meist stark zerstört sind. Oft sind auch die oberen Fingerglieder gebrochen oder wurden weggesprengt.

Silvesterfeuerwerk
Silvesterfeuerwerk ist schön anzusehen. Doch Vorsicht: Feuerwerkskörper sind gefährlich und können bei falscher Handhabung schwere Verletzungen verursachen.
Quelle: imago / Gottfried Czepluch

Fernlappenplastik als Methode

Um einen schwer verletzten Finger vor der Amputation zu retten, greift der Handchirurg in solchen Fällen auf die sogenannte Fernlappenplastik zurück. Zur Wiederherstellung wird also eine von der Hand entferntere Körperregion benutzt. Dazu wird ein Skalpell-Schnitt – oft in der Leiste –gemacht und das verletzte Fingerglied über drei bis vier Wochen dort eingenäht. In der Regel bildet die Gewebeeinheit in diesem Zeitraum neue Gefäße aus.

Der Nachteil dieser Methode: die Patienten dürfen die betroffene, eingenähte Hand nicht bewegen, da der Lappen erst noch einheilen muss. Erst danach kann das Gewebe durchtrennt und entsprechend modelliert werden. Anschließend bedarf es einer intensiven und konsequenten Therapie um die Funktion des neu modellierten Fingers wieder herzustellen. Im Falle des Daumens, der maßgeblich für unsere Greiffunktionen zuständig ist, dauert die Rehabilitationsphase oft mehrere Monate.

Tipps zur Vermeidung von Handverletzungen

Meist werden die Feuerwerkskörper zu lange in der Hand gehalten oder nicht-explodierte Kracher explodieren dann doch noch in der Hand, nachdem sie vom Boden aufgehoben wurden, um einen neuen Zündungsversuch zu starten. Zu den wesentlichen Verletzungsursachen gehört auch der Alkoholgenuss, der sowohl Reaktionszeit, als auch Urteilsvermögen beeinflusst.

Zur Vermeidung dieser Verletzungen wird eindringlich empfohlen:

- Hände weg von selbstgebastelten Sprengkörpern

- Hände weg von Billig-Feuerwerkskörpern unklarer Herkunft

- Möglichst keine Feuerwerkskörper verwenden, die in der Hand gezündet werden

- Keinesfalls Feuerwerkskörper zu lange in der Hand halten

- Nichts aufheben, was nicht spontan gezündet hat

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Videolänge:
17 min
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