Gefälschte Medikamente

Vorsicht vor illegalen Internetangeboten

Verbraucher | Volle Kanne - Gefälschte Medikamente

Ob Potenzmittel, Schlankmacher oder Anabolika - der illegale Handel mit gefälschten Arzneimitteln boomt. Doch die gefälschten Medikamente sind nicht ungefährlich für Verbraucher.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.04.2017, 10:05

Ob Potenzmittel, Schlankmacher oder Anabolika - der illegale Handel mit gefälschten Arzneimitteln boomt. Nach Erkenntnissen des Zolls nutzen im internationalen Vergleich ausgerechnet die deutschen Verbraucher illegale Internetangebote besonders intensiv und lassen jede Vorsicht missen.

Der Handel mit illegalen Pillen ist ein lukratives Geschäft für Kriminelle, aber lebensgefährlich für Verbraucher. Denn diese Medikamente werden oft unter primitiven hygienischen Bedingungen in Hinterhoflaboren in Indien oder China zusammengemischt. Die gefälschten Medikamente sehen perfekt aus, können aber wirkungslos oder sogar tödlich sein. In manchen Pillen sei laut Experten Straßendreck enthalten, andere seien mit Fußbodenwachs überzogen worden.

Gefälscht wird alles: Zum größten Teil sind es Lifestylepräparate wie Potenzmittel, Anabolika oder Schlankmacher - aber auch Schmerzmittel, Antibiotika, cholesterinsenkende Arzneien und Krebsmedikamente. Für die deutschen Verbraucher gibt es laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor allem im Internet-Versandhandel ein Risiko, nicht aber in der normalen Apotheke. Für diese gebe es ein "sehr engmaschiges Sicherheitssystem".

Kauf im Internet

Europäisches Versandhandelslogo
Europäisches Versandhandelslogo sorgt für Seriösität einer Online-Apotheke. Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Wer bei einer Internetapotheke einkaufen will, sollte diese vorher genau prüfen. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) bietet auf seiner Homepage eine Liste der geprüften und registrierten Versandapotheken, die über ein Sicherheitslogo verfügen.

Neben Apotheken dürfen in Deutschland auch andere Einzelhändler Medikamente versenden. Diese müssen sich dabei jedoch auf freiverkäufliche Arzneimittel beschränken; apotheken- und verschreibungspflichtige Medikamente sind ausschließlich über Apotheken zu beziehen.

Echt oder gefälscht?

Als Laie erkennt man ein gefälschtes Arzneimittel meist nicht. Grund zur Vorsicht besteht, wenn das Medikament nicht wie gewünscht oder plötzlich anders wirkt als bisher. Skepsis ist auch angesagt, wenn Packung oder Beipackzettel nicht ordnungsmäßig erscheinen. Allerdings ist eine veränderte Verpackung nicht zwangsläufig ein Indiz für eine Fälschung, bei Re-Importen von Original-Arzneimitteln gibt es durchaus überklebte Verpackungen.

Prüfen Sie vor der Bestellung auf jeden Fall die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Per Gesetz muss der Anbieter ein zweiwöchiges Widerrufsrecht anbieten. Innerhalb dieser Frist kann der Kunde die Ware zurückschicken. Die Internet-Seite der Versandapotheke sollte auf jeden Fall ein nachvollziehbares Impressum, also eine Adresse und eine Hotline-Nummer, enthalten.

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