Versicherungsschutz bei Einbruch

So melden Sie Versicherungsschäden richtig

Verbraucher | Volle Kanne - Versicherungsschutz bei Einbruch

Wenn eingebrochen wird, zahlt die Hausratversicherung eine Entschädigung. Damit der Schadensfall reguliert wird, sollte man aber einiges beachten. Versicherungsexpertin Elke Weidenbach hat die Infos.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.03.2017, 14:00

Wenn eingebrochen wird, zahlt die Hausratversicherung eine Entschädigung – sofern man eine hat. Allerdings ist nicht immer klar, ob es sich um einen Einbruchsdiebstahl handelt. In diesem Fall muss der Versicherte erst einmal beweisen, dass er tatsächlich bestohlen wurde. Damit der Schadensfall reguliert wird, sollten Sie einiges beachten.

Die Schadenshöhe bei Einbrüchen nimmt weiter zu. Experten begründen diese Entwicklung mit der großen Anzahl elektronischer Geräte in Privathaushalten. Um wenigstens den finanziellen Wert der gestohlenen Gegenstände wiederzuerhalten, sollten einige Grundregeln beachtet werden.

Wenn Sie den Einbruch bemerken

Grundsätzlich muss nach einem Einbruch zuerst die Polizei alarmiert werden. Bis zum Eintreffen der Beamten darf nichts verändert oder angefasst werden, um keine möglichen Spuren zu verwischen. Wenn das nicht möglich ist, sollte zumindest das Schadensbild durch Fotos festgehalten werden. Melden Sie den Schaden auch sofort Ihrer Versicherung und folgen Sie deren Weisungen. Sind Geldkarten gestohlen worden, müssen Sie die Konten schnell sperren lassen.

Erstellen Sie im nächsten Schritt eine Diebstahlliste. Dieses Dokument ist sowohl für die Polizei als auch für den Versicherer sehr wichtig. Ein nachträgliches Ausfüllen der Liste führt in der Regel dazu, dass der Versicherer Sie für unglaubwürdig einstuft. Je nachdem wie groß der Schaden ist, kann man auch anwaltlichen Rat hinzuziehen, um Fehler zu vermeiden. Versicherungen achten im Schadensfall sehr genau darauf, dass alle Vereinbarungen eingehalten werden.

Belege aufbewahren

Damit die Hausratversicherung die gestohlenen Gegenstände auch zahlt, sollten Quittungen und Garantiebelege grundsätzlich aufbewahrt werden – und zwar getrennt von den Wertsachen. Zudem sollten schon vor einem möglichen Schadensfall Zimmer und Wertsachen wie Bilder und Schmuck fotografiert werden. Bargeld ist bis zu einer Höchstgrenze mitversichert. Diese Höchstgrenze liegt im Schnitt bei 1500 Euro.

Wer das Fenster offen lässt, die Balkontür kippt oder den Schlüssel unter der dem Fußabtreter versteckt, handelt grob fahrlässig. In diesem Fall zahlt die Versicherung nur einen Teil oder sogar gar nicht. Wichtig ist auch, dass die Wohnungstür nicht nur zugezogen, sondern abgeschlossen ist. Denn sonst kann die Versicherung auch hier ablehnen, für den Schaden aufzukommen.

Verantwortung in Mietwohnung

Der Vermieter hat dafür zu sorgen, dass alle Schlösser intakt sind. Rita Reichard mahnt: Kommt der Vermieter seiner Pflicht nicht nach, muss man selbst für ein intaktes Schloss sorgen. Die Hausratversicherung zahlt im Schadensfall nicht, wenn die Tür ohne Widerstand geöffnet werden kann. Allerdings kann man im Falle eines Einbruchs Schadenersatz vom Vermieter verlangen, wenn der Vermieter trotz Aufforderung das Schloss nicht repariert hat - und nur wenige Tage danach eingebrochen wird.

Wird der Einbrecher später von der Polizei geschnappt, kann der Verbraucher in der Regel wählen, ob er die gestohlenen Sachen oder das Geld der Versicherung haben möchte. Dieses Wahlrecht muss er allerdings innerhalb einer bestimmten Frist ausüben. Welche Frist gilt, ist in den Versicherungsbedingungen bestimmt.

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