Vertical Gardening

Eine Wand voller Pflanzen

Verbraucher | Volle Kanne - Vertical Gardening

Pflanzen in der Senkrechten: "Volle Kanne"-Experte Elmar Mai erklärt, wie Vertical Gardening funktioniert.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.02.2017, 10:04

Die meisten Zimmerpflanzen haben ihren Platz auf der Fensterbank. Warum nicht mal umdenken und die Grünpflanzen an einer Wand wachsen lassen – quasi wie ein lebender Vorhang?! „Volle Kanne“-Pflanzenexperte Elmar Mai erläutert die Vorteile des „Vertical Gardenings“.

Für das „Vertical Gardening“ eignen sich vor allem Hängepflanzen, weil sie mit ihren Blättern die gesamte Wand verdecken und wie ein Pflanzenvorhang wirken. Die Auswahl an Hängepflanzen ist groß, viele blühen auch, manche sogar recht spektakulär, bei anderen ist eher der Blattschmuck die Zierde. Ein Vorteil der an einer Wand hängenden Pflanzen ist, dass man viel Blattgrün auf sehr wenig Raum unterbringt. Man kann Pflanzenwände auch als Raumtrenner einsetzen und zum Beispiel mit einer eingearbeiteten Dämmplatte die Raumakustik verbessern.

„Hängepflanzen stammen zumeist aus den Tropen. Sie leben als Epiphyten auf Felsen oder auf Bäumen, wo eine hängende Lebensweise viele Vorteile bringt. Zum einen müssen die Pflanzen kein Stützgewebe aufbauen, was Kraft und Energie spart – bei einer Lebensweise auf Bäumen ist das leicht zu erklären, da dort oben Nährstoffe fehlen. Zum anderen sind die Pflanzen in luftiger Höhe flexibler gegenüber Wind und besser vor der sengenden Sonne geschützt. Beide Eigenschaften bringen eine gänzlich neue Verwendungsmöglichkeit in die Wohnung. Auch einige, speziell tropische, Kletterpflanzen können in Ermangelung an Stützen hängend kultiviert werden, zum Beispiel Efeu, der ist aber wiederum heimisch“, erläutert Elmar Mai.

Pflege "über Kopf"

Kletternde Leuchterblume
Außergewöhnlich, aber robust: Kletternde Leuchterblume (Ceropegia)

Aufgrund der Eigenschaften ist klar, dass der Düngerbedarf nicht sehr hoch ist – man sollte also eher spärlicher als zu üppig düngen. Da viele Hängepflanzen als Grünpflanzen eingesetzt werden, solle man auch einen Grünpflanzendünger verwenden, empfiehlt Elmar Mai. Wässern „über Kopf“ ist etwas schwierig, weil man in den Übertopf nicht hinein schauen kann. Daher ist es sinnvoll, sich heranzutasten, also anfangs den Topf abhängen und kontrollieren, bis man ein Gefühl für den Wasserbedarf seiner Pfleglinge entwickelt hat. Alle Hängepflanzen mögen es, gelegentlich komplett überbraust zu werden.

Elmar Mai stellt eine Variante vor, bei der Hydropflanzen in Spezialhalterungen an einem Brett an der Wand dicht an dicht eingesetzt werden und zentral über Tropfschläuche bewässert werden. Somit ist der Pflegeaufwand gering und Gießfehler sind praktisch ausgeschlossen. Sobald Pflanzen in Erde stehen, muss man aufpassen, dass sie weder übernässen noch vertrocknen. Auch müssen dann die Pflanzen je nach Gießsystem oft einzeln kontrolliert werden.

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