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Mangelnder Datenschutz bei Dating-Apps

Verbraucher | Volle Kanne - Mangelnder Datenschutz bei Dating-Apps

Dating-Apps kennen die Sehnsüchte und Geheimnisse ihrer Nutzer. Doch nur fünf der 44 von Stiftung Warentest geprüften Apps, schützen Daten akzeptabel. Die meisten verraten zu viel. Simone Vintz von Stiftung Warentest im Gespräch.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.03.2019, 09:05

Vielen Nutzern von Dating-Apps ist nicht bewusst: Auch andere Firmen haben Zugriff auf ihre Daten. Gespeichert werden technische Daten (zum Beispiel die Geräte-ID), Mobilfunkanbieter, Standort- sowie persönliche Daten (zum Beispiel Fotos, Chats und die sexuelle Orientierung).

Stiftung Warentest hat 44 Dating-Apps genauer unter die Lupe genommen. Lediglich fünf Apps sind nach Datenschutzrichtlinien akzeptabel. Darunter nur eine App für iOS-Gerätemit dem Namen Bildkontakte. Gleiches gilt für die Android-Version der App, sowie für die Apps eDarling, Lovescout24 und Neu.de. Einige der bekanntesten Apps, wie zum Beispiel Tinder, weisen erhebliche Mängel auf. Überprüft wurden das Datensendeverhalten sowie die Datenschutzerkärung der Apps.

Weitergabe von Daten an „Dritte“

Tinder-App
Dating-Apps: persönliche Daten werden an andere Firmen weitergeleitet. Quelle: Imago/Phototek

„Allgemein gilt: Nutzer sollten sparsam mit ihren persönlichen Daten umgehen, weil sie öffentlich zugänglich sind. Viele Anbieter geben Infos an Dritte weiter“, so Stiftung Warentest. „Dritte“, an die Daten weitergeleitet werden, sind vor allem große Werbefirmen. Sie erstellen Nutzerprofile und vermarkten damit personalisierte Werbung. Ebenso zu den „Dritten“ gehört Facebook. Der Log-In über Drittanbieter wie Facebook, Google+ und Co. sollte daher auch vermieden werden.

Vor den Problemen des Datenabgriffs warnt außerdem Amnesty International. Die Organisation berichtet, dass etwa ägyptische Behörden Dating-Apps nutzen, um Homosexuelle ausfindig zu machen und sie festzunehmen. Auch Touristen können laut Auswärtigem Amt davon Betroffen sein. In schwulenfeindlichen Ländern können Dating-Apps somit zum Verhängnis werden.

In-App-Käufe

Eine weitere Verbraucherfalle sind die sogenannten In-App-Käufe, etwa um Plus-Accounts mit Zusatzfunktionen freizuschalten oder um ohne Beschränkungen „Likes“ zu vergeben. Dabei können bis zu 100 Euro fällig werden, die der Nutzer bezahlen muss. Hier empfiehlt Simone Vintz von Stiftung Warentest: „Bevor die App heruntergeladen wird, auf der Website die Kosten checken und die Datenschutzerklärung lesen.“

Löschen von Daten

Die Daten werden bei Nicht-Nutzung der App nicht automatisch gelöscht. Jedoch besagt die neue europäische Datenschutzverordnung, dass der Anbieter alle Daten auf Anfrage löschen muss. „Wir empfehlen, den Anbieter per Einschreiben mit der Bitte um eine Löschbestätigung anzuschreiben. Der Anbieter muss die Daten dann löschen. Sollten noch Teile des Profils oder der Daten auftauchen, kanMan man sich an die Datenschutzbehörde des Landes wenden“, so Simone Vintz von Stiftung Warentest.

Fazit

Simone Vintz von Stiftung Warentest sagt: „Wir wollen die Nutzung der Apps nicht verteufeln, doch wer sie nutzt, sollte die Datenschutzerklärung genau lesen und nach dem ersten Kontakt so schnell wie möglich auf eine andere Kommunikationsform wechseln. Zum Beispiel miteinander telefonieren oder sich persönlich Treffen.

Mit Material von ZDF und Stiftung Warentest

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