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Finanzielle Unterstützung bei der Pflege

Verbraucher | Volle Kanne - Finanzielle Unterstützung bei der Pflege

Seit 2015 haben Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen, den Anspruch auf eine Job-Auszeit. Um den befristeten Ausstieg zu erleichtern, stellt der Staat ein zinsloses Darlehen zur Verfügung. Verena Querling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im …

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.03.2019, 09:05

Das Darlehen soll den Verlust des Gehalts, zu einem gewissen Teil, abfedern. Nach dem Ende der Pflege müssen die Empfänger das Darlehen wieder zurückzahlen. Eine Zwischenbilanz zeigte jedoch, dass nur wenige Betroffene dieses Angebot überhaupt in Anspruch nehmen. Ein Grund für den geringen Abruf des Darlehens ist für viele die Sorge, dass man das Geld nicht zurückzahlen kann. Obwohl das Bundesministerium jährlich rund acht Mio. Euro für die finanzielle Hilfe zur Verfügung stellt, wurden beispielweise 2017 nur circa 760.000 Euro abgerufen.

Anspruchsvoraussetzungen

Den Anspruch auf das Darlehen haben pflegende Angehörige aller Berufsgruppen, die in einem Betrieb oder einem Unternehmen ab 26 Angestellte arbeiten. Während der Pflegezeit muss weiterhin 15 Wochenstunden gearbeitet werden. Das Darlehen muss acht Wochen vor der Inanspruchnahme beantragt werden. In dem Antrag muss der Pflegezeitraum angegeben werden.

Höhe des Darlehens

Figur in Rollstuhl
Quelle: Imago/Imagebroker

Durch die Reduzierung der Wochenstunden entsteht eine Differenz zum vorherigen Lohn. Der fehlende Betrag wird zur Hälfte durch das zinslose Darlehen ersetzt.
Beispiel: Der pflegende Angehörige erhält monatlich für 30 Arbeitsstunden 3000 Euro (Netto). Während der Pflegezeit wird nur noch 15 Stunden gearbeitet – die Person erhält somit noch 1500 Euro vom Arbeitgeber. Durch das Darlehen erhält man nun weitere 750 Euro – die Hälfte des aussetzenden Lohns.

Der Kredit muss gleich nach der Zeit, in der er in Anspruch genommen wurde, zurückgezahlt werden. Wird der Kredit etwa die vollen zwei Jahre in Anspruch genommen, bleiben anschließend nur zwei Jahre Zeit, die Schulden zu tilgen. Wenn der Pflegebedürftige nach diesem Zeitraum weiterhin Hilfe benötigt, müssen die Angehörigen die Arbeit auf eigene Kosten reduzieren oder Helfer bezahlen. Nur in Härtefällen, wenn der Pflegende beispielweise selbst erkrankt, kann die Rückzahlung des Kredits erlassen werden.

Weitere Hilfsangebote

Weitere Informationen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für berufstätige pflegende Angehörige und zur Pflege im Allgemeinen, sowie vom BMFSFJ, inklusive Dralehens-Rechner.

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