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Ein grüner Daumen macht glücklich

Gärtnern als Therapie

Verbraucher | Volle Kanne - Ein grüner Daumen macht glücklich

In der freien Natur sein, Pflanzen pflegen und hegen, das tut gut. Diesen Ansatz hat auch die Gartentherapie. Sie ist eine Unterform der Arbeitstherapie, die Patienten behutsam in den Alltag zurückführen soll.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.04.2019, 09:05

Ähnlich wie die Tiergestützte Therapie, bei der der Umgang mit den Tieren die Therapie an sich darstellt, wird bei der Gartentherapie der Garten und die Landwirtschaft genutzt. Gärtnern als Therapie besteht unter anderem aus Bausteinen der Verhaltens-, Sozial-, und Physiotherapie. Den Patienten werden nach und nach unterschiedliche Aufgabengebiete zugeteilt: vom Umtopfen, über das Vermehren von Blattstecklingen oder das Anlegen von Beeten.

Dabei ist die Idee der Gartentherapie nicht neu. Bereits in der Antike repräsentiert der Garten ein von Menschen geformtes Kulturland. Heutzutage belegen Studien die Erfolge: Eine Untersuchung des niederländischen Gesundheitsrats hat beispielsweise gezeigt, dass Patienten, die einer gärtnerischen Tätigkeiten nachgehen, eine gesteigerte Bereitschaft zur Produktivität haben. Das Feld der Gartentherapie in Deutschland ist aber noch vergleichsweise jung, wohingegen in Amerika, Kanada oder Holland Gärtnern als Therapie entsprechend häufiger zum Einsatz kommt.

Gartenutensilien

Ziele

Die Gartentherapie verfolgt den Ansatz, dass der Mensch sich wieder der Natur annähern muss. Gerade Drogenabhängigen fehlt häufig der Bezug zur Natur, sie werden als „denaturiert“ bezeichnet. Die Gartentherapie soll sie wieder in natürliche Kreisläufe zurückführen. Das geschieht zum Beispiel bei der Pflanzenpflege, bei der die Patienten praktisch unmittelbar eine „Rückmeldung“ bekommen. Denn die Pflanzen zeigen, wann es ihnen gut geht und ob sie gebraucht werden.

Ein wichtiges Ziel der Gartentherapie ist das Erlernen von Verantwortungsübernahme. Daneben wird auch daran gearbeitet, die eigene Leistungsfähigkeit auszubauen oder sogar neu zu erleben und insgesamt das Selbstbild der Patienten zu stärken.

Gartentherapeuten

Begleitet werden die Patienten bei ihrer Arbeit von Gartentherapeuten. Sie machen keine klassische Gesprächstherapie, sondern versuchen über das Gärtnern einen Zugang zu den Patienten zu bekommen. Erst im zweiten Schritt kann ein persönliches Gespräch gelingen.

Um als Therapeut in der Gartentherapie arbeiten zu können, erfolgt eine Ausbildung in zwei Schritten. Zunächst absolviert man eine Ausbildung als Ergotherapeut. Im nächsten Schritt folgt dann die Weiterbildung zum Gartentherapeuten. Zur Übersicht führt die Internationale Gesellschaft Gartentherapie eine Liste der offiziell registrierten Gartentherapeuten in Deutschland.

Einsatzgebiete

Junge Frau beim Gärtnern
Bei der Gartentherapie spürt der Patient natürliche Kreisläufe, auch das Selbstbild wird gestärkt. Quelle: imago / Westend61 / 79241349

Die Gartentherapie hat unterschiedliche Einsatzgebiete. Sie kann unter anderem im Rahmen einer Drogentherapie genutzt werden. Beliebt ist sie auch im geriatrischen Bereich, also bei der Altenpflege. Immer häufiger werden mittlerweile Altenpflegezentren mit Therapiegärten gebaut, in denen zum Beispiel mit dementen Patienten gearbeitet wird. Denn eine Studie hat gezeigt, dass die Gartentherapie gerade im Bereich der Demenz einen positiven Einfluss auf das adaptive Verhalten der Patienten hat.

Weiterhin wird Gärtnern als Therapie auch in der Neurologie, in der Pädiatrie und in Kinder- und Jugendpsychiatrien eingesetzt. Kleine Erfolge können aber auch schon Grünpflanzen in Räumen, wie zum Beispiel Büros oder Krankenzimmern, bringen. Denn schon ihre bloße Anwesenheit kann neben der besseren Luftqualität die Stressreduktion erhöhen.

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