Heilende Maßnahme bei Knieschäden

Transplantation körpereigener Knorpelzellen möglich

Verbraucher | Volle Kanne - Heilende Maßnahme bei Knieschäden

Knorpelschäden können für Betroffene sehr belastend sein – denn sie führen früher oder später zu Arthrose und sehr starken Knieschmerzen. Knorpeldefekte heilen nicht von selbst aus. Eine Knorpeltransplantation kann helfen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.03.2019, 08:05

Knorpel ist ein elastisches Gewebe, das die Knochenenden überdeckt. Als eine Art Gleitschicht und Stoßdämpfer verhindern sie, dass die Knochen aneinanderreiben oder fest aufeinanderprallen. Ist die Knorpelschicht beschädigt, fallen diese wichtigen Funktionen weg – was zu starken Schmerzen führen kann. Da die Knorpel aber keine Nerven durchziehen, spürt man diese Schmerzen meistens nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Zeit oder nur bei starken Belastungen. Schäden können verursacht werden durch Sportverletzungen, Unfälle und Traumata, ebenso durch langjährige Abnutzung. Dies kann einerseits am fortgeschrittenen Alter oder aber an nicht korrigierten Fußfehlstellungen liegen.

Die Knorpelzellentransplantation

Ist die Knorpelschicht beschädigt, kann sie sich nicht selbst regenerieren, wie zum Beispiel unsere Haut. Da setzt die Methode der Knorpelzellentransplantation an.

Das Prinzip: Dem Patienten werden Knorpelzellen entnommen, im Labor vermehrt und dann wieder eingesetzt. Diese Zellen bauen dann im Körper wieder eine neue Knorpelschicht auf.

Voraussetzungen

Ganz entscheidend ist, dass der Schaden am Knorpel nicht zu groß ist. Dies ist oft bei Arthrose-Patienten der Fall, weshalb die Transplantationsmethode dann nicht möglich ist. Der Defekt sollte nicht größer als etwa zehn Quadratzentimeter sein.

Ebenso sind ein stabiles Gelenk sowie ausreichend gesunder Knorpelbestand die wichtigsten Voraussetzungen für die Transplantation. Daher eignet sich die Methode grundsätzlich eher für jüngere, fitte und sportliche Patienten zwischen 15 und 55 Jahren.

Entnahme

Die Entnahme ist ein ambulanter, minimalinvasiver Eingriff, der in der Regel nicht länger als 30 Minuten dauert. Dabei entnehmen die Ärzte eine kleine Probe Knorpelgewebe aus einem gesunden, wenig belasteten Bereich des Kniegelenks, die dann durch spezielle Züchtung im Labor vermehrt wird.

Reimplantation

Zuerst muss der defekte Knorpel entfernt werden. Dann setzen die Ärzte das Vlies mit den Zellen in die Stelle des Knorpelschadens ein. Die Zellen vermehren sich und wachsen dann allmählich mit der Matrix zusammen als neues Knorpelgewebe in den Defekt ein. Es bildet sich also eine neue Knorpelschicht.

Dieser zweite Eingriff dauert 45 bis 60 Minuten. Die neu gebildete Knorpelschicht erreicht nicht ganz die Qualität der ursprünglichen, aber in über 85 Prozent der Fälle erlangen die Patienten wieder eine volle Sportfähigkeit. Das heißt, sie können auch wieder belastende Sportarten wie Fußball, Skifahren oder Joggen machen.

Lange Rehaphase

Damit sich in Ruhe eine neue Knorpelschicht aufbauen kann, sollte man die Stelle erst mal nicht belasten, das heißt, rund sechs Wochen lang eine Gehhilfe zur Fortbewegung verwenden. Dennoch kann man bereits nach einer Woche mit leichter Krankengymnastik beginnen. Und nach und nach wieder die Muskulatur trainieren.

Nach rund drei Monaten kann man mit schonenderen Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren anfangen. Richtig ausgeheilt ist das Knie erst nach neun bis zwölf Monaten. Erst dann sollte man wieder belastende Sportarten wie Fußball oder Skifahren angehen. Es dauert also seine Zeit, bis das Knie wieder komplett belastbar ist.

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