Kübelpflanzen: Fit für den Frühling

Verbraucher | Volle Kanne - Kübelpflanzen: Fit für den Frühling

Wer seine Kübelpflanzen noch nicht wieder an die frische Luft geholt hat, sollte so langsam daran denken. Pflanzenexperte Elmar Mai verrät, wie Sie Strauchmargeriten, Oleander und Co. am besten fit für das Frühjahr machen.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.04.2019, 09:05

Im Winter mögen sie es eher kühl, jetzt sollte man Kübelpflanzen wieder an die Außenbedingungen gewöhnen - allerdings ganz behutsam, denn Licht und Temperatur sind draußen wesentlich schwankender als drinnen.

Stellen Sie Kübelpflanzen nie sofort in die Sonne. „Das gibt zwangsläufig einen Sonnenbrand“, weiß Pflanzenexperte Elmar Mai. Wählen Sie zunächst einen schattigen Platz und lassen Sie im Verlauf von zwei Wochen immer mehr Sonne zu. Am besten beginnen Sie mit dem „Aussetzen“ an einem bedeckten Tag. Wird es zu sonnig oder drohen Nachtfröste, holen Sie die Pflanzen lieber vorsorglich wieder nach drinnen.

Kübelpflanzen richtig einpflanzen

Der einzige Platz, den Kübelpflanzen zum Leben haben, ist das Topfvolumen. Damit die Pflanzen optimal gedeihen, sollte man den Topf nicht zu klein wählen: Die meisten Pflanzen hören ansonsten auf zu wachsen. „Das Kopf-Fuß-Verhältnis muss stimmen“, bringt Elmar Mai die Formel auf den Punkt und erläutert: „Pflanzen brauchen etwa ebenso viel Wurzelraum wie die Krone groß ist.“

Beim Ausräumen sollte man die Pflanzen am besten gleich auch umtopfen. Dabei die alte Erde soweit es geht vorsichtig entfernen und den Topf immer eine Nummer größer wählen. Die alte Erde am Wurzelballen außen abkratzen, ohne zu viele Wurzeln zu zerstören und dann in neue, hochwertige Erde setzen. Etwas Langzeitdünger beimischen, aber nie die maximale Dosis. Das Abflussloch immer mit einer Drainageschicht abdecken. Nach dem Umtopfen sofort durchdringend angießen, damit sich die alte mit der neuen Erde verbinden kann. Ansonsten kann ein Luftspalt entstehen, in dem Wurzeln vertrocknen und der die Pflanze im Wachstum behindert.

Welche Erde ist die richtige?

Kübelpflanzen kommen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde. Dort sind nicht nur Klima, sondern oft auch die Böden anders beschaffen. Dem muss man in gewissen Grenzen gerecht werden: Zitruspflanzen benötigen einen sauren, die meisten anderen Arten einen neutralen Boden.

Mediterrane Pflanzen dagegen brauchen eher ein alkalisches Substrat, dem man Kalksplitt beimengen sollte. Alternativ gibt es auch Geranienerde, die etwas aufgekalkt ist. Bei der falschen Erde kommt es zu Wurzelproblemen mit Stoffwechselstörungen.

Welche Kübel?

Schlanke und hohe Kübel sehen zwar schön aus und sind für Tiefwurzler auch ideal, aber sie fallen bei Wind leicht um. Für problemlose Kultur sollte man also besser breite Gefäße wählen, speziell für großkronige Pflanzen.

Terrakotta-Gefäße sind besonders standfest und atmungsaktiv – leider aber auch sehr schwer. Nicht geeignet sind Gefäße aus Metall: Sie geben ungeschützt schädliche Metallionen ab. Wer sie dennoch verwenden möchte, sollte zumindest mit Einlegefolien arbeiten.

Geflochtene Behälter

Geflochtene Gefäße müssen mit einem Innengefäß oder Folie ausgestattet sein. Für den Innenbereich eignen sich Gefäße aus den Fasern der Wasserhyazinthe, Rattan oder Weide. Für den Außenbereich sind diese Materialien allerdings nicht zu empfehlen, da sie bei Regen verrotten.

Für Garten oder Terrasse eignen sich Gefäße in Flechtoptik, die speziell dafür konzipiert und wasserdicht sind. Hier ist bei einem dichten Gefäß nur die Außenfläche optisch gestaltet. Es handelt sich also um ganz normale Pflanzkübel ohne Einschränkungen. Nur ein Wasserabzug muss vorhanden sein. Sogenannte Hydrogefäße ohne Abzugsloch sind für Kübelpflanzen nur bedingt nutzbar.

Kübelpflanzen aufpäppeln

Wer die Pflanzen erst aufpäppeln muss, sollte zunächst die Erde oberflächlich gut lockern und mit Langzeitdünger versorgen, bevor die Pflanzen umgetopft werden. Anschließend sollte man alles gut wässern – gegebenenfalls sogar mehrmals, damit die Erde gut durchfeuchtet wird. Im Winterquartier bilden sich oft in der Erde Trockennester, die ein Wachstum verhindern.   

Für Kübelpflanzen gibt es zwei verschiedene Düngervarianten – für Grünpflanzen oder Blütenpflanzen. Palmen beispielsweise sollten eher mit Grünpflanzendünger versorgt werden, Oleander und Zitruspflanzen eher mit Blühpflanzendünger – oder mit Beerendünger, falls man Früchte ernten will. Beerendünger kommt allerdings erst später im Sommer zur Anwendung. „Organischer Langzeitdünger ist das Mittel der Wahl, denn er wird immer dann am meisten freigesetzt, wenn es warm und feucht ist, wenn also auch die Pflanzen wachsen wollen“, empfiehlt Elmar Mai.

Pflanzen zurückschneiden

Beim Aus- und Einräumen ist auch die beste Zeit zum Zurückschneiden. Grundsätzlich kann man Kübelpflanzen aber eigentlich jederzeit mit der Schere bändigen. Alte Blütenbestände von Oleander sollte man allerdings nicht abschneiden. Sie blühen wieder: eine absolute Ausnahme bei Blühpflanzen. Engelstrompeten sollte man nicht unterhalb von Verzweigungen einkürzen, denn dann entfernt man die Blühzone und es dauert sehr lange, bis sie wieder blühen.

Beim Ausräumen kann man die Pflanzen zudem wieder in Form bringen. Pflanzen erzeugen unter Lichtmangel oft unnatürlich lange und blasse Triebe, sogenannte Geiltriebe, die unbedingt entfernt werden müssen, weil sie keine Stabilität besitzen. Ansonsten sollte man eher behutsam vorgehen und Pflanzen nur stark zurückschneiden, wenn sie überhandnehmen. Beim Auslichten ist es immer besser, komplette Triebe zu entfernen, als wahllos Spitzen einzukürzen. Sind keine kompletten Triebe verfügbar, muss man „ableiten“, das heißt eine Verzweigung suchen, wo ein Trieb weiterwachsen soll, der störende Ast wird dann direkt darüber abgeschnitten.

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