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Neurodermitis - Neue Medikamente für schwere Fälle

Verbraucher | Volle Kanne - Neurodermitis - Neue Medikamente für schwere Fälle

Es gibt neue Hoffnung für Menschen, die besonders stark von Neurodermitis betroffen sind. Drei neue Medikamente verbessern die Symptome.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.04.2019, 09:05

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, deren Veranlagung erblich ist. Schon Babys leiden häufig darunter. Die Krankheit wird durch eine überschießende Immunantwort ausgelöst. Sie tritt schubweise auf, geht einher mit starkem Juckreiz und sehr trockener Haut. Häufig betroffene Hautstellen sind Kopfhaut, Gesicht, Hände, Armbeugen und Kniekehlen, sowie die Haut hinter den Ohren. Häufig endet die Neurodermitis mit der Pubertät, manche Menschen haben aber ihr Leben lang damit zu kämpfen.

Die meisten Betroffenen haben nur eine leichte Form der Neurodermitis und können gut therapiert werden mit einer Kombination aus wirkstofffreien, rückfettenden Salben und entzündungshemmenden Cremes, sowie einer speziellen Ernährung. Bei den Patienten, die von einer mittelschweren oder schweren Form betroffen sind, reicht das nicht aus. Sie haben durch den sehr starken Juckreiz, die trockene Haut und das ständige Meiden von auslösenden Faktoren eine drastisch eingeschränkte Lebensqualität.

Für Menschen mit mittelschwerer und schwerer Neurodermitis gibt es neue Mittel

Es gibt zwar bereits seit längerer Zeit die Möglichkeit, auch schwer betroffene Menschen zu therapieren, aber die Medikamente, die eingesetzt werden, haben starke Nebenwirkungen. Die „alten“ Immunsuppressiva wie Cyclosporin oder Methotrexat schwächen das gesamte Immunsystem. Das bedeutet, dass auch die Abwehr von Viren und Bakterien beeinträchtigt ist.

Nun gibt es neue Mittel, die sehr effektiv die Störung des Immunsystems korrigieren und nur alle ein bis vier Wochen verabreicht werden. Diese neuen Medikamente, sogenannte Biologika, können viele Nebenwirkungen der älteren Neurodermitis-Medikamente vermeiden. Es wird nur der Teil des Immunsystems abgeschwächt, der bei der Neurodermitis überaktiv ist.

Aktuelle klinische Studien:

Dupilumab (ein Anti-IL4/IL13-Rezeptor-Antkörper)

Tralokinumab (ein Anti-IL13 Antikörper)

Nemolizumab (CIM331, ein Anti-IL31-Rezeptor Antikörper)

Frau kratzt sich am Arm
Juckreiz ist eines der Symptome von Neurodermitis.
Quelle: Imago / Paul von Strohheim

Das Mittel Dupilumab ist mittlerweile zugelassen und rezeptpflichtig in Apotheken zu bekommen. Das Medikament lindert objektive und subjektive Symptome und wirkt näher an der Ursache als Kortison und andere Medikamente. Einige Monate nach dem Absetzen ist die direkte Wirkung allerdings vorbei. Aber: Das menschliche Immunsystem ist verformbar, und es ist möglich, dass es nach einiger Zeit unter Dupilumab nicht mehr so zur allergischen „Neurodermitis-Immunantwort“ neigt wie vorher.

Dupilumab lindert stärker und schneller die Hauterscheinungen, das Nemolizumab stärker und schneller das Hauptsymptom Juckreiz.

Alle Medikamente werden subkutan verabreicht, also in das Gewebe unter der Haut gespritzt. Die Medikamente sind (noch) eine sehr teure Therapie, die nur bei mittelschwerer und schwerer Neurodermitis verschrieben wird. Dann zahlen die Kassen, egal ob privat oder gesetzlich. Experten gehen davon aus, dass eine Behandlung mit Dupilumab sich auf 25000€ pro Patient im Jahr beläuft.

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