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Weisheitszähne - ziehen oder nicht?

Röntgenbild Kiefer mit Weisheitszähnen

Verbraucher | Volle Kanne - Weisheitszähne - ziehen oder nicht?

Während Weisheitszähne früher meist standardmäßig entfernt wurden, wägen Zahnärzte heute das Für und Wider eines Eingriffs gründlich ab.

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Vor 25 Jahren traf es jeden, der regelmäßig zum Zahnarzt ging: Die Weisheitszähne mussten raus. Egal, ob sie genug Platz im Kiefer hatten oder nicht. Heute geht die Zahnmedizin nicht mehr so pauschal an das Thema heran. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Kein Gebiss ist wie das andere, bei jedem lohnt es sich, genau hinzuschauen.

Dass der Mensch überhaupt Weisheitszähne hat, ist der Evolution geschuldet. Unsere Vorfahren in der Steinzeit hatten wie wir 32 Zähne, aber viel größere Kiefer. Platzmangel herrschte dort nicht. Im Lauf der Jahrtausende änderte der Mensch aber seine Essgewohnheiten. Evolutionär wurden die Kiefer kleiner. Die Anzahl der Zähne blieb aber gleich.

Die Letzten beißen die Hunde…

Die Weisheitszähne sind in der Regel die letzten Zähne, die zum Vorschein kommen. Und wie das zum Beispiel in der vollen U-Bahn ist – drängt noch jemand herein, gibt es Probleme. Die anderen Zähne werden vielleicht zusammengeschoben oder – je nachdem, wie die Weisheitszähne im Kiefer liegen – können auch ihre Wurzeln beschädigt werden.

Erkennen Zahnärzte diese oder andere Probleme auf Röntgenbildern, werden sie immer zu einer Entfernung der Weisheitszähne raten. Sind die Zähne noch nicht voll ausgebildet, die Probleme erscheinen aber absehbar, bietet sich eine Entfernung an. Überhaupt werden bei 16- bis 18-Jährigen die meisten Weisheitszahn-Entfernungen durchgeführt. Bei Weisheitszähnen, die nicht rechtzeitig entfernt werden, besteht die Gefahr der Zystenbildung im Kiefer- und Rachenraum.

Willkommenes Ersatzteillager

Weisheitszähne sind nichts anderes als Backenzähne – und genauso aufgebaut wie ihre Nachbarn. Die Zahnmedizin kennt mittlerweile Methoden, das auszunutzen. Ist ein Backenzahn geschädigt, kann ein Weisheitszahn beispielsweise mithilfe einer Spange oder einer sogenannten „Anschlingung“, also einer Art Abschleppseil, so verschoben werden, dass er den ausgefallenen Zahn ersetzt. Das nimmt zwar einige Zeit in Anspruch, macht aber einen operativen Eingriff mit all seinen oben aufgeführten Risiken überflüssig.

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