Wenn ein Kind stirbt

Hilfe bieten Kinderhospize

Verbraucher | Volle Kanne - Wenn ein Kind stirbt

Jährlich sterben etwa 5000 Kinder und Jugendliche an lebensbegrenzenden Erkrankungen. Mitunter schwere Krisen bestimmen den Alltag für die betroffenen Familien. Kinderhospize bieten über viele Jahre bis zum Tod und darüber hinaus ihre Unterstützung an.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2019, 09:05

In Deutschland leben etwa 40.000 Kinder und Jugendliche mit lebensbegrenzenden Erkrankungen. Jährlich sterben etwa 5000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an einer solchen Erkrankung. Für betroffene Familien heißt das im Alltag neben vielen Krankenhausaufenthalten und Arztbesuchen, mitunter schwere Krisen. Die Kinderhospizarbeit ist ein unterstützendes Angebot für solche Familien.

Hier finden sie fachgerechte Betreuung und Beratung vom Zeitpunkt der Diagnose an oft über viele Jahre bis zum Tod und darüber hinaus. Diese Unterstützung kann ambulant, also im eigenen Zuhause erfolgen, aber auch stationär. Sie wird von den Krankenkassen finanziert und kann ihn Anspruch genommen werden, wenn die Erkrankung des Kindes unheilbar ist und progredient verläuft, sich also ständig verschlimmert und die Betroffenen das Erwachsenenalter nicht erreichen lässt.

Arbeit mit den Familien kann Jahre dauern

Im Unterschied zum Hospiz für Erwachsene kommen Familien mit lebensbegrenzend erkrankten Kindern und Jugendlichen nicht am Lebensende ins Hospiz, sondern zur Alltagsentlastung. Oft weiß niemand, wann das Kind sterben wird: in einem Monat, in einer Woche, in einem Jahr oder in fünf Jahren? Dadurch kann sich immer wieder auch durch akut auftretende Krisen die Notwendigkeit zu einem Aufenthalt in einem Kinderhospiz ergeben.

Es geht darum, die verbleibende Zeit für alle Familienmitglieder, also auch Eltern und Geschwisterkinder oder andere nahe Angehörige, so schön und lebenswert wie möglich zu gestalten. Stationäre Kinderhospize bieten professionelle Pflege, palliativmedizinische Versorgung, psychosoziale und seelsorgerische Begleitung, ebenso wie pädagogische Arbeit mit dem Kind und seinen Geschwistern. Auch die Betreuung verwaister Eltern und Geschwister ist gewährleistet. Es gibt spezielle Abschiedsräume und die Möglichkeit, das verstorbene Kind aufzubahren und sich in Ruhe zu verabschieden.

Den Tod enttabuisieren

Das Sterben von Kindern ist nach wie vor ein Thema mit Berührungsängsten. Eltern fühlen sich plötzlich isoliert vom sozialen Umfeld, sie spüren wie schwer es anderen fällt, mit ihnen über ihr Leben und die Ereignisse zu sprechen. Im Kinderhospiz treffen sie auf Menschen, die in derselben Lage sind. Mit ihnen können sie sich austauschen, das erleichtert oft. Auch die erkrankten Kinder selbst und ihr Geschwister werden im Kinderhospiz aufgefangen. Denn Kinder haben feine Antennen, sie nehmen wahr, wenn etwas verheimlicht oder nicht ausgesprochen wird.

Altersgerechte Gespräche über Krankenhausaufenthalte und Operationen gehören genauso zu den Aktivitäten wie Gruppenangebote mit Gleichaltrigen, unter anderem mit erlebnis-pädagogischen und kunsttherapeutischen Elementen. Im geschützten Rahmen können die Kinder Fragen stellen, ihre Sorgen aussprechen, sich aber auch ihrer Stärken bewusst werden. Im Umgang mit anderen in der Gruppe erleben die Kinder, dass sie nicht die Einzigen sind, die eine solche Erfahrung machen. Das ist ein wichtiger Aspekt, denn im Alltag unter Freunden oder in der Schule finden sie oft schwer jemanden, der ihre spezielle Situation zu Hause nachfühlen kann.

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