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Wenn das Herz nicht mehr schlägt

Cardioneuroablation bei Rhythmusstörung

In Stresssituationen kollabiert Martins Körper lebensbedrohlich, und das seit 10 Jahren immer wieder. Die Neurokardioablation ist eine neuartige OP-Methode, die zum ersten Mal in Deutschland an dem 16-Jährigen durchgeführt wurde. Sie soll Martin helfen.

4 min
4 min
27.11.2020
27.11.2020
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.11.2021

Erstmals durchgeführt wurde die Cardioneuroablation Anfang der 2000er Jahre von dem Brasilianer José Carlos Pachon.
Der Eingriff wird selten praktiziert, da er nur bei Patienten mit einer langsamen Herzrhythmusstörung in Frage kommt und nicht bei den viel häufigeren, schnellen Rhythmusstörungen.

Konkret leiden die Betroffenen unter einer sogenannten „cardioinhibitorischen Synkope“. Durch den Abfall der Herzfrequenz verlieren sie ihr Bewusstsein. Der Grund dafür ist eine Überreaktion des Parasympathikus-Nervs am Herzen. Normalerweise sorgt der Nerv dafür, dass zum Beispiel nach dem Sport die Herzschläge verlangsamt werden, sobald der Körper in Ruhephase ist. Bei den Betroffenen wird der Nerv in bestimmten Situationen so stark gereizt, dass das Herz kaum noch oder gar nicht mehr schlägt.
Anders als bei der normalen Ablation setzt die Cardioneuroablation daher am Parasympathikus an, wo mithilfe von Radiofrequenzenergie einzelne Nervenfasern unter ständiger Kontrolle verödet werden.

Auslöser und Diagnose

Wodurch die Überreaktion ausgelöst wird, ist individuell. Häufige Auslöser sind Schmerz oder Ekel. Durch die Auslöser-Situationen verlangsamt sich der Herzschlag der Betroffenen drastisch, manchmal sogar bis zum Herzstillstand.

Die cardioinhibitorische Synkope ist von häufigeren, schnellen Herzrhythmusstörungen zu unterscheiden. Die Diagnose gestaltet sich oftmals schwierig, da die Anfälle unerwartet auftreten. Erst ein Langzeit-EKG kann Aufschluss über die Ursache der Ohnmacht, nämlich den Herzstillstand, geben.

OP-Methode

Normalerweise bekommen Patienten mit Herzrhythmusstörungen einen Schrittmacher. Werden sie mit einer cardioinhibitorischen Synkope diagnostiziert, kommt für sie als Eingriff auch die
Cardioneuroablation in Frage. Dabei gleicht der Ablauf zunächst dem einer normalen Ablation: Über eine Leisten-Vene gelangt der Arzt mithilfe eines Katheters bis zum Herz des Patienten. Dieser wird durch die Hohlvene in den rechten und dann mittels Punktion in den linken Vorhof eingeführt. Mit Hilfe von Radiofrequenzenergie werden krankhafte Leitungsbahnen oder Erregungsherde dann bei etwa 40° verödet.

Normalerweise findet der Eingriff am Herzmuskel statt. Im Fall der Cardioneuroablation werden parasympathische Nervenfasern gekappt, die sich hinter dem rechten und linken Vorhof befinden. Nach jeder Verödung wird mit einem künstlichen Reiz geprüft, dass das Herz nicht mehr stehen bleibt.

Vor- und Nachteile

Der Eingriff gilt als sehr sicher, da sich der behandelnde Arzt bereits auf „bekanntem Terrain“ bewegt: Obwohl die Methode selten ist, gleicht der Ablauf der Cardioneuroablation, bis auf den Eingriffsort, dem der normalen Ablation. Im Gegensatz zu Patienten mit Herzschrittmachern leben die Betroffenen nach dem Eingriff ohne Einschränkungen und können z.B. weiter wie gewohnt intensiv Sport treiben. Aufwändige Nachkontrollen sind nicht notwendig.

Größter Nachteil der OP-Methode ist, dass es bislang keine Langzeitstudien zu möglichen Folgen gibt, da der Eingriff nur selten angewendet wird.

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