Ketogene Ernährung

Fasten bei Epilepsie

Verbraucher | Volle Kanne - Ketogene Ernährung

Die ketogene Diät wird immer öfter als alternative Therapieform eingesetzt, um epileptische Anfälle zu reduzieren. Die Tatsache, dass Fasten eine positive Wirkung auf Epileptiker hat, ist längst bekannt.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.03.2019, 09:05

Viele Hollywood-Stars und Leistungssportler schwören auf die ketogene Diät, sei es um rasch Gewicht zu verlieren, die Leistung zu steigern oder Muskeln aufzubauen. Denn bei der ketogenen Ernährung werden Zucker und Kohlenhydrate durch Fette im Speiseplan ersetzt. Genauer gesagt wird die zugeführte Menge an Kohlenhydraten stark reduziert. Von normalerweise 250 Gramm pro Tag auf zehn bis 20 Gramm. Ziel ist es dabei, den Körper in eine Art Fastenzustand, die sogenannte Ketose zu bringen.

Was passiert im Körper?

Der Körper verfügt über drei Energielieferanten: Die Glucose, die aus Zucker und Kohlenhydraten gewonnen wird, Fette und Proteine. Der wichtigste Energielieferant für die Zellen und das Gehirn ist die Glucose. Und genau die wird bei der ketogenen Diät dem Körper nicht mehr in ausreichender Menge zugeführt. Bereits nach einem Tag ist der körpereigene Vorrat erschöpft. Der Körper greift dann auf Eiweiße zurück, um daraus Glucose zu gewinnen. Daneben greift er auch auf Fette zurück, um einen Glucoseersatz zu produzieren, die sogenannten Ketonkörper. Diese „Fastenenergie“ wird zur wichtigsten Nahrungsquelle fürs Gehirn. Es dauert circa drei bis fünf Tage, bis sich der Stoffwechsel im Körper von der Glucose- auf die Fettverbrennung umgestellt hat.

Ketogene Diät/ Ernährung bei Epilepsie

Die ketogene Diät wird inzwischen auch immer öfter als alternative Therapieform eingesetzt, um epileptische Anfälle bei Patienten mit einer schwer therapierbaren Epilepsie zu reduzieren. Die Tatsache, dass Fasten eine positive Wirkung auf epileptische Anfälle hat, ist bereits seit der Antike bekannt.

Doch noch haben die Wissenschaftler nicht ganz verstanden, was genau im Gehirn passiert, wenn der Körper seine Energie aus Fetten gewinnt. Am Epilepsiezentrum Kleinwachau im sächsischen Radeberg werden die Patienten drei Wochen lang stationär auf die ketogene Ernährung umgestellt. Zusammen mit einer Diätassistentin erlernen sie in dieser Zeit das nötige Basiswissen über diese Form der Ernährung (z.B. welche Lebensmittel sind erlaubt und welche nicht?) und erarbeiten gemeinsam in der Lehrküche 15 bis 20 alltagstaugliche Rezepte, die die Patienten dann zu Hause nachkochen können. Denn das wichtigste bei der Zubereitung der Mahlzeiten ist das grammgenaue Abwiegen der Zutaten. Während des dreiwöchigen Aufenthaltes werden die Patienten ständig medizinisch überwacht. So können die Ärzte auch kontrollieren, wie der Körper auf die Umstellung reagiert. Neben Kopfschmerzen, Durchfall oder Verstopfung können durch die fetthaltige Ernährung auch Nebenwirkungen wie erhöhte Blutfettwerte entstehen. Sie können zu Arterienverkalkung bzw. Herzkreislaufproblemen führen.

Dr. Frank Brandhoff, Epilepsiezentrum Kleinwachau: „Wenn man kurzfristig schaut gibt es Veränderungen, wo man sagen kann, die könnten ein Risiko sein. Je länger die Patienten aber auf dieser Diät sind, dann sieht man, dass diese Blutfettveränderungen sich so normalisieren, dass danach nicht mehr von einem Risiko auszugehen ist.“

Daher ist es wichtig, dass die Patienten die ketogene Diät über mehrere Monate durchhalten. Sie sollten ihren Vitaminstatus aber unbedingt regelmäßig überprüfen lassen, denn eine Diät bewirkt immer eine gewisse Gefahr der Einseitigkeit. Theoretisch können sich die Patienten mehrere Jahre auf diese Weise ernähren. Der einzige limitierende Faktor ist die Ausdauer der Patienten. Rund 50 Prozent geben vorzeitig auf, denn die ketogene Diät verlangt ihnen viel Selbstdisziplin ab.

Weitere Gesundheitsthemen

Derzeit findet in Düsseldorf die Medizinmesse "Medica" statt. Auch hier spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Wie stark wird sie das Gesundheitswesen in den nächsten Jahren verändern? Dr. Christoph Specht entdeckt die Zukunft der Medizin.

Verbraucher | Volle Kanne - Highlights der Medica 2018

Dr. Christoph Specht über die Zukunft der Medizin

Videolänge:
4 min
Datum:
Frau mit Erkältung liegt im Bett

Verbraucher | Volle Kanne - Hausmittel gegen Erkältung

Der Hals kratzt, die Nase läuft: Welche Hausmittel helfen wirklich?

Videolänge:
7 min
Datum:
Klippenspringer

Verbraucher | Volle Kanne - Vom Leben nicht abhalten lassen

Trotz Multipler Sklerose ist für Patrick Arendt keine Klippe zu hoch.

Videolänge:
4 min
Datum:
Hoffnung für Querschnittsgelähmte

Verbraucher | Volle Kanne - Hoffnung für Querschnittsgelähmte

Endlich wieder gehen können - dieser Traum kann sich für Patienten vielleicht bald erfüllen.

Videolänge:
5 min
Datum:
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.