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Sterilisation beim Mann rückgängig machen

Mann baut nachdenklich Kartenhaus auf

Was, wenn nach der Sterilisation doch noch ein Kinderwunsch aufkommt? Eine sogenannte "Wiederfruchtbarmachung" beim Mann ist zwar möglich, aber ohne Erfolgsgarantie.

08.06.2018
08.06.2018
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Eine Sterilisation beim Mann, also eine Vasektomie, gilt eigentlich als endgültig. Doch rund 3 Prozent der Männer, die sich sterilisieren lassen, bereuen diesen Schritt später. In einer anderen Phase ihres Lebens kommt der Kinderwunsch erneut auf. In diesem Fall gibt es Hoffnung.

Bei der männlichen Sterilisation werden die Samenleiter durchtrennt und anschließend wird ein kleines Stück entnommen. Die jeweiligen Enden werden abgebunden, wodurch die Samenflüssigkeit keine Spermien mehr enthält. Es gibt auch eine Methode, bei der ein Ende (das vom Hoden kommende) offengelassen wird. Bei einer solchen OP-Methode hat eine spätere Rückgängigmachung bessere Chancen.

Wiederfruchtbarmachung grundsätzlich möglich

Es ist grundsätzlich möglich eine Vasektomie rückgängig zu machen - jedoch ohne Erfolgsgarantie. Der mikrochirurgische Eingriff heißt Refertilisierung oder auch Vasovasostomie und erfolgt in Vollnarkose. Die Patienten dürfen noch am gleichen Tag nach Hause.

Grundsätzlich ist die Operation bei jedem durchführbar, solange nicht zu viel von den Samenleitern bei der Sterilisation entfernt wurde. Dies lässt sich anhand einer kurzen Voruntersuchung per Abtastung aber schon gut einschätzen. In den meisten Fällen ist ein Eingriff machbar. Dabei werden die Samenleiter wieder miteinander verbunden. Da diese nur einen Durchmesser von drei Millimetern haben, ist die mikrochirurgische Operation sehr aufwendig. Bei dem Eingriff werden die Samenleiter zunächst angeschnitten und die austretende Flüssigkeit wird noch währenddessen mit dem Mikroskop auf Spermien überprüft. Wenn diese vorhanden sind, werden die jeweiligen Enden miteinander verbunden (Vasovasostomie). Falls nicht, wird der Samenleiter direkt an den Nebenhoden genäht, wo die Spermien produziert werden. Dieses Verfahren nennt man dann Tubulovasostomie.

Erfolgschancen werden mit der Zeit geringer

Die Erfolgsraten sind abhängig von der Dauer der zurückliegenden Sterilisation. Je kürzer diese zurückliegt, umso erfolgreicher ist eine Wiederfruchtbarmachung. Denn in dieser Zeit verändert sich die Qualität der Spermien. In den ersten drei Jahren liegt die Durchgängigkeitsrate der Spermien bei 95 Prozent. Eine Schwangerschaft tritt im Schnitt in 75 Prozent der Fälle ein. Nach 15 Jahren liegt die Durchgängigkeitsrate nur noch bei 70 Prozent und eine Schwangerschaftsrate bei 30 Prozent. Aber unmöglich ist es selbst nach 20 Jahren nicht.

Bereits drei Wochen nach der Operation kann theoretisch mit der Familienplanung begonnen werden. Allerdings ist es durch die zurückliegende Sterilisation zu einem Rückstau der Samenflüssigkeit in den Nebenhoden gekommen. Daher kann es vor allem in der Anfangsphase zu einer leichten Funktionsstörung der spermienbildenden Zellen kommen. Meist werden daher erst drei Monate nach der Operation die Spermien im Labor untersucht. Dann zeigt sich der Erfolg der Operation, also wie es um die Durchgängigkeitsrate steht und wie die Qualität der Spermien ist.

Der Eingriff ist, wie die Vasektomie auch, keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen.

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