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Parkinson in der Partnerschaft

Welche Folgen hat eine Parkinson-Erkrankung für eine Paarbeziehung? Vor welchen Herausforderungen stehen Paare und wie können sie trotz der Erkrankung des Partners eine gute und funktionierende Beziehung führen?

7 min
7 min
14.04.2020
14.04.2020
Video verfügbar bis 14.04.2021

Wissenschaftler verstehen die Parkinson-Erkrankung immer besser. Zwar ist Parkinson bislang noch nicht heilbar, dafür können Ärzte die vielfältigen Symptome heute deutlich besser behandeln. Jahrzehntelang wurde die Krankheit vor allem mit motorischen Störungen in Verbindung gebracht. Mittlerweile ist klar, dass Parkinson viele verschiedene Körpersysteme betrifft. Häufig sind es auch die nichtmotorischen Symptome, die den Alltag der Menschen und deren Lebensqualität besonders beeinträchtigen.

Häufigkeit

In Deutschland sind aktuell zwischen 250.000 und 400.000 Menschen an Parkinson erkrankt. Neben dem eigentlichen Morbus Parkinson gibt es noch weitere Formen, die häufig unter dem Begriff Parkinson-Syndrom zusammengefasst werden. Nach Alzheimer ist Parkinson damit die zweithäufigste Erkrankung des Nervensystems. Es erkranken vor allem Menschen ab 60 Jahren, Männer etwas häufiger als Frauen. Dass auch Menschen unter 40 Jahren erkranken können, zeigt das Beispiel von Schauspieler Michael J. Fox, der die Diagnose schon mit 29 Jahren erhielt.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind noch weitgehend unbekannt. Bei Parkinson sterben nach und nach Nervenzellen in bestimmten Gehirnarealen ab. Dadurch wird weniger von dem Botenstoff Dopamin produziert und einige der typischen Symptome entstehen.

Symptome

Parkinson wird als Krankheit mit vielen Gesichtern bezeichnet. Welche Symptome individuell tatsächlich auftreten und wie schnell die Krankheit über die Jahre hinweg voranschreitet, ist unterschiedlich. Dazu zählen frühe Symptome wie Störungen im Geruchssinn und Schlafstörungen, die von den Betroffenen zu Beginn aber kaum als krankhaft wahrgenommen werden. Hinzu kommen motorische Beschwerden wie Schmerzen im Arm oder an der Schulter, Taubheitsgefühle, Steifheit, Bewegungsverlangsamung, Gangunsicherheit oder Zittern. Auch nichtmotorische Symptome treten auf wie Probleme mit der Blase mit Risiko zur Inkontinenz, Verstopfung, kognitive Beeinträchtigungen mit Risiko zur Demenz, seelische Störungen wie Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit oder Depressionen und sexuelle Störungen (Libido-Verlust, erektile Dysfunktion). Daneben gibt es medikamentöse Nebenwirkungen vor allem bei Männern. Dazu können Impulskontrollstörungen wie Hypersexualität, Kaufsucht, Glücksspielsucht, Essstörungen, stereotype Bewegungsmuster sowie Halluzinationen gehören.

Viele der genannten Symptome – sollten sie auftreten – lassen sich durch eine Anpassung der Medikation verbessern oder beheben.

Therapie

In der Regel erhalten Parkinson-Erkrankte Medikamente, die vor allem darauf abzielen, den Mangel am Botenstoff Dopamin auszugleichen. Ebenfalls wichtig sind aktivierende Therapien, insbesondere regelmäßige Bewegung sowie Physio- oder Ergotherapie, um die motorischen Fähigkeiten zu erhalten. Ein weiterer Therapieansatz ist die Tiefe Hirnstimulation (THS). An einer Impfung bzw. Immunisierung gegen Parkinson wird noch geforscht, es wäre ein Durchbruch bei der Behandlung der Erkrankung.

Psyche

Die seelische und soziale Komponente der Erkrankung wird teilweise unterschätzt. Vor allem für Paare ist die Erkrankung des Partners häufig eine große Herausforderung und wirft viele Fragen auf. In vielen Fällen ist eine Psychotherapie sinnvoll. Außerdem gibt es in Deutschland viele Selbsthilfegruppen für Parkinson-Erkrankte und deren Angehörige.

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