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Schlaganfall bei Kindern

Eine plötzlich auftretende Lähmung ist ein typisches Zeichen für einen Schlaganfall, der vor allem Raucher und ältere Menschen betrifft. Doch Schlaganfälle können auch bei Kindern und Säuglingen auftreten.

Videolänge:
5 min
Datum:
28.10.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.10.2023

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Säuglinge können einen Schlaganfall erleiden. Nach Expertenschätzungen sind in Deutschland davon jährlich etwa 400 Patienten betroffen. Während bei Erwachsenen vorwiegend in einem ungesunden Lebenswandel wie Rauchen, mangelnde Bewegung, Übergewicht, Bluthochdruck und Arteriosklerose für einen Schlaganfall verantwortlich sind, sind die Ursachen bei Kindern viel komplexer und treten in den meisten Fällen in Folge einer angeborenen oder erworbenen Grunderkrankung auf.

Da Schlaganfälle bei Kindern deutlich seltener vorkommen als bei Erwachsenen, denken Eltern, Erzieher, Lehrer und selbst Mediziner auch bei typischen Symptomen wie Lähmungserscheinungen, oft nicht sofort an einen Schlaganfall, so dass bis zur Diagnose und damit bis zur Einleitung einer dringend erforderlichen medizinischen Versorgung wertvolle Zeit vergeht, weshalb es zu irreversiblen Schädigungen des Gehirns kommen kann. Eine Studie belegt, dass vom Ereignis bis zur Diagnostik und der Behandlung eines Schlaganfalls bei Kindern durchschnittlich 23 Stunden verstreichen. Ein weiterer Grund für die späte Diagnostik ist, dass sich hinter den auftretenden Symptomen bei Kindern mehr unterschiedliche Erkrankungen verbergen können als das bei Erwachsenen der Fall ist und die Diagnostik deswegen länger dauert oder schwieriger ist.

Symptome

Ein typisches Symptom eines Schlaganfalls bei Kindern können plötzliche extreme Kopfschmerzen, eventuell Erbrechen, aber auch eine undeutliche Sprache sein, die nicht wieder nachlassen. In vielen Fällen kommt es auch zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen bis hin zu einer schlagartig auftretenden einseitigen Lähmung einzelner Extremitäten oder der gesamten Körperhälfte. Auch epileptische Anfälle können Hinweis auf einen Schlaganfall sein. Dabei kann die Intensität der Symptome stark variieren und ist vom Ausmaß der mit Blut und damit mit Sauerstoff unterversorgten Areale im Gehirn abhängig.

Ursachen

Schlaganfall
Quelle: imago 81783785

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einem zeitweiligen oder andauernden Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn, was zu einer Minderversorgung der dahinter liegenden Gefäße mit Sauerstoff führt und damit zu einem Absterben von Nervenzellen in der betroffenen Hirnregion.

In vielen Fällen werden Schlaganfälle bei Kindern durch ein Blutgerinnsel oder eine Hirnblutung verursacht. Aber auch Tumore, die auf Gefäße drücken, Herzerkrankungen, Gerinnungsstörungen oder genetisch bedingte Autoimmun- oder Gefäßerkrankungen wie beispielsweise die Moyamoya-Erkrankung, bei der entzündliche Prozesse zu einer Verengung von Blutgefäßen führen, können Ursache für den Verschluss einer Hirnarterie sein.

Diagnose

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall erfolgt die Diagnose zunächst durch die Abklärung typischer Symptome. Hierbei wird nach der sogenannten „FAST“-Regel verfahren: Dahinter verbergen sich: Zur weiteren Diagnose eines Schlaganfalls stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung: Dies ist zum einen die Untersuchung des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie (MRT), mit der sich von Blut und somit Sauerstoff unterversorgte Hirnareale feststellen lassen sowie die Untersuchung einer röntgengestützten Angiograpie. Bei dieser Methode können selbst feinste Hirngefäße genau dargestellt werden. Dafür wird ein Katheter über die Leistenarterie bis zur Hirnarterie vorgeschoben. Anschließend wird ein Kontrastmittel verabreicht und unter Röntgensicht der Verlauf und der Zustand der Gefäße sichtbar gemacht. Mit der Angiographie lassen sich Engstellen und Verschlüsse von Gefäßen eindeutig diagnostizieren.

Zur weiteren Diagnose eines Schlaganfalls stehen verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung: Dies ist zum einen die Untersuchung des Gehirns mittels Magnetresonanztomographie (MRT), mit der sich von Blut und somit Sauerstoff unterversorgte Hirnareale feststellen lassen sowie die Untersuchung einer röntgengestützten Angiograpie. Bei dieser Methode können selbst feinste Hirngefäße genau dargestellt werden. Dafür wird ein Katheter über die Leistenarterie bis zur Hirnarterie vorgeschoben. Anschließend wird ein Kontrastmittel verabreicht und unter Röntgensicht der Verlauf und der Zustand der Gefäße sichtbar gemacht. Mit der Angiographie lassen sich Engstellen und Verschlüsse von Gefäßen eindeutig diagnostizieren.

Therapie

Bei der Therapie eines Schlaganfalls gilt das Motto „Time ist“ Brain. Jede Minute zählt, denn Gehirnzellen, die nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden, sterben unwiderruflich ab. Primäres Ziel ist deswegen das verschlossene Gefäß schnellstmöglich zu öffnen und den unterbrochenen Blutfluss wieder herzustellen. Ist der Verschluss eines Gefäßes durch ein Blutgerinnsel hervorgerufen, werden Medikamente eingesetzt, mit denen sich das Blutgerinnsel auflösen lässt. Eine weitere mögliche Behandlung ist die sogenannte Thrombektomie, bei der ein Katheter durch die Leistenarterie bis zur verschlossenen Stelle vorgeschoben wird, um das Blutgerinnsel anschließend mit kleinen Instrumenten zu entfernen.

Wichtig ist außerdem, die Blutflusseigenschaften durch die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten zu verbessern und durch die Gabe gerinnungshemmender Medikamente ein erneutes Auftreten von Gerinnseln zu verhindern. Gerade bei Kindern bestehen je nach Ausprägung und Schwere des Schlaganfalls gute Chancen, dass nur wenige Schäden zurückbleiben oder sich die entstandenen Beeinträchtigungen im Laufe der Zeit vollständig zurückbilden. Dabei helfen u.a. konservative Behandlungsmethoden wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie oder orthopädische Maßnahmen wie Geh- oder Greifhilfen.

Prognose

Die Prognose bei einem Schlaganfall hängt wesentlich von zwei Faktoren ab. Der primäre Faktor ist die Zeit, die bis zur Behandlung vergeht. Dabei gilt: Je später diese erfolgt, desto schlechter ist die Prognose. Zum anderen bestimmt das Ausmaß, der durch den Schlaganfall nicht mehr durchbluteten Gehirnregionen, den Schweregrad bleibender Schädigungen. Dabei gilt, dass sich einmal abgestorbene Hirnzellen nicht wieder regenerieren können. Bei schlagartig auftretenden Symptomen wie extremen Kopfschmerzen sowie einseitigen Taubheitsgefühlen, die nicht wieder verschwinden sowie einseitigen Lähmungserscheinungen, die auch nur leicht ausgeprägt sein können, sollte immer an einen Schlaganfall gedacht werden. Deswegen sollte bei diesen Symptomen unbedingt Rettungsdienst und Notarzt gerufen werden, der gegebenenfalls eine geeignete Klinik (Stroke unit) ansteuern kann, ohne dass wertvolle Zeit verloren geht.

Weitere Infos unter
www.schlaganfall-hilfe.de

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