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Tipps und Tricks rund um den Heidegarten

In einer Zeit, in der man über Klimawandel, Insektensterben, Kiesgärten oder Feinstaub diskutiert, ist es wichtig, Alternativen anzubieten. Ein Heidegarten ist ein solches Zeichen, weiß Gartenexperte Elmar Mai.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.10.2020


Ein Heidegarten sieht rund ums Jahr attraktiv aus. Er ist pflegeleicht und somit ideal für Menschen geeignet, die wenig zu Hause sind oder keinen Spaß an der Gartenarbeit haben. Der Heidegarten ist unkrautfrei, strapazierfähig und trittfest. Ebenfalls ist die Heide für trockene und je nach Art kalkige oder saure Böden geeignet.

Im Gegensatz zu Kiesgärten, bietet er einen Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel. Jedoch sollte man darauf achten, nicht zu viel Knospenheide zu pflanzen, da diese ihre Blüten nicht öffnet und somit für Bienen nicht geeignet ist. Außerdem trägt ein Heidegarten, durch Verdunstungskälte, Erhöhung der Luftfeuchtigkeit, Sauerstoffproduktion und Staubbindung zu einem angenehmen Stadtklima bei. „Die Pflanzen fixieren das Klimagas CO2“, erklärt Elmar Mai.

Welche Elemente sind grundlegend für einen Heidegarten?

Heidegarten
Heidegärten imitieren eine kleine Landschaft.
Quelle: Imago/blickwinkel

Der Heidegarten imitiert eine kleine Landschaft. Charakteristisch sind so vor allem Heidekräuter als Bodendecker. Es ist zu beachten, immer größere Flächen einheitlich und zusammenhängend zu gestalten, da dies Ruhe und Harmonie für das Auge darstellt. Bäume, Sträucher, Stauden und Gräser dienen zur weiteren Gestaltung. Außerdem benötigt man Strukturelemente, wie Wurzeln oder Felsen.
 
Man sollte einen Heidegarten immer lebendig gestalten, nie platt, sondern Hügel und Senken anlegen. „Gerne darf man in den Senken auch einen kleinen Teich oder ein Moor integrieren“, empfiehlt Elmar Mai. Die Wege sollten naturnah gestaltet werden, zum Beispiel mit Rindenmulch oder Pinienrinde bedecken und gerade Linien vermeiden. Wichtig ist es auch, für Blütenkonstanz zu sorgen, also vom Frühjahr bis in den Winter immer Blühendes pflanzen.

Wie pflege ich einen Heidegarten?

Je nachdem, ob Sommer- oder Winterheide im Einsatz ist, muss ein bis zweimal im Jahr - je nach Flächengröße - mit einer Hecken- oder Strauchschere zurückgeschnitten werden: Knapp die Hälfte immer unmittelbar nach der Blüte. Mit dem Rückschnitt der Sommerheide im Spätherbst können dann auch abgeblühte Stauden oder zu groß gewordene Gehölze zurückgeschnitten werden. Gräser dagegen immer erst zusammen mit der abgeblühten Winterheide kurz vor dem Austrieb im Spätwinter Ende März schneiden. Frühjahrsblüher unter den Sträuchern schneidet man ebenfalls immer erst nach der Blüte.

Heidearten

Man unterscheidet beim Heidekraut zwischen Sommer- und Winterheide. Heidkräuter sind Zwergsträucher. Es gibt mehrere Gattungen: Die Gattung Calluna mit der Besenheide (Calluna vulgaris) und die Gattung Daboecia, die irische Heide, sind Sommerblüher, die ab Sommeranfang bis zum Spätherbst blühen. „Die klassischen Heidekräuter sind die Vertreter der großen Familie Ericaceae sowohl mit Sommer- als auch mit Winterblühern, wie die Schneeheide Erica carnea.  Die Sorten werden 30 bis 45 Zentimeter hoch und bilden dichte Teppiche“, klärt Elmar Mai auf. Von allen Arten gibt es eine Riesenzahl von Sorten in verschiedenen Blütenfarben, Blühzeiten, Wuchsformen und Laubausfärbungen von gelb bis dunkelgrün.

Die Sommerheide ist zum Beispiel in der Lüneburger Heide zu finden. Sie blüht bis in den Herbst hinein. Die Winterheide blüht mit frühen Sorten ab November, aber meist ab Februar, vor allem in den Bergen. Die meisten Arten bevorzugen saure Böden. Volle Sonne ist ideal. Einige Sorten vertragen aber auch Kalk oder wachsen im lichten Schatten.

Welche Begleitpflanzen sind zu empfehlen?

Alle Gehölze für saure Böden, wie Rhododendren, Lavendelheide, Kamelien, Ginster, Säulenwacholder, Birken, Kiefern oder Kulturheidelbeeren sind geeignet, aber auch Stauden und Gräser. Tipp: Die Sorten so wählen, dass sie von Februar bis in den Spätherbst hinein blühen und sehr unterschiedliche Wuchsformen aufweisen.

Rhododendren beispielsweise blühen im zeitigen Frühjahr. Es gibt neben reinen Schattensorten, die sich nicht für Heidegärten eignen, auch Sonnensorten, die einen Heidegarten im Mai in ein Blütenmeer verwandeln können. Rhododendron ist immergrün. Lavendelheide punktet neben der Verträglichkeit von Heideböden noch mit einem tollen Frühjahrsaustrieb in leuchtendem Rot und einer schönen Frühjahrsblüte. Kulturheidelbeeren und Preiselbeeren hingegen werten einen Heidegarten mit Essbarem auf. Sie sind beide sehr pflegeleicht und wüchsig. Heidelbeeren gibt es in vielen Sorten, damit kann die Erntezeit deutlich verlängern. Tipp: Die Vielfalt der Gräser erlaubt eine vielfältige Gestaltung. Die meisten Gräser sind ähnlich pflegeleicht wie die Heidekräuter und machen dem Gartenbesitzer wenig Arbeit.

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