Wege aus der Essstörung

Verbraucher | Volle Kanne - Wege aus der Essstörung

Magersucht, Bulimie, Binge Eating - Essstörungen können erbliche, psychische oder gesellschaftliche Ursachen haben. Neben verschiedenen Therapien müssen die Betroffenen ein normales Körpergefühl erlernen und somit ihr Selbstvertrauen stärken.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.03.2019, 08:05

Als Essstörungen werden Verhaltensweisen bezeichnet, bei denen sich Betroffene anormal mit dem Thema Essen auseinandersetzen und dabei entweder zu viel oder zu wenig essen. Auch das bewusst herbeigeführte Erbrechen ist ein typisches Anzeichen für eine Essstörung.

Ursachen

Die Ursachen für eine Essstörung sind komplex und können nicht nur auf einen einzigen Auslöser zurückgeführt werden. Mediziner und Ernährungswissenschaftler gehen davon aus, dass die Essstörung aus einem Bündel psychischer, gesellschaftlicher und erblicher Faktoren entsteht. Dabei beeinflussen sich diese Faktoren gegenseitig, sodass es zu einem regelrechten Teufelskreis kommt, aus dem sich die Betroffenen ohne fremde Hilfe kaum noch befreien können.

Therapie

Die Therapie der Essstörung zielt darauf ab, die Krankheit so schnell wie möglich zu beenden, um so gesundheitliche Schäden oder sogar den Tod zu verhindern. Dazu gehört zunächst einmal, bei den Betroffenen ein Bewusstsein für die krankhafte Essstörung zu schaffen. Denn da die Essgestörten sich anders wahrnehmen, fehlt diese Einsicht bei vielen von ihnen. Dies kann in intensiven Gesprächen mit Fachtherapeuten für Essstörungen oder Psychologen geschehen. Entscheidend ist, dass Betroffene wieder ein normales Gefühl für ihren eigenen Körper entwickeln. Hierzu können Übungen, wie die Muskelentspannung nach Jacobsen oder auch Yoga und Pilates Erfolg versprechend eingesetzt werden. Sinnvoll sind auch Übungen zur Abgrenzung. Hierbei lernen Betroffene ihr eigenes Ich und damit das Selbstvertrauen zu stärken, was bei Essgestörten oft nicht mehr stark genug ist, um die Essstörung abzuwehren. Äußerst hilfreich ist zudem das Führen von Essenstagebüchern, die aus einem umfassenden Fragenkatalog bestehen und mit denen äußerst genau festgehalten werden kann, in welchen Situationen und unter welchen Umständen Essstörungen auftreten.

Da Essgestörte in aller Regel nicht ohne fremde Hilfe auskommen, sollte die Therapie entweder stationär in einer Spezialklink für Essstörungen erfolgen, oder im sogenannten Einzelbetreutem Wohnen. Bei dieser Therapieform kommt ein Fachtherapeut für Essstörungen einmal in der Woche für einige Stunden zu den Betroffenen nach Hause. Es wird gemeinsam eingekauft und gekocht, es werden Spaziergänge gemacht und der Patient kann sich Dinge von der Seele reden.

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