Herzrisiko Stress und Depression

Verbraucher | Volle Kanne - Herzrisiko Stress und Depression

In Deutschland erleiden jährlich etwa 70.000 Menschen einen Herzinfarkt. Auslöser hierfür können neben bekannten körperlichen Risikofaktoren auch dauerhafte psychische Belastungen sein.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.04.2018, 09:05

Man weiß mittlerweile viel über die körperlichen Risikofaktoren, die eine Entstehung von koronaren Herzerkrankungen begünstigen. Dazu gehören eine genetische Veranlagung, das Rauchen, ein zu hoher Blutdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und zu hohe Cholesterinwerte sind bekannte Warnzeichen. Doch auch psychische Faktoren können negativen Einfluss auf die Gesundheit des Herzens haben. Dazu zählen lang anhaltender Stress, Arbeitsverdichtung bis hin zur Erschöpfung und ein Leben ohne Pausen. Laut der Aussage von Kardiologen hat diese Erkenntnis aber bisher nur einen ungenügenden Einfluss auf Diagnostik und Therapie.

Mehrere aktuelle Studien, unter anderem mit Patienten, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, untersuchen den Einfluss der psychischen Gesundheit auf koronare Herzerkrankungen. Erste Ergebnisse zeigen, dass viele Betroffene Stress oder Ängste
im Vorfeld ihrer Erkrankung vernachlässigt haben und sogar nach einem Herzinfarkt weiter abtun und nicht ernst nehmen.


Vorsicht vor der Burnout-Spirale

Betroffene gönnen sich in einem Spannungsfeld aus hohem Erwartungsdruck (der eigene und der anderer) und zunehmender Arbeitsverdichtung nahezu keine Ruhepausen. Ständig unter Druck, ohne mal abzuschalten oder gar Urlaub zu machen, schlägt das Pendel oft in die Richtung, doch noch berufliche Dinge zu erledigen. Aspekte wie Sport, Erholung und private Interessen kommen dabei oft zu kurz. Dass sich das auf die Gesundheit auswirken kann, wollen viele nicht wahrhaben.

Psychotherapeuten und Ärzte warnen vor einer Burnout-Spirale, die sich in zwölf Schritten bis hin zu einer manifesten Depression weiterentwickeln kann. Erste Warnzeichen sind oft Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In der weiteren Entwicklung sprechen Betroffene vom Zwang, das Leben unter Kontrolle zu bringen, von Zukunftsängsten und von einem mangelhaften Selbstwertgefühl. Auch starke Stimmungsschwankungen sind typisch. Hinzu kommen Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Überforderung und sogar Hoffnungslosigkeit. Nicht selten erfolgt in diesem Zusammenhang auch ein sozialer Rückzug bis hin in die Isolation. Ein Herzinfarkt ist ein mögliches Warnzeichen innerhalb einer solchen Entwicklung. Auch eine starke seelische Belastung kann einen Herzinfarkt begünstigen.

Therapie und Selbsthilfe

Körperliche Risikofaktoren mit medizinischen Mitteln zu behandeln ist sowohl im Vorfeld als auch nach einem Herzinfarkt sehr wichtig und essentiell. Gerade deshalb, weil die Gefahr eines weiteren Infarkts im ersten Jahr nach der Erkrankung deutlich erhöht ist. Darüber hinaus raten Kardiologen dazu, negative psychische und seelische Faktoren ernst zu nehmen. Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Psychotherapeuten nimmt zu und sollte auch bei Betroffenen dazu führen, interdisziplinär zu denken. Sport, eine gesunde Ernährung sowie Entspannungstechniken sind Mittel, die Psyche ins Gleichgewicht zu bringen, mit oftmals entscheidendem Einfluss auf den Körper und den Zustand des Herzens.

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