Sportlerkrankheit Kreuzbandriss

Verbraucher | Volle Kanne - Sportlerkrankheit Kreuzbandriss

Eben noch ist man voller Elan über den Fußballplatz gelaufen, im nächsten Moment stoppt einen ein schmerzhaftes Reißen und Knacken im Knie. Diagnose: Kreuzbandriss. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und wie lange dauert es, bis man wieder fit ist?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.12.2017, 09:05

In unserem Kniegelenk befinden sich zwei Kreuzbänder: Ein vorderes und ein hinteres. Die Bänder verbinden den Oberschenkelknochen mit dem Schienbeinknochen und sorgen auch für einen stabilen Gang. Wenn eines der Kreuzbänder nach einer unglücklichen Bewegung reißt, verspüren Patienten oft ein Reißen oder Knacken im Knie. Häufig haben die Patienten starke Schmerzen und das Knie schwillt an. Das liegt daran, dass sich im Knie typischerweise ein Bluterguss bildet.


Einige Patienten können nach dem Unfall fast ganz ohne Beschwerden weiter Sport treiben. Besonders bei Sportlern, die eine sehr ausgeprägte Bein- und Kniemuskulatur haben, wird das Gelenk zusätzlich gestützt. Dadurch sind die Beschwerden eher geringer. Bei anderen Patienten stellt sich sofort nach dem Unfall eine hohe Schmerzempfindlichkeit und Instabilität beim Gehen ein. Das kann sich zum Beispiel dadurch äußern, dass Patienten beim Gehen plötzlich „wegknicken“.

Die richtige Diagnose

Ärzte machen zunächst eine klinische Untersuchung des Knies. Dazu wird das Knie in einem bestimmten Winkel gehalten. Der Arzt prüft, ob sich der Unterschenkel gegen den Oberschenkel verschieben lässt. Ist das der Fall, ist ein Kreuzbandriss wahrscheinlich, man spricht vom so genannten Schubladenphänomen. Allerdings hat diese klinische Untersuchungsmethoden nur eine Zuverlässigkeit von maximal 70 Prozent, das heißt, etwa jeder dritte Kreuzbandriss wird nicht erkannt.

Ebenso können schlechte MRT-Aufnahmen das Ergebnis verfälschen. Da das vordere Kreuzband quasi quer im Kniegelenk liegt, müssen die MRT-Aufnahmen in einem bestimmten Winkel angefertigt werden, um den Riss sehen zu können. Wurde dies bei den MRT-Aufnahmen berücksichtigt entsprechend, hat der Arzt sehr gute Chancen, den Kreuzbandriss erkennen zu können. Außerdem wird eine Röntgen-Aufnahme angefertigt, um sicher zu gehen, dass sich im Kniegelenk keine knöchernen Absplitterungen befinden.

Die kaputte Sehne ersetzen

Nachdem das Kniegelenk abgeschwollen ist, wird bei den meisten Patienten eine Kreuzbandplastik durchgeführt. Das heißt, das gerissene Kreuzband wird in einer Operation durch eine intakte, körpereigene Sehne ersetzt. In den meisten Fällen wird dazu die Semitendinosussehne verwendet, die sich aufgrund ihrer Beschaffenheit optimal als Kreuzbandersatz eignet. Diese Sehne wird an der Knieinnenseite entnommen. Der Eingriff wird in der Regel im Rahmen einer Kniegelenksspiegelung durchgeführt.

Schon einige Tage nach der Operation werden die ersten Physiotherapieübungen gemacht, um eine Versteifung des Gelenks zu verhindern. Langfristig gilt es in der Physiotherapie die Muskeln und Sehnen der Bein- und Kniemuskulatur wieder aufzubauen und zu stärken. Denn dann wird das Kreuzband zusätzlich geschützt. Nach etwa sechs bis neun Monaten können Patienten wieder mit dem Sport beginnen. Allerdings sollten sie sich nicht in ihrer Leistungsfähigkeit überschätzen. Da die Schmerzbelastung mit den neuesten OP-Techniken sehr gering ist, neigen viele Patienten dazu, sich zu früh zu überlasten.

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