Vorsicht Wespen

Was zu tun ist bei allergischer Reaktion auf Insektengift

Sie vermiesen jede Mahlzeit im Freien: August ist Wespenzeit und wegen der lang anhaltenden Trockenheit sind sie dieses Jahr besonders zahlreich unterwegs. Ein Stich ist schmerzhaft und kann bei allergischer Reaktion heftige Folgen haben.

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5 min
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21.08.2020
Video verfügbar bis 21.08.2021

Rund drei Millionen Menschen in Deutschland reagieren allergisch auf Insektenstiche, was lebensbedrohlich sein kann. Jährlich müssen mehr als 3000 Insektengift-Allergiker von einem Notarzt versorgt werden. Die häufigsten allergischen Reaktionen treten nach einem Wespen- oder Bienenstich auf. Möglich sind aber auch allergische Symptome auf das Gift von Hornissen, Hummeln, Ameisen oder Bremsen. Eine Insektengiftallergie kann in jedem Alter entstehen. Im Gegensatz zu vielen anderen Allergieformen ist sie nicht vererbbar.

Ursache und Symptome

Typischerweise bilden sich bei den Allergikern nach dem ersten Stich, der in der Regel noch relativ harmlos verläuft, Antikörper gegen das Wespengift. Das Immunsystem des Betroffenen wird sensibilisiert. Kommt es zum erneuten Stich, fällt die Reaktion oft heftiger aus als beim ersten Mal. Das Immunsystem der Betroffenen reagiert überempfindlich auf das Insektengift. Dieses körperliche Abwehrsystem schießt über das Ziel hinaus und produziert als Antwort auf das eingedrungene Gift eine große Menge der Substanz Immunglobulin E, die dann zur allergischen Reaktion führt.

Es gibt mehrere Stufen einer allergischen Reaktion auf Insektengifte. Diese reichen von Hautreaktionen über Darm- und Atemprobleme bis hin zum anaphylaktischen Schock. Die Hautsymptome zeigen sich zu Beginn meist in Form einer Schwellung und Rötung an der Einstichstelle. Im weiteren Verlauf bilden sich Quaddeln und ein starker Juckreiz am gesamten Körper. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Kreislaufproblemen, Atemnot und Übelkeit kommen. Weitere typische Anzeichen für eine Insektengiftgiftallergie sind Schweißausbrüche, tränende Augen, Atemnot, Hautausschläge, Schwindel, Herzrasen, Zittern, Übelkeit oder Erbrechen. In extremen Fällen tritt ein allergischer Schock mit Bewusstlosigkeit und Atem- bzw. Kreislaufstillstand auf, der tödlich enden kann.

Diagnose und Prävention

Um zu überprüfen, welches Insektengift tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist, sollte sowohl ein Hauttest (Prick-Test) als auch ein Bluttest erfolgen. Beim Bluttest wird die Konzentration der Antikörper (Immunglobulin E) gegen das Wespen- bzw. Bienengift nachgewiesen. Allerdings gibt es auch Allergiker, bei denen sich aber keine Antikörper im Blut nachweisen lassen.

Erhöhte Vorsicht ist beim Verzehr von Speisen und süßen Getränken im Freien sowie beim Barfußlaufen geboten. Um keine Wespen und Bienen anzulocken, wird empfohlen, kein Parfüm oder andere Duftstoffe zu verwenden. Aus Angst vor einem Insektenstich sollte man nicht versuchen mit schlagenden Bewegungen oder Pusten diese Tiere zu vertreiben. Dadurch können Wespen- und Bienen sich bedroht fühlen und erst recht zustechen.

Hyposensibilisierung

Langfristigen Schutz bietet eine Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt, da sie die Ursache der Allergie bekämpft. Dabei wird das Immunsystem kontinuierlich an das Insektengift gewöhnt, bis der Körper des Patienten weitgehend unempfindlich geworden ist. Die Erfolgsquote dieser Behandlung liegt heute bei etwa 95 Prozent und wird auch für Kinder empfohlen. Die Behandlung beginnt in der Regel unter ärztlicher Aufsicht in einer Klinik, da die Reaktionen anfangs heftig sein können. Dabei wird mehrmals täglich eine Injektion des entsprechenden Insektengiftes in ansteigender Dosis verabreicht. Im Anschluss an die etwa einwöchige stationäre Behandlung muss im Rahmen der spezifischen Immuntherapie über insgesamt fünf Jahre einmal monatlich das Insektengift unter die Haut gespritzt werden.

Behandlung bei Hummel- und Hornissenallergie: Für Menschen, die auf Hummelgift allergisch reagieren, erfolgt die Behandlung mit dem verwandten Bienengift. Bei einer Hornissengiftallergie kommt bei der spezifischen Immuntherapie das zum Hornissengift verwandte Wespengift zum Einsatz.

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