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Phänomen Wachstumsschmerzen

Erkennen und behandeln

Wenn Kinder über Schmerzen in den Beinen klagen, aber nichts zu sehen ist, sind Eltern oft ratlos. Es können Wachstumsschmerzen sein - etwa ein Drittel aller Kinder zwischen drei und zwölf Jahren leidet immer wieder und unterschiedlich stark daran.

4 min
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02.02.2021
02.02.2021
Video verfügbar bis 02.02.2022

Wachstumsschmerzen an den Beinen sind relativ häufig, bis zu einem Drittel aller Kinder ist davon betroffen. Die Beschwerden treten spontan auf, vor allem am Abend und sind spätestens am Morgen wieder verschwunden. Ob sie wirklich etwas mit dem Wachstum der Kinder zu tun haben, ist unklar. Medizinisch betrachtet sind die Beschwerden harmlos und enden von selbst. Eine kinderärztliche oder orthopädische Untersuchung kann aber wichtig sein, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Symptome

Die ersten Anzeichen können schon im Alter von drei bis sechs Jahren auftreten. Am häufigsten klagen Kinder im Grundschulalter über Wachstumsschmerzen. Die Beschwerden treten ohne äußerliche Auffälligkeiten in der Regel am späten Nachmittag oder Abend auf, typischerweise beidseitig und kniegelenksnah im Bereich der Waden, Kniekehlen, Schienbeine oder Oberschenkel.

Die Schmerzen sind unterschiedlich stark, dauern wenige Minuten bis Stunden an und erschweren teilweise das nächtliche Einschlafen. Spätestens am nächsten Morgen ist der Schmerz aber komplett verschwunden. Schmerzfreie Tage oder Wochen zwischen den Schmerzereignissen sind nicht ungewöhnlich.

Ursachen

Wachstumsschmerzen sind ein ungeklärtes Phänomen. Es gibt viele mögliche theoretische Erklärungen, anatomische, mechanische, hormonelle, psychologische, doch keine davon ist bewiesen.

Beobachtet wurde, dass Kinder mit besonders beweglichen (hypermobilen) Gelenken etwas häufiger betroffen sind als andere Kinder. Umgekehrt gibt es aber auch Kinder mit hypermobilen Gelenken, die keine Wachstumsschmerzen haben.

Diagnose

Es gibt keine spezifischen Tests, um Wachstumsschmerzen nachzuweisen. Diagnostisch müssen deshalb andere Ursachen für die Schmerzen ausgeschlossen werden - insbesondere beginnende rheumatische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Knochenverletzungen oder Infektionen.

Meistens wird schon bei der Anamnese deutlich, ob die Schmerzen typisch für Wachstumsschmerzen und ohne Begleitsymptome auftreten. Bei der Untersuchung der Beine, deren Beweglichkeit und des Gangbildes, sollten sich dann keine Auffälligkeiten oder Einschränkungen zeigen. Ansonsten können weitere Untersuchungen erfolgen, um die Diagnose zu sichern.

Therapie

Es gibt keine spezifische Therapie gegen Wachstumsschmerzen. Sie sind aber grundsätzlich selbstlimitierend, das heißt, sie werden mit fortschreitendem Kindes- und Jugendalter auch ohne Behandlung seltener und verschwinden schließlich ganz.

Körperliche Schonung ist in der Regel nicht nötig. Betroffenen Kindern helfen vor allem beruhigende Worte und Zuwendung. Auch leichte Dehnübungen, Massagen, Wärmekissen oder Kältepads können schmerzlindernd wirken. Schmerzstillende Medikamente sollten nur bei starken Schmerzen und ausnahmsweise verabreicht werden. Ob sich die Beschwerden unter der Gabe von Magnesium oder Vitamin D bessern, ist noch nicht ausreichend untersucht. 

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