Was darf rein ins Handgepäck?

Flüssigkeiten nur in kleinen Mengen

Dürfen Handcreme, Joghurt oder Hustensaft mit an Bord? Und was ist mit der Nagelschere? Wenn es ums Handgepäck geht, sind viele Passagiere unsicher. Hier gibt’s die wichtigsten Regeln im Überblick.

Nach einem versuchten terroristischen Anschlag wurden im November 2006 die Vorschriften für die Mitnahme von Handgepäck verschärft. Sie gelten auf den Flughäfen der Europäischen Union sowie für Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz. Flüssigkeiten dürfen seither nur begrenzt mitgenommen werden. Und zwar nur so viel, wie in einen Ein-Liter-Beutel passen. Der Beutel muss zudem transparent und wiederverschließbar sein. Pro Fluggast ist nur ein Beutel erlaubt.

Handgepäck - Flüssigkeiten
Seit 2006 gelten die Bestimmungen.

Jeder einzelne Behälter darf nicht mehr als 100 Milliliter fassen: Eine große Flasche Limo, in der sich noch ein kleiner Rest befindet, ist demzufolge tabu. Zu den Flüssigkeiten zählen auch Gele und Aerosole: alles was bei Zimmertemperatur flüssig, zähflüssig, gelartig oder cremig ist. Darunter fallen zum Beispiel Deo, Joghurt, Brotaufstrich, Suppe, Lotionen, Haargel oder Rasierschaum. In Zweifelsfällen entscheidet das Kontrollpersonal am Flughafen über die Zulässigkeit der Mitnahme. Im aufgegebenen Koffer sind Flüssigkeiten auch in größeren Mengen erlaubt. Die Regeln betreffen nur das Handgepäck.

Ausnahmen für Duty-Free und Medikamente

Die 2006 festgelegten Vorschriften gelten bis heute – mit Ausnahmen für Duty-free-Einkäufe, Medikamente und Spezialnahrung. Für kleine Passagiere darf zum Beispiel Babynahrung mitgenommen werden genauso wie Medikamente, für die der Passagier eine ärztliche Bescheinigung vorlegen kann. Auch alle Flüssigkeiten, die im Duty-Free-Bereich gekauft wurden, dürfen ins Handgepäck. Sie werden beim Kauf zusammen mit dem Kaufbeleg in einen Sicherheitsbeutel mit rotem Rand versiegelt. Der Beutel darf nicht vor der Ankunft am Zielflughafen geöffnet werden.

Bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen müssen die Passagiere alle mitgeführten Flüssigkeiten vorzeigen. Mäntel und Jacken muss man ausziehen: Die Kleidungstücke werden getrennt der Röntgenkontrolle unterzogen. Laptops und vergleichbare elektrisch betriebene Gegenstände sind aus dem Handgepäck herauszunehmen; sie müssen ebenfalls durch eine separate Röntgenkontrolle.

Scheren, Messer & Co.

Aber nicht nur bei Flüssigkeiten gibt es Einschränkungen, sondern auch bei Gegenständen: Keine Probleme gibt es laut Jörg Bittner von der Bundespolizei am Flughafen Düsseldorf bei einem Tennisschläger, einem kleinen Nagelset oder einem Feuerzeug. Bei einem
Taschenmesser kommt es auf die Größe der Klinge an: bis zu sechs Zentimeter sind erlaubt. Eine Spielzeugpistole darf nicht im Handgepäck mitgenommen werden. Das letzte Wort hat immer die Bundespolizei. Gegenstände, die nicht mitgenommen werden dürfen, können an vielen Flughäfen für ein paar Euro aufbewahrt werden.

Folgende Gegenstände sind im Handgepäck verboten:
• Gewehre, Betäubungsgeräte
• spitze oder scharfe Gegenstände wie Scheren oder Feilen mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter
• Werkzeuge, die schwere Verletzungen hervorrufen oder die Sicherheit des Luftfahrzeugs gefährden können
• stumpfe Gegenstände, die als Schlagwaffe eingesetzt werden können (etwa ein Baseballschläger)
• Spreng- und Brandstoffe sind nicht nur im Handgepäck, sondern auch im aufgegebenen Gepäck verboten.

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