Hautausschlag durch Modeschmuck

Was hilft bei einer Nickelallergie?

Verbraucher | Volle Kanne - Hautausschlag durch Modeschmuck

Hübsch anzusehen und trotzdem günstig: Modeschmuck erfreut sich großer Beliebtheit. Wenn da nicht der oftmals hohe Nickelanteil wäre, der schlimmstenfalls zu einer allergischen Reaktion führen kann.

Beitragslänge:
4 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.02.2017, 11:49

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat bereits 2015 darauf aufmerksam gemacht: In Modeschmuck ist zu viel Nickel enthalten. Als Spurenelement ist Nickel für den Körper lebensnotwendig. Doch in hohen Konzentrationen reizt es die Haut bei fast jedem Menschen. Schlimmstenfalls kann das zu einer Allergie führen. Wie aber äußert sich diese? Und was kann man dagegen tun, wenn man auf den Schmuck nicht verzichten will?

Modeschmuckstücke glitzern und funkeln, sehen schön aus und sind sehr preiswert. Doch sie haben oftmals einen gravierenden Nachteil: In ihnen ist in hohen Mengen Nickel enthalten.

Hautreaktion durch Kontakt

Denn ist man auf Nickel allergisch, äußert sich dies durch Juckreiz und Hautrötungen, schlimmstenfalls durch Ekzeme. Die Nickelallergie ist eine sogenannte Kontaktallergie. Das bedeutet, beim Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen werden durch den Körperschweiß Nickelionen aus dem Metall gelöst. Bei Menschen mit einer entsprechenden Veranlagung reagiert das Abwehrsystem darauf.

Dazu die Dermatologin Dr. Eva Valesky von der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Frankfurt: „Die Nickelallergie äußert sich häufig mit einer Rötung, Juckreiz, Knötchen, Bläschen und Nässen am Ort des Kontaktes. (…) In den seltensten Fällen kann es vorkommen, dass die Allergie nicht auf den Ort des Kontaktes beschränkt ist, sondern sich ausbreitet. Man spricht dann von einer hämatogen streuenden Kontaktreaktion.“

Nickel vermeiden – nur wie?

Eine naheliegende Möglichkeit für Menschen mit Nickelallergie wäre, den Kontakt damit zu vermeiden. Doch das ist nicht so einfach. Denn Nickel ist im Alltag weit verbreitet, wird in großem Maße industriell verarbeitet. So findet man Nickel nicht nur in Modeschmuck, sondern auch in Münzen, Knöpfen und Brillen, sowie in Pflanzen, Lebensmitteln und Zigarettenrauch.

Auch in Medizinprodukten kann Nickel enthalten sein. „Dazu zählen Metallimplantate, die im Rahmen der Orthopädie oder im Bereich der Zahnheilkunde verwendet werden. Nickel kommt in Gefäßstents, Herzschrittmachern und überall dort vor, wo im medizinischen Bereich Metall und damit Metalllegierungen verwendet werden“, so Dermatologin Valesky.

Behandeln – und nachfragen!

Eine Nickelallergie ist zwar nicht lebensbedrohlich, allerdings auch nicht heilbar. Bei starken Hautreaktionen helfen entzündungshemmende, cortisonhaltige Cremes. Unter Umständen können auch Medikamente notwendig sein.

Ein Tipp: Verbraucher sollten beim Einkaufen immer fragen, ob in den Produkten Nickel enthalten ist. Denn Recherchen haben gezeigt, nur weil „nickelfrei“ auf der Verpackung steht, heißt dies nicht, dass das Produkte wirklich nickelfrei ist.

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