Wechseljahre – was tun?

Jede Dritte leidet unter den Begleiterscheinungen

Verbraucher | Volle Kanne - Wechseljahre – was tun?

Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders: Die Beschwerden während dieser Zeit des Umbruchs können ganz unterschiedlich sein. Dr. Ingeborg Lackinger-Karger erklärt, wie man die Symptome lindern kann.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.03.2017, 14:00

Jede Frau durchlebt sie irgendwann – die Wechseljahre. Und jede Frau erlebt diese Zeit des Umbruchs ganz unterschiedlich. Bei manchen sind die begleitenden Beschwerden schwerwiegender oder belastender als bei anderen. „Volle Kanne“ verrät, was man tun kann, wenn sich die Wechseljahre ankündigen.

Die Wechseljahre sind ähnlich der Pubertät ein natürlicher Prozess im Leben der Frau. Die Eierstöcke stellen nach und nach die Produktion der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen ein. Im Durchschnitt betrachtet kommen Frauen um das 52. Lebensjahr in die Wechseljahre – es gibt hier aber erhebliche Abweichungen. Erste Veränderungen können bereits ab Mitte 40 auftreten. Auch die Schnelligkeit des Hormonabfalls ist unterschiedlich. Erfolgt dieser sehr schnell, sind die begleitenden Beschwerden meist deutlicher.

Viele mögliche Symptome

Generell kann man sagen, dass ein Drittel der Frauen keine Beschwerden hat, ein Drittel leichte bis mittlere und ein Drittel leidet stark. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Hitzewallungen. Die fehlenden Hormone wirken auf das Temperaturzentrum im Gehirn.

Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind Schlafstörungen, Unruhe, Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit. Die Schleimhäute der Scheide, der Blase und Harnwege werden schlechter durchblutet, was zu Trockenheit und Entzündungsanfälligkeit führen kann. Zudem hat die Veränderung im Hormonhaushalt Auswirkungen auf die Knochendichte. So lässt die Stabilität der Knochen nach, die Gefahr für Brüche steigt.

Hormonersatztherapie – ja oder nein?

Spritze
Als geeignete Behandlung galt lange die Hormonersatztherapie. Quelle: imago

Vor etwa zwei Jahrzehnten war es noch gang und gebe, dass Frauen in den Wechseljahren Hormone verschrieben bekamen, und diese, oftmals über Jahre hinweg, ohne große Bedenken eingenommen wurden. In den letzten Jahren erschienen Studienergebnisse, die ein erhöhtes Brustkrebsrisiko sahen sowie den bislang angenommenen Schutz vor Schlaganfällen nicht bestätigten, vielmehr ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zeigten.

Heute sieht man die Datenlage differenziert. Entscheidend bei der Risikoabwägung einer Hormoneinnahme ist, ähnlich wie bei der Antibabypille, die Berücksichtigung eventuell vorhandener Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen, bereits vorhandener Erkrankungen und des Alters. Auch die Dauer der Einnahme spielt eine Rolle.

Möglichkeiten zur Therapie

Die Hormonersatztherapie erfolgt entweder in Tablettenform oder über die Haut mit Pflastern oder Cremes. Bei letzteren beiden Möglichkeiten kann die Hormondosis reduziert werden und die Hormonabgabe an den Körper erfolgt ohne Schwankungen. Die Gefahr von Nebenwirkungen ist dabei nach derzeitiger Datenlage geringer als bei einer Hormonersatztherapie in Tablettenform. Gegen die Trockenheit der Scheidenschleimhaut, die auch das Sexualleben belasten kann, wirken östrogenhaltige Zäpfchen oder Gels oder auch nicht-hormonhaltige Cremes.

Neben den verschreibungspflichtigen Hormonen können Frauen sogenannte Phytoöstrogene einnehmen. Es gibt sie als Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform, frei verkäuflich in der Apotheke. Phytoöstrogene werden beispielsweise aus Soja gewonnen und sollen leichte bis mittlere Wechseljahrsbeschwerden positiv beeinflussen. Die Studienlage - zu möglichen Nebenwirkungen ist jedoch nicht eindeutig.

Zeit für Veränderungen

Die Wechseljahre sind ein langfristiger Prozess, der in der Gesellschaft oftmals immer noch eher negativ gesehen wird. Fest steht: Lebensstilmodifikationen wirken sich positiv aus, um gut durch die Wechseljahre zu kommen. Dazu zählen insbesondere Sport und Bewegung sowie Entspannungsmethoden.

Wichtig sind aber auch Aspekte wie berufliche Bestätigung, Erfolge im Privaten, positive Veränderungen (neues Hobby, neue Aufgaben). Eine positive Einstellung gegenüber dem Älterwerden ist ebenfalls hilfreich - die Wechseljahre nicht als Anfang vom Ende zu sehen, sondern als Anfang von etwas ganz Neuem.

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