Zigarette aus, Gesundheit an

Wege aus der Nikotinsucht

Verbraucher | Volle Kanne - Zigarette aus, Gesundheit an

In Deutschland rauchen ungefähr 20 Millionen Menschen. Das Aufhören fällt den meisten schwer, Schuld daran ist das Nikotin. Wir begleiten Raucher, die auf dem besten Weg sind, Nichtraucher zu werden.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.05.2017, 10:05

Rauchen ist gesundheitsschädlich – das dürfte mittlerweile fast jeder wissen. Seit Jahren wird von vielen Seiten her aufgeklärt. Trotzdem rauchen in Deutschland ungefähr 20 Millionen Menschen, also etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Das Aufhören fällt den meisten Rauchern schwer, die Sucht hat viele Menschen fest im Griff. Dafür verantwortlich ist vor allem das im Tabak vorhandene Nikotin.

Nikotin ist ein Alkaloid und gerät beim Inhalieren binnen Sekunden ins Gehirn. Dort dockt es an bestimmten Rezeptoren an und greift so in Stoffwechselprozesse im Gehirn ein. In der Folge werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, zum Beispiel Dopamin, das mit dem Belohnungssystem im Gehirn zusammenhängt. Es entsteht ein befriedigendes Gefühl. Irgendwann empfindet der Raucher dieses Gefühl nur noch mit Zigarette, da diese Stoffwechselprozesse längerfristig gestört sind. Nimmt die Nikotinkonzentration nach dem Rauchen allmählich wieder ab, empfindet der Raucher das Bedürfnis nach der nächsten Zigarette. Der Prozess beginnt von vorne. Es entwickelt sich eine körperliche Abhängigkeit.

Hinzu kommt die psychische Abhängigkeit. Die Zigarette wird mit bestimmten Situationen verknüpft. So verbindet man die Zigarette mit Stressabbau, der Möglichkeit eine Pause zu machen, mit geselligem Beisammensein, dem Kaffee am Morgen oder einem Glas Wein. Schneller als es viele merken, ist das Rauchen ein fester Bestandteil im Tagesablauf geworden und man richtet sich zunehmend danach, wann man wieder eine Zigarette braucht.

Wie mit dem Rauchen aufhören?

Es gibt zahlreiche Methoden mit dem Rauchen aufzuhören. Wichtig ist, dass ein Umdenken stattfindet: Man muss aufhören wollen. Viele Raucher hören dann von heute auf morgen auf. Anderen hilft es, Ratgeberbücher zu lesen, Hypnose, Akupunktur oder verhaltenstherapeutische Ansätze zu verfolgen. Auch gibt es Nikotinpflaster und -kaugummis, deren Anwendung aber umstritten ist. Sie vermeiden vielleicht die Zigarette, durchbrechen aber nicht den Suchtkreislauf. Die Anwendung sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker erfolgen und nur von starken Rauchern in Betracht gezogen werden.

Wissenschaftlich belegt hingegen ist die medikamentöse Unterstützung der Raucherentwöhnung mittels Bupropion, ein verschreibungspflichtiges Medikament, dessen Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

Kurse zum Entwöhnen

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Zigarette Quelle: dpa

Raucherentwöhnungskurse gibt es in Hülle und Fülle. Man sollte sich vorab gut informieren und ggf. auch Rücksprache mit der Krankenkasse halten. Die Kosten vieler Kurse werden zumindest teilweise von den Kassen übernommen. Nachfragen lohnt sich. Es gibt mittlerweile auch zahlreiche Apps, die spielerisch motivierend das Aufhören unterstützen können. So zeigen sie beispielsweise an, wie viele Zigaretten schon nicht geraucht wurden, wie viel Geld man dadurch gespart hat und welche Verbesserung gerade im Körper stattfindet.

Viele Raucher brauchen mehrere Anläufe, um wirklich dauerhaft aufzuhören. Bei einigen kommt es zu kleineren oder größeren Rückfällen. Diese sollten aber nicht davon abhalten, nach dem Rückfall mit ganzem Willen den Rauchstopp weiter zu verfolgen. Allerdings kann es nach einem Rückfall, auch nach nur einer Zigarette, am nächsten Tag wieder deutlich schwieriger sein, auf die Zigarette zu verzichten, da das Nikotin sofort wieder in den Stoffwechsel im Gehirn eingreift.

Angst vor dem Rauchstopp

Der Rauchstopp ist häufig mit Angst besetzt. Man hat die Angst, es sowieso nicht zu schaffen, die Zigaretten zu sehr zu vermissen oder zum Beispiel stark zuzunehmen. Diesen Ängsten sollte man sich stellen und versuchen, sich nicht hinter ihnen zu verstecken. Ein Versuch lohnt sich allemal und der Hausarzt kann vielleicht weiter helfen, um einen geeigneten Ansatz zu finden.
Schafft man es nicht, sich das Rauchen alleine abzugewöhnen, sollte man den Hausarzt um Hilfe bitten. Im Gespräch kann man herausfinden, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt und ob vielleicht eine Verhaltenstherapie helfen kann, die Sucht zu überwinden.

Körperliche Veränderungen

Nach der letzten Zigarette stellen sich relativ schnell die ersten Veränderungen im Körper ein.

- Bereits nach ungefähr 20 Minuten sinken Blutdruck und Puls, die Durchblutung ist besser.
- Nach einigen Stunden ist das Nikotin im Körper abgebaut, es reichert sich nicht an.
- Nach ungefähr acht Stunden hat das Kohlenmonoxid im Blut wieder einen normalen Spiegel erreicht.
- Nach einigen Tagen regenerieren sich Geruchs- und Geschmackssinn.
- In den folgenden Wochen verbessert sich der Blutkreislauf, Bronchien und Lunge beginnen sich zu regenerieren.
- In den folgenden Jahren sinkt auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie koronare Herzerkrankungen, Schlaganfälle, Krebserkrankungen im Bereich von Mund, Speiseröhre und Luftröhre, sowie Bronchien und Lunge.

Die Regeneration hängt von vielen Faktoren ab und kann individuell unterschiedlich verlaufen. Das hängt auch immer davon ab, wie lange und intensiv jemand geraucht hat und wie der Körper reagiert. Auch wenn die vollständige Regeneration lange dauern kann: Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Fall!

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