Weinlese 2017: Startschuss für den Federweißen

Verbraucher | Volle Kanne - Weinlese 2017: Startschuss für den Federweißen

Die Weinlese hat begonnen, die Saison des Federweißen ist eröffnet. Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut gibt Tipps zur Haltbarkeit und Lagerung des fruchtig-süßen Herbstgetränks.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.09.2018, 09:05

Weinjahrgang 2017

„Der Weinjahrgang 2017 ist von einer ungewöhnlich frühen Traubenreife geprägt“, weiß Weinexperte Steffen Schindler. Das überwiegend sonnige Sommerwetter ließ die Zuckergehalte in den Trauben stark ansteigen, sodass die Reben in einigen Regionen einen Entwicklungsvorsprung von zwei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel aufweisen.

Warme, sonnige Tage und kühle Nächte sorgen zudem für die Ausprägung der Aromen in den Beeren.

Jeder Wein ist einmal Federweißer

Federweißer ist in Gärung befindlicher Traubenmost. Er wird nicht speziell hergestellt, sondern ist ein frühes Produkt aus dem Prozess der Weinherstellung. Bei der Gärung wird der Fruchtzucker der Trauben durch die Weinhefe in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Der Most enthält eine weißliche Farbe, die Hefeteilchen werden aufgewirbelt – wie kleine Federn – daher auch der Name. Wegen der sprudelnd entweichenden Kohlensäure nennt man ihn in manchen Gebieten auch Rauscher, Blitzer oder Sauser. Durch die Kohlensäure hat er einen angenehm prickelnden Geschmack.

Je nach Anbaugebiet gibt es ihn von Anfang September bis Ende Oktober zu kaufen. Mit etwas Zeit und der richtigen Lagerung könnte er also noch zu Wein werden.

Schlecht zu transportieren

Da der "neue Wein" noch in den Flaschen gärt, ist er auch nicht luftdicht verschlossen, sondern nur mit durchlöcherten Kunststoffkapseln versehen. Er ist also nur stehend zu transportieren. Die schlechte Transportmöglichkeit ist sicher der Grund, dass man ihn früher nur in den Anbaugebieten kannte.

Lagerung

Federweißer hat einen Alkoholgehalt von vier bis fünf Prozent. Er schmeckt zu Beginn der Gärung noch süß und süffig. Je länger der Federweiße steht und damit gärt, desto mehr Traubenzucker verwandelt sich in Alkohol und desto trockener schmeckt er. Er sollte daher rasch nach dem Einkauf getrunken werden. Stellt man Federweißen zu kühl, unterbindet man damit die Gärung und er verliert an Spritzigkeit. Im Kühlschrank ist Federweißer etwa zehn Tage haltbar.

Entschlackende Wirkung

Federweißer enthält Hefezellen, Milchsäurebakterien und viele Vitamine. Die Hefezellen dringen bis in den Darm vor und bewirken dort eine Entschlackung. Zur Blutreinigung kommt es, wenn lebende Hefezellen vom Blut aufgenommen werden.

Getrunken wird der prickelnde und erfrischende junge Wein gerne zu Zwiebelkuchen oder Esskastanien.

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