Wellensittiche als Haustiere

Vögel mindestens im Doppelpack halten

Verbraucher | Volle Kanne - Wellensittiche als Haustiere

Wellensittiche sind beliebte Haustiere. Damit es ihnen gut geht, sollte man mindestens zwei Artgenossen gemeinsam halten und den Tieren regelmäßigen Freiflug im Zimmer ermöglichen.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.07.2017, 14:00

Eigentlich kommen sie aus Australien: doch die kleine Papageienart hat auch hierzulande viele Freunde. Rund 3,4 Millionen Ziervögel sitzen in Vogelvolieren – idealerweise nicht alleine, denn Wellensittiche sind gesellige Tiere. Was sie sonst noch brauchen, erklärt Valentina Kurscheid.

Wer sich Wellensittiche zulegen möchte, kann im Tierheim, beim Hobby-Züchter oder im Zoofachhandel nachfragen. Der Fachhandel bezieht die Tiere über Züchter. Kostenpunkt: zwischen 20 und 40 Euro. Die Vögel verhalten sich zu zweit oder zu mehreren deutlich lebendiger, Einzelhaltung lässt sie hingegen vereinsamen. Auf einen Spiegel sollte man lieber verzichten. Der Vogel meint dann zwar, er hätte einen Artgenossen neben sich, versucht ihn dann allerdings ständig zu füttern. Das kann schwere Kropfentzündungen zur Folge haben.

Mindestens zwei Wellensittiche sollte man zusammen halten. Zu empfehlen ist entweder ein Pärchen oder zwei Hähne. Ein Pärchen bekommt nur Nachwuchs, wenn beide kerngesund sind und vor allem, wenn der Besitzer ihnen die Möglichkeiten verschafft, Eier zu legen, sprich ihnen eine Bruthöhle oder einen Nistkasten im Käfig installiert und ihnen viel Frischfutter anbietet. Im Umkehrschluss: Wer keinen Nistkasten in die Voliere hängt, stimuliert damit auch nicht die Brut. „Eine Kastration ist also eigentlich nicht nötig“, erklärt „Volle Kanne“-Tierexpertin Valentina Kurscheid.

Voliere: Größe und Ausstattung

Die Vögel brauchen eine ausreichend große Voliere: Damit die Tiere ein Stück fliegen können, sollte sie mindestens 80 Zentimeter breit sein, bei mehr als fünf Vögeln einen Meter. Eine Turmvoliere ist nicht geeignet. Für einen Käfig müssen Sie etwa 150 bis 200 Euro einplanen, natürlich tut es auch ein gebrauchtes Exemplar.

Wellensittich
Wellensittiche können 15 Jahre und älter werden.

Die Gitterstäben sollten nicht weiß, gold- oder chromfarben sein: „Hier kann es zu Reflexionen kommen, was schädlich für die Augen der Tiere sein kann“, erklärt Kurscheid. Der Abstand der Gitterstäbe sollte zwischen 0,8 und 1,3 Zentimeter betragen. Stellen Sie die Voliere nicht zu voll, da sonst keine Flugmöglichkeit mehr besteht. Als Einstreu eignet sich am besten Vogelsand: Die Tiere scharren gerne und setzen sich auch darauf. Zum Schlafen sollte man eine hoch gelegene Sitzmöglichkeit in der Voliere schaffen (Schaukel oder Sitzstange) und hier auf keinen Fall Spielzeug aufhängen.

Natur statt Plastik

Das Spielzeug sollte nicht aus Plastik sein. Denn Kleinteile können so lange beknabbert werden, dass sie sich lösen und dann verschluckt werden, wie etwa der Klöppel am Glöckchen. Dieser kann schnell im Vogelmagen landen, was zum Tod des Tieres führen kann. Sitzstangen sind ganz einfach herzustellen: Äste von Obstbäumen gründlich mit warmem Wasser abschrubben. Die Zweige am besten einseitig befestigen, denn so können sie nachwippen.

Normales Vogelfutter aus dem Handel ist als Grundnahrung empfehlenswert. Hirsekolben sind für Wellensittiche ein richtiger Leckerbissen. Knabberstangen sind hingegen oft regelrechte Dickmacher. Frische Kräuter, Möhrenscheiben oder Apfelstückchen liefern den Vögeln benötigte Vitamine. Auch an Sepiaschalen knabbern sie gerne und stutzen damit ihre Schnäbel. Zum Trinken eignet sich ein Wasserröhrchen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden.

Freiflug im Zimmer

Auch bei einer ausreichend großen Voliere sollte man Wellensittichen regelmäßigen Freiflug im Zimmer gönnen. Bringen Sie dafür auch Sitzstangen außen am Käfig in der Nähe des Türchens – zum Starten und Landen an. Wellensittiche sind zu Beginn möglicherweise zurückhaltend: Lassen Sie den Tieren Zeit, alles auszuprobieren. Die Fenster sollten während des Freiflugs komplett geschlossen sein. Gefahrenquellen können giftige Zimmerpflanzen, Gefäße mit Flüssigkeiten oder schmale Spalte hinter Möbeln sein.

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