Wenn der Wetterwechsel krank macht

Tipps von Dr. Christoph Specht

Hitze

Verbraucher | Volle Kanne - Wenn der Wetterwechsel krank macht

Datum:
Sendungsinformationen:
Keine Sendungsinformationen verfügbar

Bei Temperaturen um die 30 Grad freuen sich viele vor allem auf Freibad und Eisdiele. Doch manch einen haut der rasche Temperaturanstieg regelrecht um: Wetterwechsel machen zwar nicht krank, bestehende Leiden können aber verstärkt werden. Dr. Christoph Specht erklärt die Hintergründe.

Die Hitze kommt - da schaltet das Gemüt auf Sommermodus. Doch einige haben mit den Wetterwechseln und Temperaturanstiegen ihre Probleme. Unter Wetterfühligkeit versteht man eine Überempfindlichkeit gegenüber Witterungserscheinungen wie beispielsweise Luftdruckschwankungen, Föhn, Hitzewellen, wechselnde Luftfeuchtigkeit, drückende Luft oder Gewitter. Wetterfühligkeit wirkt sich auf das Allgemeinbefinden, auf die Stimmung und Leistungsfähigkeit aus. Die Symptome treten 24 bis 48 Stunden vor einer Wetteränderung auf. „Aus medizinischer Sicht handelt es sich allerdings nicht um eine Krankheit, sondern um eine Befindlichkeitsstörung“, ordnet Dr. Christoph Specht die Symptome ein.


Andere leiden unter sogenannter Wetterempfindlichkeit: Sie äußert sich durch die Verschlechterung von bereits bestehenden Krankheiten. Dr. Specht erklärt: „Ein Patient mit Herzproblemen weist bei einem bestimmten Wetter schneller klassische Symptome seiner Grunderkrankung auf. Er spürt das Wetter also aufgrund seiner Herzprobleme. Ebenso kann das Wetter bestehende Krankheiten wie Rheuma, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Arteriosklerose verschlimmern. Auch alte Verletzungen können erneut Schmerzen bereiten.“


Schonung und Ruhe

Wenn ein Wetterumschwung ansteht, sollten wetterfühlige Menschen versuchen, sich an den Tagen vorher zu schonen und dem Organismus Ruhe zu gönnen. Ausgeruht und fit lässt sich der Wetterumschwung besser meistern.

Wetterfühligkeit sei nämlich ein Stressfaktor für den Organismus, wie Dr. Specht veranschaulicht: „Unser Organismus ist ein großes Fass, in das viele Stressfaktoren hineinpassen: eine chronische Erkrankung, Ärger mit dem Partner oder im Büro, viel Arbeit, zu wenig Schlaf. Dann ist häufig das Wetter der Tropfen, der dieses Fass zum Überlaufen bringt. Schafft man es, ausgeruht zu sein und die Stressfaktoren möglichst gering zu halten, so dass noch viel Luft in dem Fass ist, dann besteht die Möglichkeit, dass das Wetter keine Angriffsfläche findet, und der Organismus das noch abfedern kann.“

Sauna und Spaziergänge

Wer sich gegen Wetterfühligkeit abhärten möchte, sollte den Körper mit Wechselduschen oder Saunagängen darauf trainieren, auf schwankende Temperaturen zu reagieren. Sehr gut ist auch, einfach bei jedem Wetter spazieren zu gehen. Bewegung an der frischen Luft tut gut, und der Organismus wird auf natürliche Weise trainiert, besser mit dem Wetterwechsel umzugehen. Bei großer Hitze sollte man allerdings lieber auf den Spaziergang verzichten. Da hilft es dem Organismus mehr, sich im Innenraum ein kühles Plätzchen zu suchen.

Sind Frauen wetterfühliger?

Angeblich sind Frauen dreimal so oft wie Männer von Wetterfühligkeit betroffen. Dr. Christoph Specht sieht diese Zahlen skeptisch: „Ich würde es eher folgendermaßen ausdrücken: Frauen sagen dreimal so oft wie Männer, dass sie wetterfühlig sind.“ Die Ursache dafür könne darin liegen, dass Männer nicht zugeben möchten, dass sie auf Wettererscheinungen reagieren, da das als unmännlich gelte. Dabei besagt eine Theorie, dass die Wetterfühligkeit ein Überbleibsel der früher notwendigen Regenerkennung ist. In der Savanne musste man den Regen spüren können, um nicht zu ertrinken und dies war meist Aufgabe der Männer. Warum sich dieses positive Spüren heute in eine negative Befindlichkeit gewandelt hat, ist unklar.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet