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Wenn Eltern Krebs haben

Wenn Eltern Krebs haben, leiden auch die Kinder darunter. Alltag und Familienleben werden stark belastet. Das Projekt Familienscout der Aachener Uniklinik in Zusammenarbeit mit der Caritas soll betroffenen Familien helfen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.06.2020

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt, führen der abrupte Abbruch von vertrauten Alltagsabläufen und die atmosphärisch spürbare Verunsicherung dazu, dass Kinder krebskranker Eltern doppelt so häufig psychische Symptome zeigen (Angst, Depressionen und psychosomatische Beschwerden) wie vergleichbare Kinder.

Das bundesweit einmalige Projekt „Familien-Scout“ soll Unterstützung geben und Prävention leisten. Wie ein Lotse begleitet eine Fachkraft Familien mit einem krebskranken Elternteil.

Modellprojekt "Familien-Scout"

Das Centrum für Integrative Onkologie (CIO Aachen) hat zusammen mit dem regionalen Caritasverband Aachen als erstes diese Form der Unterstützung entwickelt. Psychoonkologin Andrea Petermann weiß, wie sehr eine Krebserkrankung den Alltag belastet und die ganze Familie durcheinanderbringt:

„Wir haben lange gesehen, dass eben nur derjenige, der Krebs hat, selber psychisch belastet ist. Die Psychoonkologen haben sich darauf sehr konzentriert. Erst nach und nach ist ins Bewusstsein gekommen, dass die Partner - und inzwischen wissen wir auch - dass die Kinder mindestens genauso stark belastet sind, wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt.“

"Familien-Scouts" bieten umfassende Unterstützung

Wenn alle am Anschlag sind, entstehen schnell Streit, Konflikt und Belastung. Deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Familie insgesamt Hilfe kriegt. Jede helfende Hand führt zur Entlastung und Zuwendung untereinander. Familien-Scouts bieten Unterstützung:

  • bei der Krankheitsbewältigung
  • bei der Organisation des Alltags
  • bei der Vernetzung verschiedener Hilfsangebote
  • bei einer offenen, vertrauensvollen Kommunikation.

Aktuell werden in der Städteregion Aachen 40 Familien betreut.

Präventive Wirkung

Die Psychoonkologin hofft, dass das Projekt in die reguläre Finanzierung der Krankenkassen kommen wird. „Das ist unser Ziel, das wäre ein sehr neuer Ansatz, weil wir sozusagen Vorsorge betreiben, bevor psychische Erkrankungen auftreten“, so Andrea Petermann-Meyer.

Die Studienphase wird 2020/21 abgeschlossen sein.

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