Leistungsfähiges Gehirn im Alter

Wie bleibt man jung im Kopf?

Verbraucher | Volle Kanne - Leistungsfähiges Gehirn im Alter

Das Gehirn ist zwar auch dem Verschleiß ausgesetzt, doch anders als etwa beim Kniegelenk, kann man die Bildung seiner eigenen Hirnzellen auch im hohen Alter noch anregen.

Beitragslänge:
5 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.07.2017, 10:05

Wir werden immer älter. Umso wichtiger ist es, dass das Gehirn so lange wie möglich gut funktioniert. Was kann der Einzelne in den Bereichen Lebenswandel, Ernährung, Sport oder Gehirntraining tun, um sein Gehirn möglichst leistungsfähig zu halten - und was wird über äußere Faktoren bestimmt?

Ab wann altert das Gehirn? Dies ist eine Diskussion, die Forscher heute noch führen. Die meisten Daten deuten darauf hin, dass das Gehirn bereits ab dem 25. Lebensjahr anfängt zu altern. Ein wichtiger Indikator dafür ist das Arbeitsgedächtnis, eine Art Portal zwischen der Informationsflut, die uns umgibt, und dem, was im Gehirn vor sich geht. Dort wird auch bestimmt, welche Informationen weiter verarbeitet werden. Hier sehen Hirnforscher, dass die Rechenkapazität des Arbeitsgedächtnisses schon ab dem 25. Lebensjahr sinkt.

Wie bemerkt man die sinkende Leistung des Gehirns?

Dass die Leistung des Gehirns sinkt, bemerkt man erst zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. Das äußert sich darin, dass man sich Namen schlechter merken kann oder dass das Kopfrechnen einem immer schwerer fällt, da man sich Zwischensummen nicht gut merken kann.

Wir haben die Fähigkeit uns mithilfe des Arbeitsgedächtnisses etwas für die Zukunft vorzunehmen: „In 30 Minuten den Ofen ausstellen“ oder „wenn du aus dem Haus gehst, nehme den Hausschlüssel mit“. Im Alter wird es schwieriger, sich in der Zukunft solche Zeitmarker zu setzen. Das bedeutet, dass man im Alter mehr Hilfsmittel benutzen sollte: Mit elektronischen oder schriftlichen Aufzeichnungen kann man nachhelfen und sich daran erinnern, wann man was machen wollte.

Ohne Navi bilden sich mehr Gehirnzellen

Menschliches Gehirn mit Binärcode
Man kann die Bildung von eigenen Hirnzellen auch im hohen Alter anregen. Quelle: colourbox.de

Ein spezielles Hirnareal - der Hippocampus - liegt tief unter dem Schläfenlappen. Er ist als einer von zwei Hirnregionen in der Lage bis ins hohe Alter neue Nervenzellen zu bilden (die Zweite ist für das Riechen zuständig). Dabei kann sich der Hippocampus vergrößern.

Beobachtet hat man das an Londoner Taxifahrern, die zwölf Jahre Berufserfahrung hatten. Denn das Navigieren durch ein kompliziertes Straßensystem ist eine kognitiv anspruchsvolle Tätigkeit. Dadurch werden neue Nervenzellen gebildet und der Arbeitsspeicher vergrößert. Diese neu gebildeten Nervenzellen im Hippocampus können im Alter benutzt werden, um neues Lernen abzuspeichern oder sie können Aufgaben von abgestorbenen Nervenzellen übernehmen.

Unterschiedliche Phasen des Älterwerdens

Teilt man das Leben eines Menschen in Phasen ein, zum Beispiel 50 bis 60, 60 bis 75 und 75 bis 90 Lebensjahre, sieht man, dass sich schrittweise die kognitive Verarbeitung von Erlebnissen, das Empfinden von Emotionen, die Verarbeitung sensorischer Emotionen verändern. Aber man sieht auch, dass sie nicht in allen Belangen schlechter werden. Zu verschiedenen Lebenszeitpunkten kann man feststellen, wie verschiedene Emotionen und auch Gedächtnisinhalte den Lebensalltag immer stärker bestimmen.

Das Sprachgedächtnis wird besser. Wir werden auch besser darin, Geschichten zu erzählen, bis ins 85. Lebensjahr hinein. Im Alter kann man Emotionen besser kontrollieren. Dies hat mit den Alterungsprozessen im Gehirn zu tun. Die Areale, die für affektives Verhalten zuständig sind, bei denen man sehr schnell und stark emotional reagiert, altern schneller, als die Areale, die das kontrollieren.

Ältere Menschen denken positiver

Die Lebensauffassung, die Lebenserinnerung, die Lebenseinstellung bekommen eine positive Färbung. Zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr verändern sich langsam die Emotionen hinsichtlich eines positiveren Bildes. In der Lebensphase zwischen 75 bis 90 blickt man sehr stark auf sein Leben zurück. Viele Menschen leben dann auch sehr stark durch ihre Gefühle und durch ihre Erinnerungen, die sie vor vielen Jahren hatten und holen diese viel häufiger in die Gegenwart zurück.

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