Kaum im Urlaub, schon krank

Der Arbeitsstress weicht den Krankheitssymptomen

Wer kennt das nicht? Man fiebert dem Urlaub bereits entgegen, doch zuvor muss noch ein wahrer Berg von Arbeit erledigt werden. Dadurch setzt man sich jeder Menge zusätzlichem Stress aus. Hat man endlich alles geschafft, fällt der psychische Druck ab und der Körper meldet sich mit diversen Krankheitssymptomen. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als „Leisure Sickness“.

Die sogenannte „Leisure Sickness“, zu deutsch „Freizeitkrankheit“, beschreibt das psychologische Phänomen des regelmäßigen Krankwerdens in Leerlaufzeiten. Häufig erkranken die Betroffenen am Wochenende oder im Urlaub. In Deutschland sind rund 250.000 Menschen davon betroffen. Seit 2001 ist das Phänomen der „Leisure Sickness“ wissenschaftlich erforscht und anerkannt.

Auslöser ist das Verschleppen von Stresssymptomen, eine unbeachtete Stresssymptomatik. Häufig betroffen sind Menschen, die unter hohem Leistungsdruck stehen, sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen und nicht abschalten können.

Wen trifft es, wie äußert sich die Krankheit?

Perfektionisten, Pessimisten und Menschen mit Helfersyndrom sind überdurchschnittlich häufig von dieser stressbedingten Krankheit betroffen. Erst wenn ihr Stresslevel und damit die Ausschüttung an Adrenalin sinkt, merken sie, wie schlecht es ihnen geht.

Klassische Symptome sind Migräne, grippale Infekte, Müdigkeit, Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Erbrechen oder Depressionen. Die Symptome treten unabhängig von Geschlecht auf, auch der Konsum von Kaffee, Alkohol und Zigaretten spielt keine Rolle. Die Symptome treten als Konsequenz einer Daueranspannung auf. Dem Körper fehlt die regelmäßige Entspannung, die zu einem gesunden Leben dazu gehört.

Zur Regeneration „zwingen“

Um gegen die Leisure Sickness vorzugehen, müssen sich die Betroffenen eingestehen, dass sie ihrem Körper zu viel zumuten und ihm mehr Entspannungsphasen gönnen. Experten raten zum strikten Einhalten von Entspannungszeiten während des Tages. Diese können sein: täglich 30 Minunten spazieren gehen, mäßiger Sport (Sport auf Zeit wie beispielsweise schnelles Jogging ist tunlichst zu vermeiden!), feste Pausenzeiten in den Arbeitsalltag integrieren und im Terminkalender blockieren.

Eine weitere Möglichkeit: ein Regenerationstagebuch schreiben. In Letzteres kann am Abend aufgeschrieben werden, wie viel Zeit man sich selbst über den Tag hinweg als Auszeit gegönnt hat. So kann der (dringende) Bedarf an häufigeren oder längeren Pausen aufgedeckt werden.

Einfach mal „tief durchatmen“

Unterstützung im Kampf gegen dieses Phänomen bieten außerdem Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung. Ziel dieser Übungen, die alleine zuhause oder in einem Kurs praktiziert werden können, ist eine tiefere Entspannung durch eine richtige, tiefe Atmung zu erreichen. Durch eine tiefe Atmung gelingt es dem Körper, den Herzschlag zu verlangsamen. Einer Daueranspannung kann so bestenfalls reduziert oder allmählich abgebaut werden.

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