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Wiederbelebung nach Herzinfarkt

Marcs Herz hatte nach einem Infarkt aufgehört zu schlagen. Der erst 41-jährige Printjournalist verdankt sein Leben zwei Redaktionsmitgliedern, die ihn mit Erste-Hilfe-Maßnahmen ins Leben zurückholten, bis der Rettungswagen kam.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.09.2020

Pro Jahr erleiden gut 70.000 Menschen in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand. Oft sind es Laien, die als Ersthelfer vor Ort sind und helfen könnten. Allerdings geschieht dies nur in 30 Prozent der Fälle. Grund sind Unwissenheit und Angst vor Fehlern, dabei hat sich bei der Reanimation einiges geändert, was die Hilfe einfacher macht.

Es geht um jede Sekunde

Ausgelöst wird der plötzliche Herztod zumeist durch ein abruptes Auftreten von Herzkammerflimmern. Der Kreislauf bricht zusammen, der Blutdruck geht auf „Null“, Mediziner nennen das Herzkreislaufstillstand. Die Folge: Der Patient wird innerhalb weniger Sekunden bewusstlos und stirbt nach ca. 10 Minuten, wenn nicht sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird.

Bei einem Herzstillstand ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um zirka 10 Prozent. Da Rettungsdienste zum Unfallort mindestens 8-10 Minuten benötigen, muss die Zeit bis zu ihrem Eintreffen durch Wiederbelebungsmaßnahmen von Laien (Laienreanimation) überbrückt werden.

Wiederbelebung - wie geht das?

Das Beatmen

Muss die Mund-zu-Mund-Beatmung sein? Wie lange beatmen? In welcher Frequenz? Was ist, wenn ich etwas falsch mache? Kann man sich mit Virus-Erkrankungen (z.B. Hepatitis) anstecken? Die gute Nachricht: Auf die Beatmung kann man eher verzichten als auf die Herzdruckmassage. Es ist nicht der Sauerstoff, der dem Körper in den ersten Minuten nach einem Herzstillstand fehlt. Es ist der fehlende Blutfluss, sodass der im Blut gebundene Sauerstoff nicht zum Gehirn transportiert werden kann. Durch die Herzdruckmassage wird ein solcher Blutfluss hergestellt, mit dem der Sauerstoff zum Gehirn gepumpt wird.

Bei einem plötzlichen Herzstillstand hat ein Erwachsener für etwa acht Minuten ausreichend Sauerstoff im Blut. Mehrere wissenschaftliche Studien haben dieses bereits belegt. Wer sich unsicher bei der Beatmung ist oder Angst vor Infektionen hat, sollte diese also weglassen. Aber: eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Beatmung ist notwendig, wenn die Reanimation länger als 8 bis 10 Minuten dauert. Wer unsicher ist, sollte laut um Hilfe rufen. Der korrekte Zyklus lautet dann 30 Mal Herzdruckmassage und 2 Mund-zu-Mund-, bzw. Mund-zu-Nase-Beatmungen.

Was der Ersthelfer zu machen hat

Wenn eine Person plötzlich umfällt und liegen bleibt, muss zunächst geprüft werden, ob sie bewusstlos ist. Dazu wird die Person auf den Rücken gelegt, an beiden Schultern gefasst und leicht geschüttelt sowie laut angesprochen. Wenn die Person nicht reagiert, muss als Erstes Hilfe herbeigerufen werden (Tel. 112). Dann den Kopf überstrecken und das Kinn leicht anheben. Ist keine Atmung hör- oder fühlbar, wenn man eine Hand auf den Brustkorb legt, oder kommt es zu Schnappatmung oder Röcheln, sind das Anzeichen für die erste Phase eines Herzstillstandes. Man beginnt dann sofort mit der Herzdruckmassage – ohne nach dem Puls zu tasten.

Dazu muss der Betroffene auf dem Rücken und möglichst auf einer harten Unterlage (Fußboden) liegen. Dann kniet man sich an eine Seite des Patienten – egal ob rechts oder links. Einen Handballen auf die Mitte des Brustkorbes aufsetzen, zweite Hand auf den Handrücken der ersten platzieren. Mit gestreckten Armen das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter tief und schnell genug (100- bis 120-Mal pro Minute) in Richtung Wirbelsäule drücken. Orientieren kann man sich an dem Rhythmus des Bee Gees-Songs „Stayin' alive“. Nach jedem Drücken des Brustbeins vollständig entlasten, ohne den Kontakt zwischen Hand und Brustbein zu verlieren. Die Herzdruckmassage wird so lange fortgeführt, bis das Rettungsteam eintrifft. Vor etwaigen Rippenbrüchen des Reanimierten sollte man keine Angst haben - dies ist kein Fehler der Herzdruckmassage, sondern bisweilen eine unvermeidbare Begleitwirkung.

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