Winterschutz für Pflanzen

Verbraucher | Volle Kanne - Winterschutz für Pflanzen

Auch winterharte Pflanzen sollte man vor Kälte schützen. Pflanzenexperte Elmar Mai erklärt, welcher Schutz für welche Pflanzen der Beste ist.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.10.2019, 09:05

Fallen die Temperaturen für einen längeren Zeitraum deutlich unter die Null-Grad-Marke, können das  nur die winterharten Pflanzen überstehen. „Alle anderen Pflanzen muss man je nach Temperaturtoleranz in ungeheizte Gewächshäuser oder sogar noch wärmer stellen“, so der Pflanzenexperte Elmar Mai.

Man sollte im Hinterkopf behalten, dass auch der Winterschutz Kälte nicht vollkommen von den Pflanzen abhalten kann. Er sei daher hauptsächlich für winterharte Pflanzen angezeigt und erfülle vor allem den Zweck, Temperaturschwankungen zu dämpfen, ergänzt er. Weitere Stressfaktoren für Pflanzen sind vor allem zu viel Wintersonne, kalte Winde oder starke Temperaturschwankungen im Tag-Nacht-Rhythmus.

Problem: Kalte Winde und Wintersonne

Kalte Winde trocknen Pflanzen extrem schnell aus. Ist der Boden gefroren und scheint die Sonne, können Kübelpflanzen innerhalb weniger Tage absterben. Selbst in freier Natur sterben bei langen Frostperioden und kalten Ostwinden robuste Pflanzen ab, besser gesagt, sie vertrocknen, obwohl die Temperaturen deutlich im Toleranzbereich liegen. Sie sind also nicht erfroren!

Kübelpflanze richtig überwintern
Viele Pflanzen brauchen einen Kälteschutz
Quelle: IMAGO

Wintersonne speziell bei Minusgraden hat zwei negative Seiten: Sie regt vor allem bei immergrünen Pflanzen das Wachstum an. Das führt zum Verbrauch von Wasser, das im gefrorenen Boden jedoch nicht verfügbar ist. Die Pflanzen vertrocknen. Im Fachjargon der Gärtner und Förster heißt das Phänomen „Frosttrocknis“. Außerdem erwärmen die Sonnenstrahlen die Pflanzen einseitig. Speziell bei Baumstämmen kann das zu extremen Spannungen zwischen Sonnen- und Schattenseite führen, die Rinde kann reißen (Frostrisse genannt). Bei Kübelpflanzen, insbesondere in dunklen Töpfen, kann das zur einseitigen Erwärmung führen und die Wurzeln können Schaden nehmen. In gewachsenen Gartenböden ist diese Gefahr deutlich geringer.

Schutz gegen Wind und Sonne

Derbe Tücher können den Einfluss der Wintersonne und der austrocknenden Winde dämpfen. Sie dürfen aber weder zu lichtdicht noch zu winddicht sein, ein gewisser Austausch mit der Umwelt ist für die Pflanzen unverzichtbar. „Keinesfalls darf man über lebendes Grün Plastikfolien ziehen, das führt zur Feuchtigkeitsbildung und zu Pilzkrankheiten“, warnt Elmar Mai. Je nach Geschmack kann man ein einfaches Gartenvlies, tarnfarbige Naturmaterialien oder bunt bedruckte Abdeckhauben einsetzen.

Problem: Temperaturschwankungen

Temperaturschwankungen können unter dem Einfluss der Sonne zur Rissbildung führen. Andererseits können starke Temperaturunterschiede auch bei Schönwetterlagen auftreten. Je kleiner das Volumen, desto schneller machen sich die Temperaturunterschiede bemerkbar.

Winterschutz von Rosen
Quelle: Imago/Manfred Ruckszio

Während gewachsene Gartenböden solche täglichen Unterschiede ohne Probleme ausgleichen können, sind Kübelpflanzen davon stark betroffen. Vor allem dunkle und dünnwandige Gefäße führen bei Frostwetterlagen tagsüber zum Auftauen und gefrieren nachts wieder. Das kann zu Stress und zu massiven Wurzelschäden führen.

Schutz vor Temperaturschwankungen

Weitere Winterprobleme

Ein Sonderfall ist die Wärmeleitfähigkeit von Materialien. Es gibt gute und schlechte Wärmeleiter, die auf die Winterfestigkeit von Pflanzen oft von entscheidendem Einfluss sein können. Werden zum Beispiel Metalle als Rankgerüste eingesetzt, kann es sich an Stellen, die von Sonnenstrahlen getroffen werden, stark erwärmen und die Wärme quasi unter die Pflanzen leiten. So werden sie an den Kontaktstellen wärmer als die Umgebung.

Da sich Metalle viel schneller erwärmen und auskühlen als Holz oder Kunststoff, überhitzen oder kühlen auch die Pflanzen lokal schneller aus. Diese indirekten Temperaturschwankungen sind ein großes Problem für die Pflanzen. Das Gleiche gilt für Kübelpflanzen, die auf die Wärme leitenden Steinböden stehen. Hier ist intelligenter Winterschutz besonders gefragt. Abhelfen kann man mit isolierenden Rankgerüsten aus Holz oder Kunststoff und Pflanzgefäßen aus Holz, Kunststoff oder Keramik. 

Pflege der Pflanzen im „Winterquartier“

Es sollte regelmäßig gewässert werden, aber immer nur moderat, da Pflanzen im Winter weniger Wasser benötigen. Bei Frost kann Wasser schnell verdunsten (sublimieren), deshalb sollte dann stärker gegossen werden – aber nur mit kaltem Wasser! Auf Staunässe ist strengstens zu achten, sie tötet Wurzeln ab. Die Pflanzen sollten nicht gedüngt werden. Sie stehen am besten in einer windgeschützten Ecke oder hinter einem wirksamen Windschutz.

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