Rücknahme von Elektrogeräten

Nun sind auch Onlinehändler in der Pflicht

Verbraucher | Volle Kanne - Rücknahme von Elektrogeräten

Einzel- und Onlinehändler müssen kaputte Elektrogeräte künftig zurücknehmen - der Umwelt zuliebe. Rechtsanwalt Michael Terhaag erklärt die Details.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.07.2017, 14:00

Ob ausgedienter Föhn, kaputtes Telefon oder die nicht mehr reparierbare Waschmaschine: Ab kommender Woche wird die Rücknahme von Elektro-Groß- und -Kleingeräten neu geregelt. Neben den kommunalen Sammelstellen sind dann auch größere Einzel- und Online-Händler verpflichtet, bestimmte Geräte zurückzunehmen. „Volle Kanne“ zeigt, wie die neuen Regelungen aussehen.

Ab dem 25. Juli greift ein neues Gesetz, das für mehr Recycling sorgen und die Umwelt entlasten soll. Die neue Regelung unterteilt Elektroschrott in kleine und große Geräte. In die Kategorie „Kleingerät“ fallen Elektrogeräte mit einer Kantenlänge von weniger als 25 Zentimetern (keine Seite des Geräts darf länger sein). Gehen sie kaputt, können sie beim Händler abgegeben werden, ohne dass man ein neues Gerät kauft. Größere Geräte werden hingegen nur zurückgenommen, wenn man ein neues Gerät gleicher Art kauft.

Wer muss Elektroschrott zurücknehmen?

Schon seit Herbst 2015 gilt: Zur Rücknahme verpflichtet sind größere Händler mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern. Dazu zählen beispielsweise die großen bekannten Elektromarkt-Ketten. Durch die Vorgabe der Mindestverkaufsfläche soll verhindert werden, dass der kleine Elektrohändler um die Ecke mit Elektroschrott überschüttet wird. Nun werden auch Online-Händler in die Pflicht genommen.

Für Verbraucher könne es im Geschäft schwierig sein, die Verkaufsfläche vor Ort einzuschätzen, sagt Rechtsanwalt Michael Terhaag. „Bei den Online-Händlern dürften die Größten der Branche alle in der Pflicht sein“, ergänzt er. Vorsicht sei jedoch bei Dritthändlern geboten, die ihre Waren über Online-Portale verkaufen: „Die können durchaus kleiner sein und sind dann nicht in der Pflicht.“ Auch weiterhin ist es möglich, Elektrogeräte über die kommunalen Sammelstellen wie Wertstoffhöfe zu entsorgen.

Wie funktioniert die Rücknahme?

Das Porto für den Rückversand der Altgeräte müsse laut Gesetz der Händler zahlen, allerdings könnten die Verpackungskosten auf den Verbraucher zukommen, sagt Michael Terhaag. Es sei aber noch unklar, ob Online-Händler Retour-Scheine für Kleingeräte anbieten werden. „Wahrscheinlich ist, dass die großen Online-Händler Partnerschaften mit der Post oder Tankstellen eingehen werden und dort Sammelstellen einrichten“, sagt der Rechtsexperte. Bei größeren Geräten werde das Altgerät bei der Lieferung des neuen Geräts einfach von der Spedition oder dem Lieferdienst mitgenommen. „Allerdings ist es wichtig, dass der Kunde dem Händler schon beim Kauf mitteilt, dass er ein Altgerät abgeben möchte. Weiß der Lieferdienst nichts davon, muss er auch das Gerät nicht mitnehmen“, stellt Terhaag klar.

Der Online-Händler sei indes in der Pflicht, auf seiner Webseite darauf hinzuweisen, dass er Elektrogeräte entgegennimmt. Bei Zweifeln sollten sich die Kunden direkt an den Händler wenden oder aber die Verbraucherzentrale informieren, wenn der Händler sich trotz seiner Pflicht weigere, Altgeräte entgegenzunehmen.

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