Biorhythmus aus dem Takt

Die Zeitumstellung und ihre Folgen

Jetzt am Wochenende wird wieder die Uhr um eine Stunde vorgestellt - auf Sommerzeit. Darunter leiden viele Menschen, denn ihr Biorhythmus kommt durch die Zeitumstellung aus dem Takt. Die Folge können dann zum Beispiel Schlafstörungen sein.

Die Chronobiologie unterteilt Menschen in Frühaufsteher, die "Lerchen", und in nachtaktive "Eulen". Dahinter steht die Erkenntnis, dass der Rhythmus unseres Körpers über eine biologische Uhr gesteuert wird. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Nervenzellen im Gehirn, die von Medizinern als suprachiasmatischer Nukleus, kurz SCN, bezeichnet wird. Von hier aus werden über die Nervenbahnen und über Hormone, wie Cortisol oder Melatonin zeitabhängige Steuerungssignale an den gesamten Körper ausgesendet.

Auf diese Weise werden zahlreiche Körperfunktionen wie Puls, Blutdruck oder Körpertemperatur beeinflusst. Es entsteht der sogenannte circadiane Rhythmus unseres Körpers, der ungefähr den 24 Stunden eines Tages entspricht. Der Hell-Dunkel-Wechsel unserer Umgebung ist dabei ein wichtiger Zeitgeber. Denn damit wir im Einklang mit dem Wechsel von Tag und Nacht oder Sommer und Winter stehen, ist es nötig, dass sich unsere innere Uhr jeden Tag über die Lichtverhältnisse unserer Umgebung neu anpasst.

Körper und Umwelt synchron

Der regelmäßige Abgleich mit dem natürlichen Rhythmus der Umwelt ist ebenso wie die Synchronisation der Körperfunktionen untereinander eine entscheidende Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Störungen des circadianen Systems könnten sich indirekt auf den Verlauf von Erkrankungen auswirken.

So kommt es bei Patienten mit Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auffällig häufig gerade morgens zum Herzinfarkt oder zu Herzrhythmusstörungen. Aber auch Schlafstörungen, Tagesschläfrigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit können die Folge eines gestörten Biorhythmus sein.

Schlafstörungen bei Parkinson

Parkinson-Patienten haben neben Bewegungsstörungen besonders häufig Probleme mit der Schlafregulation. Sie leiden vor allem unter Durchschlafstörungen. Als Ursache vermuten Experten, dass die Synchronisation der inneren Uhr bedingt durch die Krankheit nicht mehr richtig funktioniert.

Neurologen am Klinikum der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main versuchen aus diesem Grund, den gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus der Parkinson-Patienten durch eine verstärkte Beleuchtung von außen zu harmonisieren. Dabei verwenden sie Licht, das eine besondere Intensität hat.

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