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Abfindung: Höhe, Steuer, Aufhebungsvertrag

Was Sie bei einer Abfindungszahlung beachten sollten

von Juana Guschl

Arbeitgeber entlassen Arbeitnehmer aus vielfältigen Gründen. Nur wenige Kündigungsgründe sind im deutschen Arbeitsrecht aber auch zulässig. Deshalb enden Arbeitsverhältnisse nicht selten mit der Zahlung einer Abfindung. Was dabei wichtig ist.

5 min
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06.07.2020
06.07.2020
Video verfügbar bis 09.07.2021

Mit Abfindungen wollen Unternehmen vermeiden, dass gekündigte Arbeitnehmer sie mit einer Kündigungsschutzklage vor Gericht ziehen. Also werden mitunter großzügige finanzielle Angebote gemacht – nicht selten verbunden mit der Verpflichtung zur Verschwiegenheit.

Wichtig zu wissen: Es gibt keinen generellen rechtlichen Anspruch auf eine Abfindung! Manche Tarifverträge oder Sozialpläne sehen eine Abfindung vor. Dann besteht tatsächlich ein Anspruch.

Aufhebungsvertrag mit Abfindung

Oftmals wird Arbeitnehmern aber auch ein so genannter Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung angeboten – dies ist die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrags. Solche Verträge sollen vermeiden, dass Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz im Falle einer betriebsbedingten Kündigung einklagen. 

WISO-Tipp: Holen Sie sich in jedem Fall Rat beim Arbeitsrechtler!

Höhe der Abfindung

Wenn es in Unternehmen eine Abfindung gibt, dann ist ihre Höhe in Sozialplänen oder Tarifverträgen festgeschrieben. Oft werden Abfindungen aber auch frei verhandelt. Auch wenn Sie direkt einen neuen Job haben, können Sie eine Abfindung erhalten. Behalten Sie dies jedoch besser für sich, es könnte Ihre Verhandlungsposition schwächen.

Eine Faustformel rät: ein halbes Brutto-Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Wer also beispielsweise zuletzt 4000 Euro brutto verdient hat und zehn Jahre in einem Betrieb war, könnte mit 20.000 Euro Abfindung rechnen.

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Abfindung nach Jobverlust
 

Jens Niehl, Fachanwalt für Arbeitsrecht, erklärt die Regelungen.

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Abgaben auf die Abfindung

In bestimmten Fällen müssen Sie auf Ihre Abfindung Sozialversicherungsbeiträge zahlen, d.h. Kranken-, Pflege und Rentenversicherung. Je nachdem, ob es sich bei der Abfindung um eine Entschädigungszahlung oder ein Arbeitsentgelt handelt.

Und: Die komplette Abfindung muss immer voll versteuert werden. Aber Sie könnten Steuern sparen, wenn Sie sich die Abfindung erst im Folgejahr auszahlen lassen! WISO-Tipp: Holen Sie sich Rat vom Steuerberater

Arbeitslosengeld: Sperrzeit oder Kürzung

In vielen Fällen haben Arbeitnehmer nicht direkt einen neuen Job – und sind auf die Zahlung von Arbeitslosengeld angewiesen. Eine Abfindung schließt das Arbeitslosengeld nicht zwingend aus. Aber es kann zu Sperrzeiten oder Kürzungen führen. Ein Aufhebungsvertrag wird von der Arbeitsagentur dann nämlich wie eine freiwillige Kündigung des Arbeitnehmers behandelt.

Sie haben keine Sperre zu befürchten, wenn für Sie folgende Voraussetzungen gelten:

  • Ihnen hätte eine fristgerechte, betriebsbedingte Kündigung gedroht.
  • Das Arbeitsverhältnis endet erst nach Ablauf der Kündigungsfrist
  • Und die Höhe der Abfindung orientiert sich an der Faustformel.

Es ist wichtig, dass im Aufhebungsvertrag all diese Punkte erfüllt sind. Wenden Sie sich am besten an die Arbeitsagentur und lassen Sie Ihren Aufhebungsvertrag prüfen, ehe Sie ihn unterzeichnen!

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Änderungskündigung beim Job?
 

Mit der Änderungskündigung beendet der Arbeitgeber das aktuelle Arbeitsverhältnis und bietet dem Arbeitnehmer gleichzeitig an, das Arbeitsverhältnis zu neuen, geänderten Bedingungen fortzusetzen. In der Regel sind diese Bedingungen schlechter als zuvor.

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WISO-Tipp

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