Action-Cams im Vergleich

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Mittlerweile sind sie von den Ski-Helmen und Snowboards nicht mehr wegzudenken: Kleine, handliche Action-Cams. Wir haben vier Kameras mit großer Preisspanne verglichen.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.12.2016, 00:00

Mittlerweile sind sie von den Ski-Helmen und Snowboards nicht mehr wegzudenken: Kleine, handliche Action-Cams. Die eignen sich auch bestens als Weihnachtsgeschenk. Die Preis-Spanne ist riesig: Was bekommt man für rund 100 Euro und was für fast 500 Euro? Wir haben vier Kameras genommen und sie zwei Snowboardern in die Hand gedrückt.

Sie lieben Action auf der Piste und machen Wintersport seit sie kleine Kinder waren: Philipp Scherzinger und Marco Volz. Schon immer haben sie ihre Tricks mit Camcordern gefilmt und seit es Action-Cams gibt, nutzen sie diese. Philipp Scherzinger: „Es ist ein Heidenspaß seine eigenen Sachen zu sehen und für den Lerneffekt ganz gut, weil man sich selber dabei beobachten kann.“

Beide machen für uns einen Tag lang den Praxis-Test. Im Gepäck, vier aktuelle Action-Kameras: Die teuerste ist die Sony. Laut Hersteller kostet sie 449 Euro. Dann folgt das Modell vom Marktführer GoPro für 329,99 Euro. Die Cube Plus von Polaroid für 149,99 Euro. Und die Rollei 400. Sie ist mit knapp 100 Euro die günstigste Action-Kamera in unserem Vergleich.

Was ist mit dem Handling?

Snowboardfahrer
Snowboardfahrer

Unsere Snowboarder machen sich erst einmal mit den Kameras vertraut. Die Sony und die Rollei haben ein wasserdichtes Gehäuse. Das wird mitgeliefert, ist im Preis also mit drin. Die GoPro ist laut Hersteller wasserdicht bis zu zehn Metern Tiefe. Und auch die Polaroid soll wetterfest sein. Auf den ersten Blick sind alle Kameras leicht zu bedienen.

Damit die Kameras beim Fahren nicht stören, kann man sie unter anderem am Snowboard befestigen. Einfache Halterungen sind bei allen vier Action-Cams dabei, so dass bei voller Fahrt direkt mit der Hand gefilmt werden kann. Mit der Sony kommt Marco gut klar auf der Piste: „Sie hat ein gutes Eigengewicht, man weiß was man in der Hand hat und kann sie sehr solide führen.“ Mit der Polaroid hat Marco zunächst Schwierigkeiten. Ob sie aufzeichnet oder nicht ist für ihn zuerst nicht leicht zu erkennen. Denn an der Kamera leuchtet bloß ein kleines Lämpchen. Es gibt kein Display: „Ist bei Licht nicht gut abzulesen. Aber es gibt noch eine akustische Rückmeldung dabei, das ist eigentlich ganz gut.“

Mit dem Smartphone verbinden

Die Polaroid lässt sich mit dem Smartphone verbinden. Das können die anderen drei Kameras auch. So kann man das Bild dann vom Handy aus kontrollieren und steuern. Philipp findet das auf der Piste aber zu umständlich. Philipp findet bei der Rollei gut, dass sie sogar das Bewegt-Bild auf dem Display anzeigt. Das kann die GoPro zwar nicht, aber auch sie ist für ihn pistentauglich: „Auf dem minimalen Display sind sehr viele Informationen. Die Handhabung ist gut.“

Wie ist es mit der Akkulaufzeit?

Wir starten alle vier aufgeladenen Kameras zeitgleich. Das Modell von Sony macht am schnellsten schlapp: Nach nicht einmal einer Stunde. Dann folgen Polaroid und Rollei. Die GoPro hält fast zwei Stunden durch. Ähnliche Erfahrungen hat auch Michael Ludwig gemacht. Er ist Video-Experte beim Computer-Magazin CHIP: „Die Akkulaufzeit ist eines der entscheidenden Merkmale, am Platz montiert, am Helm oder im Auto. Die Kamera sollte lange durchhalten und lange Aufnahmen garantieren.“

Entscheidend auch die Bildqualität

Sony-Actionkamera
Das Sony-Modell mit 4K

Nach dem Tag auf der Piste schauen sich Philipp und Marco ihre Video-Aufnahmen an. Bei der Polaroid stört Philipp, dass der Himmel ungleichmäßig blau sei. Und sein persönlicher Eindruck vom günstigsten Modell, der Rollei? Philipp: „Wenn man zum Beispiel eine schöne Bergkulisse hat, kann man das nicht richtig erkennen.“ Philipp und Marco finden die Aufnahmen der Polaroid und der Rollei zwar nicht schlecht. Aber die Aufnahmen der Sony seien schärfer, und die der GoPro einfach lebensechter. Philipp: „Bei den Aufnahmen hast du auch so kleinen Schneestaub, der rumfliegt. Das wird gut eingefangen und damit sehr viel vom Fahrgefühl und Spaß vermittelt. Gefällt mir sehr gut.“

Der Experte hat die Sony und die GoPro im Labor getestet. Bei der Bildqualität lag die Sony vorne so Michael Ludwig: „Sie bietet 4K-Aufnahmen an. Das ist Fernsehstandard von morgen. Das garantiert ultrascharfe Bilder. Das bieten bislang nur sehr weniger Kameras.

Unser Gesamtfazit

Die Sony bekommt ein Plus bei Handling und Bildqualität. Ein Minus bei der Akkulaufzeit. Und: sie ist teuer. Die GoPro ist der Sieger in unserem Vergleich. Denn nicht nur im Handling und bei der Bildqualität bekommt sie ein Plus, sondern auch bei der Akkulaufzeit. Aber auch sie ist teuer. Die Polaroid hat trotz Anfangsschwierigkeiten auch beim Handling gut abgeschnitten. Weniger bei der Bildqualität und der Akkulaufzeit. Dafür kann sie beim Preis punkten. Die Rollei bekommt ein Plus beim Handling. Ein Minus bei Bild und Akku. Dafür ist sie günstig.

Michael Ludwigs Tipp: „Jeder Käufer sollte sich im Klaren sein: Was erwarte ich von meiner Action-Kamera? Will ich sie einfach einmal im Jahr beim Skifahren benutzen oder jedes Wochenende, wenn ich Sport machen gehe. Danach sollten die Funktionen ausgewählt werden.“

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