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WISO-Tipp: Ärger mit Paketdiensten

Verbraucher | WISO - WISO-Tipp: Ärger mit Paketdiensten

In den allermeisten Fällen kommen Pakete sicher beim Empfänger an. Weil allerdings immer mehr Pakete verschickt werden, kommen Lieferungen entweder zu spät oder gar nicht an. Der WISO-Tipp klärt über ihre Rechte und Beschwerdemöglichkeiten auf.

Beitragslänge:
5 min
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Sind Sie Versender, sollten Sie sich vor dem Versand mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Paketdienstleisters auseinandersetzen und ggf. mehrere Paketdienstleister untereinander  vergleichen. Das können Sie bequem online erledigen – auf den Seiten der jeweiligen Zusteller finden Sie auch die entsprechenden AGB.

WISO-Tipp: Achten Sie beim jeweiligen Zusteller auf die Versandart (Päckchen, Paket, Express). Mitunter können die Rahmenbedingungen entscheidend sein: Denn oft gibt es keine Sendungsverfolgung beim Päckchen und unterschiedliche Haftungsgrenzen bei Beschädigung und Verlust. Wer eine Sendung aufgibt, sollte daher wissen: Päckchen bis 2 kg sind meist unversichert. Pakete dagegen sind bis zu 500 oder 750 Euro versichert – je nach Anbieter.

Verzögerung einer Sendung

Die in den AGB angegebenen Zustell-Zeiten stellen prinzipiell keine Garantie auf einen bestimmen Zustelltermin dar. Sollte sich die Zustellung einer Sendung verzögern und sich der Online-Sendungsstatus über mehrere Tage nicht verändern, kann eine Nachforschung (online oder in der Filiale) durch den Versender in Auftrag gegeben werden.

Hinweis zu Expresslieferungen: Das sind Zusatzangebote, die mit deutlich höheren Kosten verbunden sind. Hier sind wiederum die konkreten Bedingungen des Paketdienstleisters maßgeblich, die  Unterschiede (zum Beispiel Haftungsgrenzen, Haftungsausschlüsse) aufweisen können. Auch der Bestimmungsort (Inland, Ausland) kann dabei eine Rolle spielen.

Beschädigte Sendung

Ist das Paket sichtbar von außen beschädigt – und Sie vermuten eine entsprechende Beschädigung der Ware – dann sollten Sie nicht sofort den Erhalt des Pakets mit Ihrer Unterschrift besiegeln. Denn: Mit Ihrer Unterschrift quittieren Sie die ordnungsgemäße Lieferung. Heißt: Eigentlich müssten Sie zuerst das Paket im Beisein des Zustellers prüfen und Schäden an der Ware ggf. protokollieren lassen.

Wichtig: Fällt Ihnen ein Schaden an der Ware erst später auf, dann kontaktieren Sie den Verkäufer. Weisen Sie auf den Sachmangel hin. Generell gilt: Der Verkäufer haftet und muss sich mit dem Zusteller einigen.

WISO-Tipp: Um Beweisschwierigkeiten zu entgehen, ist es bei höherwertigen Sendungen sinnvoll, vor dem Versand Fotos der Sendung und insbesondere der Verpackung zu machen.

Verschwundene Sendung

Bei Verkäufen von Privat zu Privat – zum Beispiel über Ebay – tragen Sie als Käufer das Transportrisiko. Im Zweifel bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Tipp: Achten Sie beim Kauf zum Beispiel auf Käuferschutzprogramme wie das von Paypal oder Visa. Kommt das Paket aus einem Online-Shop nicht an, trägt dagegen der Verkäufer das Transportrisiko. Wenden Sie sich zur Reklamation an den Online-Händler – Sie haben Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises.

Was ist zu tun, wenn die Sendung verschollen bleibt oder die Ware nicht ersetzt wird: Weitere Infos und erste Hilfe erhalten Sie auf post-aerger.de – ein Service der Verbraucherzentrale NRW. Oder bei der Schlichtungsstelle Post der Bundesnetzagentur.

Was Sie noch wissen sollten

  1. Eine Paketsendung gilt in der Regel nach 20 Tagen als verloren – diese Frist nennen die meisten Paketdienstleister.
  2. Der Postbote muss Ihnen das Paket persönlich oder Ihrem Nachbarn übergeben. Ausnahme: Es gibt die Vereinbarung, das Paket an einen Shop oder eine Packstation zu liefern. Hinweis: Mit einem sog. „Ablagevertrag“ erlauben Sie dem Postboten das Paket vor der Haustür abzulegen. Nachteil: Bei Beschädigung oder Diebstahl haften Sie als Empfänger.
  3. Geld, Wertpapiere oder Schmuck sind in der Regel nicht versichert, weil bestimmte Güter nach den AGB der Paketdienstleister von der Beförderung ausgeschlossen sind – damit erfolgt im Falle der Beschädigung oder des Verlustes keine Erstattung durch den Paketdienstleister.
  4. Vorsicht bei Auslandsbestellungen: Wenn Sie direkt bei einem Online-Shop außerhalb des EU-Auslands (zum Beispiel China oder Kanada) einkaufen, können neben dem Kaufpreis zusätzlich Zölle und Steuern anfallen. Außerdem kann der Zusteller (zum Beispiel DHL Express) eine sog. Kapitalbereitstellungsprovision in Rechnung stellen – in Höhe von aktuell 12,50 Euro. Kommt noch die Mehrwertsteuer (19 %) auf den bestellten Artikel drauf, zahlen Sie unterm Strich für eine Ware aus dem ausländischen Online-Shop den gleichen Preis, den Sie auch auf dem Binnenmarkt gezahlt hätten – nur ohne 14-tägiges Rückgaberecht und verbriefte Verbraucherrechte.

WISO-Tipp: Die Kapitalbereitstellungsprovision entfällt, wenn Sie Ihrem Zusteller eine Einzugsermächtigung für Ihr Konto erteilen. Damit werden die Zollgebühren direkt von Ihrem Konto abgebucht, so dass keine zusätzlichen Kosten mehr anfallen.

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