Ärztliche Behandlungsfehler

Das müssen Sie im Verdachtsfall tun!

Verbraucher | WISO - Ärztliche Behandlungsfehler

Behandlungsfehler passieren immer wieder. Allein 2014 kam der MDK auf mehr als 14.600 Fälle, die Gesamtzahl soll noch deutlich höher liegen. Was können Betroffene tun, wenn sie einen Fehler vermuten?

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.05.2017, 13:00

Überflüssige Operationen, falsche Diagnosen und Behandlungsfehler: Immer wieder kommt es vor, dass Ärzte den Krankheitsverlauf verschlimmern, statt zu heilen. Zahlreiche Behandlungsfehler haben bereits zum Tod geführt. Patienten, die falsch behandelt wurden, fühlen sich häufig hilflos. Sie sollten zunächst das Gespräch mit dem verantwortlichen Arzt suchen und wenn nötig weitere Schritte einleiten.

Wenn das Ergebnis einer ärztlichen Behandlung für den Betroffenen nicht zufriedenstellend ist, kann dies die unterschiedlichsten Ursachen haben. Vielleicht war die Therapie ungeeignet, die Diagnose falsch gestellt – oder die behandelnden Ärzte haben schlichtweg einen Fehler gemacht. Wer Letzteres vermutet, sollte sich zunächst einmal von einem anderen Arzt eine zweite Meinung einholen. Gleichzeitig aber sollte bereits jetzt damit begonnen werden, alle Untersuchungen und Behandlungsschritte ausführlich zu dokumentieren.

Weitere Schritte

Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler kann man sich als gesetzlich Versicherter an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) wenden. Dieser ist in jedem Bundesland vertreten und erstellt auf der Grundlage der Patienten- und Krankenunterlagen sowie eines Gedächtnisprotokolls des Patienten kostenfrei ein medizinisches Sachverständigengutachten. Ähnlich sieht es mit den anderen Ansprechpartnern, den Landesärztekammern, aus. Hier gibt es Schlichtungsstellen, die sich mit einer entsprechenden Prüfung befassen und eine außergerichtliche Schlichtung bei Behandlungsfehlervorwürfen anstreben. Für gesetzlich sowie privat Versicherte ist die Bearbeitung der Anträge kostenfrei.

Des Weiteren kann man sich an einen privaten Gutachter wenden. Hier entstehen Kosten. Ebenso bei einer anwaltlichen Beratung / Unterstützung. Ansprechpartner sind Fachanwälte für Medizinrecht mit dem Schwerpunkt Arzthaftungsrecht. Hierbei ist eine Rechtschutzversicherung lohnenswert. Weitere Ansprechpartner für Informationen und Beratung sind Verbraucherzentralen und Patientenberatungen sowie verschiedene Interessengemeinschaften Medizingeschädigter.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet