Alte Fahrräder fit machen

Endlich wieder Sonnenschein und blauer Himmel – im Frühling beginnt für die Deutschen wieder die Radfahrzeit! Immerhin: In 30 Millionen Haushalten steht mindestens ein Fahrrad. Und das heißt: Das Fahrrad muss wieder fit für die Saison gemacht werden. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

Die meisten Fahrräder stehen den Winter über im Hinterhof, feuchten Keller – oder im Schuppen. So wie bei Janina Corda. Seit 22 Jahren fährt die Projektmanagerin ihr geliebtes, altes Rad schon. Das ist soweit noch ordentlich in Schuss. „Dreckig, ja, aber soweit fahrtüchtig“, so Janinas Einschätzung.

Sie macht den Check. Was ihr als erstes auffällt: Das Rad ist an Reifen und Schutzblechen durch Schlamm verkrustet, an Rahmen, Lenker und Sattel staubig. Hier und dort hängen Spinnenweben lose rum. Janina will ihr Fahrrad sauber machen – do it yourself ist das Motto. Diese Teile kann sie problemlos selbst reinigen: Lenker, Sattel, Rahmen. Außerdem Felgen und Kette! Was sie dazu braucht: Handfeger, Zahnbürste, feuchte Allzwecktücher und fusselfreies Tuch. Alles Sachen, die es in jedem Haushalt gibt. Allein die Reinigung der Kette ist etwas anspruchsvoller.

Das Fahrrad ist sauber. Soweit, so gut. Allerdings: Klingel und Dynamo sind defekt. Die Reifen fühlen sich noch okay an. Die Bremsen machen einen guten Eindruck. Trotzdem: Janina ist sich unsicher. „Die letzte Inspektion ist bestimmt schon zehn Jahre her.“

Janina fährt ihr Fahrrad zum örtlichen Fahrradhändler. Und zwar direkt in die Werkstatt. Der prüft ihr Rad auf Herz und Nieren – und in punkto Verkehrssicherheit. Sein Urteil: Vorderreifen okay, der hintere Reifen ist porös und sollte besser ausgetauscht werden. Bremse und Gangschaltung sind noch gut in Schuss. Einzig Klingel und Lichtanlage sind defekt. Und an Speichen fehlen Reflektoren. Generell gilt: Auf die richtige Ausstattung kommt es an!

Was am Fahrrad dran sein muss

Für ein verkehrssicheres Fahrrad sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben:
- zwei voneinander unabhängige Bremsen. Tipp: Fahrräder für Kinder sollten möglichst eine Hand- und Rücktrittbremse haben,
- eine helltönende Klingel,
- eine Lampe und ein weißer Reflektor vorne,
- ein Rücklicht mit Reflektor sowie ein separater roter Reflektor hinten,
- vier gelbe Speichenreflektoren – die sog. „Katzenaugen“ – oder reflektierende weiße Streifen an den Reifen oder in den Speichen,
- außerdem rutschfeste und festverschraubte Pedalen mit je zwei Pedalreflektoren.

Nach der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) muss die Beleuchtung jederzeit funktionieren. Alle Rückstrahler müssen immer vollständig vorhanden sein. Übrigens: Ein Dynamo ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Seit 2013 sind auch Lampen mit Akku- oder Batteriebetrieb zugelassen. Diese Lampen müssen ein Prüfzeichen des Kraftfahrtbundesamtes vorweisen. Voraussetzung dafür sind mindestens zehn Lux Lichtstärke und für Aufstecklampen eine Batterieladeanzeige. Wer nicht nur gesehen werden will, sondern eine dunkle Straße beleuchten will, sollte deutlich mehr als zehn Lux wählen. Wichtig: Blinkendes Licht kann irritieren  und ist nach StVZO nicht für den Gebrauch im Straßenverkehr zugelassen.

Nützliches Zubehör fürs Rad

Empfehlenswert für ein verkehrssicheres Fahrrad sind außerdem:
- Lenkergriffe mit weichen und verdickten Enden zum Schutz vor Sturzverletzungen – speziell für jüngere Kinder (Alter: fünf bis neun).
- Schutzbleche vorne und hinten,
- ein Gepäckträger, zum Beispiel zum sicheren Verstauen von Taschen.
- Ein bunter Wimpel ist empfehlenswert, da besonders Kinder aufgrund ihrer geringen Größe oft erst sehr spät zu sehen sind.
- Ein Kettenschutz, der verhindert, dass Kleidung in die Kette gerät und Radfahrer stürzen.
- Ein Fahrradständer ist zusätzlich sinnvoll, um das Rad sicher abzustellen.

Helme sind zwar nicht vorgeschrieben, aber besonders für Kinder, ältere Menschen und sportliche Fahrer empfehlenswert, um eventuelle Unfallfolgen zu mildern. Allerdings lehnt der ADFC eine allgemeine Helmpflicht ab. Warum? Das lesen Sie hier: adfc.de. Noch ein Tipp vom Fachmann: Stellen Sie den Sattel immer auf die jeweilige Körpergröße ein. Beide Fußspitzen sollten den Boden berühren. Sie können sich selbstständig abstützen – und außerdem fahren Sie so länger bequem.

Janina ist zufrieden: drei Stunden Arbeit, rund 70 Euro für kleine Inspektion + Klingel und Lampe. Und jetzt heißt es für sie: Ab aufs Rad. Weitere Tipps zur Technik, Kauf und Pflege hat der ADFC auf adfc.de zusammen gestellt.

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